"Der Koloss, der zwei Mal gelebt hat"

14. Oktober 2009, 11:45
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Deutschland:

Bild: "Die Welt verliert einen seiner größten Sportler."

Süddeutsche Zeitung: "Nah dran an Zeus. Er ist einer der größten Skirennsportler, die die Welt je gesehen hat, und das mag vielleicht überhöht klingen, zu heroisch, kitschig, aber, was soll man sagen: so ist es nun mal."

Frankfurter Allgemeine Zeitung: "Der Kämpfer unter den Kämpfern. Ein kleines bisschen Unsterblichkeit bleibt bei den Besten ja auch hängen. Maier wird man lange nicht vergessen."

Die Welt: "Der "Herminator" sagt traurig Servus. Die aufregenden Zeiten sind vorbei, als Hermann Maier so halsbrecherisch über die Skipisten jagte."

Stuttgarter Zeitung: "Die Gewissheit, dass er nicht mehr mitfährt, ist für Österreich brutal. ... Maier ist einer der Größten seines Fachs - sozusagen der Niki Lauda des österreichischen Skisports. Kein anderer ließ das Publikum so mitleiden, keiner löste mehr Emotionen aus. ... Am Boden zu sein und wieder aufzustehen, das ist typisch für Hermann Maier."

Tagesspiegel: "Gerührter Heiliger - Hermann Maier gibt mit stockender Stimme seinen Rücktritt bekannt. In Österreich ist er so etwas wie ein Nationalheiliger, vor allem, weil er dem Land das gab, was es am meisten braucht: Siege. Seine Geschichte ist für die Österreicher wohl auch deshalb so faszinierend, weil sie eigentlich gar nicht so typisch österreichisch ist. Maier hatte nicht nur eine unglaubliche Willensstärke, sondern vor allem einen Ehrgeiz, der normalerweise für ein ganzes Nationalteam reichen würde."

Stuttgarter Nachrichten: "Der Herminator weint zum Abschied. Einer der besten Skirennläufer aller Zeiten beendet seine Karriere - Die Wintersportnation Österreich verneigt sich vor Hermann Maier. Er ist immer dann zurückgekommen, wenn keiner mehr mit ihm gerechnet hat. Jetzt hat der österreichische Ski-Heros Hermann Maier seine Karriere beendet - wie es so seine Art ist: ziemlich überraschend."

Hamburger Abendblatt: "Als er seinen überraschenden Rücktritt verkündete, kamen selbst dem hartgesottenen Hermann Maier die Tränen. Damit endete im Dachfoyer der Wiener Hofburg gestern abrupt eine der spektakulärsten Geschichten, die der alpine Ski-Zirkus in den letzten Jahrzehnten zu bieten hatte. Maier hat (...) seinem Sport zu einer enormen Popularität weit über die Grenzen der Wintersport-Nation Österreich hinaus verholfen. In Österreich nennen sie Maier auch den "Heiland", und in der Tat gelang ihm nach dem Unfall eine Wiederauferstehung, die gerade dann unglaublich erscheint, wenn man seinen Unterschenkel anschaut."

Financial Times Deutschland: "Letzte Abfahrt. Die Skisport-Ikone Hermann Maier, Olympiasieger und Weltmeister, realisiert seinen seelischen und körperlichen Abbau und beendet die Karriere. Für die Skination Österreich ist das eine Zäsur. Denn damit ist eine der schillerndsten Karrieren im nationalen Sport zu Ende gegangen. Sein Auftreten und seine Erscheinung als ungezügelter Naturbursche, vor allem aber sein unnachahmlich haudegenhafter Fahrstil machten ihn zum globalen Star. Davon hatte Österreich nie viele. Mit einem von ihnen, mit Arnold Schwarzenegger, saß Maier sogar in der legendären US-Talkshow von Jay Leno."

Abendzeitung: "Herminator, Bruchpilot und Stehaufmanderl: Maier beendet seine Karriere - unter Tränen. Er gilt im Skisport als ein ganz harter Hund. Doch als Hermann Maier, Branchenname Herminator, an diesem Dienstag um kurz nach zwei seinen Rücktritt verkündet, fließen bei ihm die Tränen."

Schweiz:

Berner Zeitung: "In der Person Hermann Maiers verliert der Skizirkus den erfolgreichsten Fahrer und einen seiner wichtigsten Botschafter. Maiers Bekanntheitsgrad basiert nicht nur auf Erfolgen, sondern auch auf seiner Persönlichkeit und dem spektakulären Sturz-Flug in der Olympiaabfahrt 1998 von Nagano. Die einen lieben ihn, die andern verachten ihn; nur Bode Miller spaltet die Gemüter in vergleichbarem Mass. Mit dem Talent des Amerikaners war der Österreicher nicht annähernd gesegnet, aber mit einer Willenskraft ... Ohne diese Qualität hätte sich der Gesamtweltcup kaum mit deformiertem Unterschenkel gewinnen lassen. Maier ist ein Grenzgänger, der sich von Beginn weg mit Rückschlägen konfrontiert sah, diese wegzustecken vermochte und zum Stehauf(her)männchen avancierte."

Tagesanzeiger: "Der populärste Skifahrer der Welt hat seinen Rücktritt erklärt. Die Hofburg zu Wien beherbergte einst die Kaiser und Könige, heute ist sie die Residenz des österreichischen Bundespräsidenten. Gestern aber war es ein Skifahrer, der in der Hofburg Hof hielt - um mitzuteilen, dass er nicht mehr weiterfahren mag. Aber was heisst hier "Skifahrer". Hermann Maier ist mehr als das, er ist der Mann, der die alpine Konkurrenz über Jahre in Grund und Boden fuhr, mehrmals Weltmeister und Olympiasieger wurde. Er ist trotz Bode Miller oder Aksel Svindal der Einzige seiner Zunft, der weltweit für Furore sorgt, wenn er irgendwo den Saal betritt."

Italien:

Gazzetta dello Sport: "Ciao Maier, ein rätselhafter Abschied mit Tränen. Nach einem Sommer, in dem er trainiert hatte, kündigt Maier seinen Rücktritt an. Er hat diesen Beschluss ganz plötzlich gefasst. Niemand hätte zehn Tage vor Saisonbeginn damit gerechnet, nachdem Maier viel trainiert hatte. Seine Worte erklären nicht die Gründe seines Rücktritts, doch Herminator war stets der Mann großer Rätsel. Er ist auch deswegen ein Superstar geworden".

Tuttosport: "Das Phänomen Herminator sagt Basta. Vom Maurer zum Skikönig, seine Karriere war einfach fantastisch. Im Ranking der besten Athleten der Welt besiegt ihn nur Ingemar Stenmark mit 86 Erfolgen. Herminator hat 54 Siege gesammelt und sogar unseren Tomba überragt. Maier hätte bestimmt auch Stenmarks Rekord brechen können, wenn seine Karriere nicht von einem dramatischen Motorradunfall beeinträchtigt gewesen wäre."

La Repubblica: "Maier, Abschied mit Tränen. Herminator, der für sein Temperament, seine Kraft und seine Arroganz bekannt war, weint bei der Ankündigung seines Rücktritts. Seine Karriere ähnelt mehr einem Film von Quentin Tarantino, als jener eines Athleten. Zuerst alles bergauf, dann die Erfolge, die Stürze, die Unfälle, die mehrmals seine Karriere gefährdet haben".

Il Giornale: "Herminator, der Koloss, der zwei Mal gelebt hat. Hermann Maiers Rücktritt ist in ähnlichen Umständen wie bei Tomba kurz vor Beginn einer neuen Saison erfolgt. Im Gegensatz zu Tomba, der als Sieger den Skisport verlassen hat, verabschiedet sich Maier jedoch als Verlierer, wenn man so etwas von einem Phänomen wie ihm sagen darf. Bei seinem letzten Rennen in Aare im vergangenen März war Maier auf den vierten Platz gelandet. Maier ist ein Meister mit einer zweiseitigen Karriere. Die Phase vor August 2001, die von Superstar-Allüren, einer Reihe von Siegen und seiner chronischen Antipathie gekennzeichnet war. In der zweiten Phase ist er ein vollkommen neuer Mensch, sympathisch, lächelnd, zwar nicht mehr der Menschenfresser von früher, aber jedenfalls erfolgreich".

Frankreich:

Le Dernieres Nouvelles d'Alsace: "Hermann Maier, eine lebende Legende des Skisports, geht in Pension. Der Österreicher, der eine der schönsten Siegerlisten des alpine Skisports besitzt, hat am Dienstag beschlossen, nach mehreren von Verletzungen gekennzeichneten Saisonen weit entfernt von seinem Niveau, mit bald 37 Jahren die Rente anzutreten."

L'Equipe: "In einem Wort, er war ein Denkmal."

Liberation: "Maier weint über das Ende seiner Karriere. Der Rambo der Pisten mit dem Übernamen Herminator hat beschlossen, seine Bretter an den Nagel zu hängen." (APA)

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