Technische Genies zurück in die Zukunft

14. Oktober 2009, 11:10
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Rollenbilder aufbrechen: Ausstellung zu weiblichen Vorbildern in untypischen Berufen

Wien - Zum ersten Mal wurde in diesem Jahr der Wettbewerb HighHeels@HighEnd vom Verein TechWomen, der TU Graz und dem Projekt FIT ausgeschrieben. Jugendliche zwischen zehn und 18 Jahren sollten zu einem weiblichen Vorbild aus dem technischen Bereich der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft arbeiten.

Vielfältige Beiträge wurden geliefert, ganze Portfolios wurden mit Essays über die antike Mathematiker Hypathia oder Sophie Germain, die Entdeckerin der Primzahlen, gefüllt. Bilder und Biografien schmückten die Arbeiten. Einige Teilnehmer setzten sich damit auseinander, wie Frauen aus technischen Bereichen ihre Weiblichkeit behalten können, und kleideten sie in Ballerinakostüme ein.

Auch Schüler aus der Unterstufen beteiligten sich zahlreich, beispielsweise mit einer Buntstiftzeichnung der ersten Frau auf dem Mars. Doch die männliche Konkurrenz schlief nicht und verfasste unter anderem Texte darüber, wie Frauen aus der Luftfahrt sie beeindruckt und inspiriert haben.

Prämiert wurden die 15 besten Einsendungen, die im Lauf dieses Schuljahrs im Rahmen einer Wanderausstellung durch Österreich touren werden. Am 15. und 16. Oktober findet in der Technik Lounge des BMWF der dazugehörige Herbstkongress statt.

Die Notwendigkeit solcher Initiativen sieht Maria Rauch-Kallat, Vorsitzende des Vereins TechWomen, vor allem in der Tradition. "Die sozialen, psychologischen Dinge hat man den Frauen zugeschoben und die technischen den Männern. Beides sind Stereotype, die man durchbrechen sollte". Weiters kritisiert sie die unzureichende Förderung des Bildungsministeriums. "Für Aufklärungsarbeit und die Unterstützung der Mädchen in diesen Bereichen braucht man einfach Geld." (bsb, DER STANDARD, Printausgabe, 14.10.2009)

 

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