Journalistinnenkongress

ORF-Frauenquote spaltet VP

14. Oktober 2009, 17:03
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    foto: apa/schneider

    In der ORF-Gesetzesnovelle wird eine Frauenquote von 45 Prozent festgeschrieben werden.

45 Prozent Frauenanteil soll das neue ORF-Gesetz garantieren, verspricht Frauenministerin Heinisch-Hosek - Die VP ist uneinig, Grüne begrüßen die Quote, die FPÖ lehnt ab

Den Knüller beim Journalistinnenkongress lieferte die amtierende Frauenministerin gleich bei der Begrüßung: „Wir werden im ORF-Gesetz eine Quote festschreiben, die sich an der Quote im Bundesgleichbehandlungsgesetz orientiert: 45 Prozent im Unternehmen ORF", kündigte Gabriele Heinisch-Hosek an. Für diese Änderung im ORF-Gesetz erntete sie spontanen Applaus der rund 300 angemeldeten Frauen im großen Saal der Industriellenvereinigung

Darauf die Mitinitiatorin des Kongresses und ehemalige Frauenministerin Maria Rauch-Kallat: „45 Pozent sind gut, 50 Prozent sind unser Ziel". Ebenso wie Woman-Chefredakteurin Euke Frank ist Rauch-Kallat gespannt auf heftige Diskussionen und sich fürchtende Kollegen.

Karlheinz Kopf: "Quotenregelung wird es im ORF-Gesetz sicher nicht geben"

Die Regelung sieht 45 Prozent Frauenanteil bei Ausschreibungen vor. Einig ist sich Heinisch-Hosek allerdings lediglich mit VP-Familienstaatssekretärin Christine Marek. Der schwarze Klubobmann Karlheinz Kopf dementierte kurze Zeit später: "Eine Quotenregelung wird es im ORF-Gesetz sicher nicht geben", sagte er zur APA. Die SPÖ stellt sich hinter ihre Ministerin. Die Quote sei mit Heinisch-Hosek abgestimmt, sagte Marcin Kotlowski, Pressesprecher von SP-Medienstaatssekretär Josef Ostermayer. 

"Dieser Zug ist auch unter bürgerlich sozialisierten ORF-Frauen nicht aufzuhalten", sagt die ORF-Gleichstellungsbeauftragte Monika Rupp. 42,4 Prozent Frauen zählt sie im ORF, in der höheren Verwendungsgruppe dünnt sich der Anteil freilich bis auf 14 Prozent aus. Jährlich werden im Schnitt zehn neue Jobs im ORF ausgeschrieben: „Fünf davon wollen wir haben", insistiert Rupp. Die Umsetzung in der Praxis "prüfen wir gerade", sagt Kotlowski. 

"Gelebte Praxis" 

Die Frauenquote "entspricht unserer gelebten Praxis", sagt ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz: "Wir versuchen seit meinem Amtsantritt bei gleicher Qualifikation immer die Frau zu bevorzugen." Der grüne Mediensprecher Stefan Schennach sieht die Quotenregelung „höchst an der Zeit. Momentan sind Frauen dort, wo es etwas zu moderieren gibt. Dahinter stehen Männer, in deren Händen die gestaltende Macht ist." 

FPÖ-Mediensprecher Harald Vilimsky hält die Ankündigung für einen "Schlag ins Gesicht der Frauen" und "diskriminierend für Männer". Es könne nicht sein, dass ein guter männlicher Journalist nicht zum Zug kommt, weil er keine Frau ist", sagt Vilimsky. Der ORF habe kein Geschlechterproblem, sondern ein strukturelles. Die Regierung agiere "völlig an den Problemen vorbei". (Astrid Kuffner, Doris Priesching, DER STANDARD; Printausgabe, 15.10.2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 72
1 2
curayo
00
15.10.2009, 12:53
Da bin ich aber jetzt froh...

... dass wir endlich das wahre Problem des ORF erkannt haben!

...nini...
01
15.10.2009, 12:49
auch wenn ich selbst eine Frau bin...

so bin ich dennoch gegen eine gesetzliche Regelung! Ich bin fest davon überzeugt, dass Frauen, die wirklich etwas können und ehrgeizig sind, genauso weit kommen können wie Männer!
Und die Frauenquote ist wohl eines der kleinsten Probleme des ORF! Eine komplette Umstrukturierung wäre wohl angebracht!

danke, pfote!
00
16.10.2009, 10:25
meine vollste zustimmung...

steff666
04
15.10.2009, 10:39
Gleichberechtigungs-Heuchler

Jede(r) Politiker(in) der/die angibt sich für Gleichberechtigung einzusetzen und nicht als erstes gegen die größte Ungerechtigkeit, nämlich den Grundwehrdienst, eintritt ist ein(e) Heuchler(in).

Frauenquoten sind sowieso pervers. Warum nicht Geschlechterquoten? Warum ist diese offen geforderte Diskriminierung gegen Männer politisch korrekt?

ganz meine Meinung
00
16.10.2009, 19:18
ungleiches Pensionsantrittsalter

Das ist das viel größere Problem.
Zwischen 60 - 65 Jahren zahlen die Männer ein und Frauen cashen ab.
=> Ergibt eine Differenz von 10 Lebensjahren.

Little Willy
01
15.10.2009, 14:52
Wieso?

Bei gleicher ziviler Qualifikation ist abgeleisteter Wehr- oder Zivildienst ein Wettbewerbsvorteil für Männer wenn Quotenregelung herrscht. Das holen Frauen niemals mehr auf.

Gemerkt haben es die Männer noch nicht :-)

t-bonesteak
11
15.10.2009, 12:27
geh bitte

dann treten sie bitte auch dafür ein, dass männer kinder kriegen müssen.

Centerfold (der)
01
15.10.2009, 14:41
Und wenn Sie jetzt noch das Schwangerschaftspflichtgesetz

rauskramen wird man Sie vielleicht sogar noch ernst nehmen.

Ach was, sicher wird man Sie dann ernst nehmen.

Little Willy
00
15.10.2009, 14:53
2,1 Kinder braucht es von jeder Frau


1,4 sind es nur mehr. Die Damen schulden der Gesellschaft schon einiges.

Centerfold (der)
00
17.10.2009, 02:03
1,4?

Da geht sich ja der Zivildienst noch locker aus.

Sitzen im Parlament eigentlich lauter Waschlappen?

Little Willy
00
18.10.2009, 09:12
WaschlappInnen

SagServus
00
15.10.2009, 14:07

können, nicht müssen.

Jeffrey Lebowski
 
03
15.10.2009, 08:02
und wieder sind wir dort angekommen...

...wo man sich bei quotenregelungen die rosinen rauspickt ... frau hosek ... wie wärs mit einer quote bei den 48ern ...

mr mustard
00
15.10.2009, 13:08
oder

bei den grundwehrdienern

Mucius Valerius Scapula
12
15.10.2009, 00:52

Was soll denn der Dreck? Im Journalismus sind Frauen weit in der Überzahl und eine Quote wird wohl nicht mehr Kamerafrauen oder andere Technikerinnen anlocken.

contains sugar
50
14.10.2009, 23:23
vilimsky, du präsentierst hier doppelmoral

die frauenquote lehnst du ab. gleichzeitig setzt du dich dafür ein dass es im radio eine quote für österreichische musik geben sollte, um die heimische musik zu fördern.
diese zweischneidigkeit verstehe ich gar nicht.
ich halte beide quoten für berechtigt und daher gut.

Lethawae
12
15.10.2009, 11:12

"ich halte beide quoten für berechtigt und daher gut."

Jo, passt eh. Quote statt Kompetenz.

contains sugar
20
15.10.2009, 12:31

quote beeinträchtigt die kompetenz nicht, födert aber die vielfalt.

Beiddenker
02
14.10.2009, 22:52
Ganz klar fokussiert, DAS sind die wahren Probleme des ORFs ...

... aber ich hätte da schon eine Lösung, die die Frauenquote im TV auch beim ORF schlagartig erhöht:

Abspielen der einschlägigen Werbung ab Mitternacht a'la Privat-TV.

René Herndl
01
14.10.2009, 22:47
Vorgeschriebene Quoten sind...

... politischer Schwachsinn. Gerade im ORF sollte Qualität im Vordergrund stehen und nicht das Geschlecht einzelner Mitarbeiter oder gar deren prozentuelle Aufteilung. Wenn Politiker so denken, dann fehlt ihnen das Hirn für Logik und den Qualitätsbegriff! Postenbesetzung nach Qualifikation und nicht nach Geschlecht!

Dschingis
01
14.10.2009, 20:39
Lieber Orf

die Einschaltquoten und die geforderte Frauenquote sind grundverschieden.

um Erstere wieder in die Höhe zu treiben wäre ein Gesetz von Vorteil, das den geneigten Fernsehkonsumenten dazu verpflichtet ihr Programm zu sehen.

Die Sinnhaftigkeit wäre dem jetzigen Beschluss in etwa angemessen.

Hadik1
01
14.10.2009, 18:29
Qualität hat kein Geschlecht

Noch ein Proporz? - Als ob der bestehende, politische nicht schon auf die Qualität drückte!

fischer heimo
00
14.10.2009, 20:02

naja, wenn man die ZIB2 ansagn moechte, reicht es schon bei einem (ex)Minister gefuegig zu sein ...

Karl der Käfer
42
14.10.2009, 18:07
selten so gelacht

hihihi: Die Frauenquote "entspricht unserer gelebten Praxis", sagt ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz: "Wir versuchen seit meinem Amtsantritt bei gleicher Qualifikation immer die Frau zu bevorzugen."

Super-Alex, nicht immer nur probieren, trau dich!

(letzten Besetzungen: ZIB-Wirtschaftschef = ein Mann, neuer Club 2-Chef = ein Mann, ... so wird es schwierig mit den 45 Prozent)

Hausverstandshasser
03
14.10.2009, 17:57
Werden jetzt Stellen nicht mehr geschlechtsneutral ausgeschrieben?

Oder sucht man jetzt z.B. eine_n Produktionsassistent_n (ist das jetzt die korrekte neue Schreibweise?) und man selektiert danach nur weibliche Bewerber um die Quote zu erfüllen?

Wäre das nicht Diskriminierung?

Fragen über Fragen für deren Beantwortung ich dankbar wäre.

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