Unterm Messer

13. Oktober 2009, 19:25
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Der Sektor Schönheitschirurgie wächst jährlich

Ehre, wem Ehre gebührt: Bei der Wahl zur "Miss Plastic Hungary" in Budapest wurden nicht nur die Gewinnerinnen geehrt, auch deren Chirurgen bekamen Preise. Zur Teilnahme zugelassen waren nur Damen ab 18, die nachweislich an sich herumschnipseln haben lassen. Botox und Collagen machen das Kraut nicht fett, für die Qualifikation musste schon ordentlich Blut geflossen sein. Über strittige Fälle - Laser oder Säureeingriffe - entschied eine Kommission.

Wie viel weggenommen und wie viel hinzugefügt werden muss, um körperliche "Harmonie herzustellen" (ein Chirurg), ist bekanntlich eine Tochter der Zeit. Die Wahrheit ist, dass trotz Krise und Einsparungen im Gesundheitswesen in Ungarn der Sektor Schönheitschirurgie jährlich wächst: "Endlich", seufzt einer der Juroren, "ist es den ungarischen Frauen nicht mehr egal, wie sie aussehen."

Den iranischen übrigens schon lange nicht, auch wenn sie sich aus einsichtigen Gründen aufs Gesicht konzentrieren: "Nose Job Capital of the World" ist und bleibt Teheran. Und vermehrt legen auch iranische Männer ihren Pfrnak unters Messer. Was doch irgendwie tröstlich ist. (guha, DER STANDARD Printausgabe, 14.10.2009)

 

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