Warten auf Comet

13. Oktober 2009, 19:18
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Insgesamt acht Anwärter hoffen auf Förderung durch das Kompetenzzentrenprogramm

Der 28. und 29. Oktober ist im Kalender einiger österreichischer Forscher mit einem dicken Stift angestrichen. An diesen Tagen wird entschieden, welche Antragsteller in der zweiten Runde des Kompetenzzentrenprogramms Comet den Zuschlag für eine K2- oder für eine K1-Förderung erhalten.

Seit einigen Wochen wird über die drei K2- und fünf K1-Kandidaten spekuliert, deren Vollanträge durch ein Peer-Review-Verfahren geprüft werden. Offiziell ist nur, dass zwei Zentren zu K2-Ehren (international sichtbare Forschungszentren) kommen. Den K1-Endrundenteilnehmern wurde dem Vernehmen nach vermittelt: Gefördert werden wirklich exzellente Projekte. Wie viele das sind, werde man sehen. Da sieben eingeladen wurden, einen K1-Vollantrag zu stellen, was nur fünf in Anspruch nahmen, könnte es zu folgendem Szenario kommen: Eines der K2-Zentren wird zurückgestuft, und alle fünf K1-Anwärter erhalten den Zuschlag.

Es könnte nämlich genug Kapazitäten für alle geben - zumal nicht alle Fördergelder, die mit Mitteln der Länder und der Konsortialpartner aufgestockt werden, abgeholt worden sein dürften, wie ein Beobachter meint. Für alle Programmlinien der zweiten Comet-Ausschreibungsrunde stehen nun insgesamt 125 Millionen Euro zur Verfügung, heißt es in der FFG, die das Programm im Auftrag von Wirtschafts- und Verkehrsministerium abwickelt.

Die K2- und K1-Bewerber im Detail:

Biotechnologie: Im Rennen für ein K2-Zentrum sind Wiener und Grazer Forscher, die ein Spitzenforschungsinstitut namens "Austrian Center of Industrial Biotechnology" (ACIB) gründen wollen. Gemeinsam mit heimischen und internationalen Wissenschaftspartnern und Unternehmen sollen effizientere Verfahren entwickelt werden, um aus biologischen Organismen wie Bakterien, Hefe, Pilzen und Enzymen neue Bio-Pharmazeutika und Bio-Kunststoffe herzustellen.

Klimawandel: Das Konsortium "AlpS - Center for Climate Change Adaption" will sich in einem K2-Zentrum mit Hauptstandort in Innsbruck zusammen mit 112 wirtschaftlichen und 53 wissenschaftlichen Partnern der interdisziplinären Erforschung des Klimawandels widmen und Strategien dagegen erarbeiten.

Oberflächenforschung: Tribologie, also Reibung, Schmierung und Verschleiß von Materialien und Oberflächen, wollen die niederösterreichischen K2-Kandidaten des derzeitigen Kplus-Zentrums AC2T erforschen. Im geplanten "XTribology - European Center of Tribology" sollen neue Werk- und Schmierstoffe entwickelt werden, um Materialeinsatz und Energiebedarf zu reduzieren.

IT-Sicherheit: Für ein K1-Zentrum am Start ist "Secure Business Austria" (SBA), das mit Standorten in Wien und Graz weiter Fragen der organisatorischen und technischen Sicherheit von IT-Systemen bearbeiten will.

Visual Computing: Das Wiener "VRViS" (Zentrum für Visual Reality und Visualisierung Forschungs-GmbH) will auch im Rahmen eines K1-Zentrums wirtschaftsnahe Visual-Computing-Forschung betreiben.

Medizintechnik: Das niederösterreichische IMA (Integrated Microsystems Austria) hat gemeinsam mit der oberösterreichischen Produktionsforschungsfirma Profactor einen K1-Antrag für "ACMIT" (Austrian Center for Medical Innovation and Technology) eingereicht, das auf dem Gebiet der Medizintechnik forschen soll.

Kunststofftechnik: Den Status eines K1-Kompetenzzentrum strebt auch das steirische "Polymer Competence Center Leoben" (PCCL) an, das auf die Entwicklung von Kunststoff- und Polymertechnologien spezialisiert ist.

Autoelektronik: Aus Kärnten kommt der K1-Antrag von "KAI - Kompetenzzentrum für Automobil- und Industrieelektronik", das insbesondere im Bereich der Hochtemperaturelektronik tätig ist.

Auch die dritte Ausschreibungsrunde der sogenannten K-Projekte, des kleinsten Comet-Programms, ist schon im Gange: Derzeit werden die 25 eingereichten Projekte evaluiert. Im Februar steht dann schon die nächste Comet-Entscheidung an. (Peter Illetschko und Karin Krichmayr/DER STANDARD, Printausgabe, 14.10.2009)

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