Digital ist überall

13. Oktober 2009, 19:10
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"Intelligente Ökosysteme" im Mittelpunkt einer Tagung in Wien

"Neben Schiene, Straße und Energie sind IKT, Informations- und Kommunikationstechnologien, längst zu einem der wichtigsten Infrastrukturbereiche geworden", stellte Harald Himmer, Generaldirektor des Telekommunikations- und Netzwerkausrüsters Alcatel-Lucent AG, vergangenen Montag anlässlich der Tagung "Pathways to a Digital Future" in Wien fest.

Das Forschungszentrum Telekommunikation Wien, FTW, hatte, anlässlich seines zehnjährigen Bestehens und in Kooperation mit der Industriellenvereinigung (IV) Vertreter aus Industrie und Wissenschaft geladen, um über die Weiterentwicklung ebenjener Infrastruktur und letztlich die digitale Zukunft des Landes zu diskutieren. "Unser Forschungsfokus ist immer die Kommunikationstechnologie", sagte FTW-CEO und -Geschäftsführer Wolrad Rommel vorab im Gespräch mit dem Standard. Er sieht die digitale Zukunft in "intelligenten Ökosystemen" für Wirtschaft und Gesellschaft, wo alles miteinander vernetzt sei.

"Voraussetzung dafür ist die IKT", erklärte Rommel, "sie verbindet Kommunikation, Lebensumfeld, Energie, Mobilität und Gesundheit zu neuen Lebens- und Wirtschaftsräumen mit starken Wachstumsimpulsen aufgrund neuer Wertschöpfungsketten." So brauche man etwa für die Umstellung des Energiesystems auf erneuerbare Energien, intelligente Netze - Smart Grids - die nur mit entsprechenden IKT funktionieren könnten.

Sichere Mobilität

In Zusammenhang mit intelligenten Ökosystemen entwirft Rommel ein Szenario von Mobilität, die auf der Weiterentwicklung von Verkehr und Transport zu intelligenten Ökosystemen und verkehrstelematischer Innovationen basiert: "Stellen Sie sich vor, sie bräuchten kein Fahrzeug mehr selbst zu steuern. Wenn Sie ein Auto benötigen, steht es vor der Tür. Sie können während der Fahrt arbeiten und sind pünktlich am Zielort, ohne dass Sie sich mit anderen Verkehrsteilnehmern herumschlagen müssen."

Die langfristige Vision sei die Verwirklichung "einer energieeffizienten, bedarfsgerechten und sicheren Mobilität mit automatischem Fahren auf Straße und Schiene." Das FTW erforscht und entwickelt gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft das in IKT steckende Potenzial zur Verbesserung der Verkehrssicherheit auf der Straße.

"Die Integration von Kommunikationsnetzwerken in Verkehrssysteme versorgt Verkehrsteilnehmer, Fahrzeuge und Infrastrukturbetreiber in Echtzeit mit Informationen über Straßenzustände, Verkehrsdichte, Fahrverhalten oder Unfälle, sodass alle sicher und ohne Zeitverzögerungen ihr gewünschtes Ziel erreichen", sagte Rommel.

Bei der Entwicklung und dem weltweiten Aufbau intelligenter Ökosysteme habe Österreich eine gute Ausgangssituation für Vorsprünge in Technologie und Forschung - diese Ansicht des FTW-Chefs teilten auch die anwesenden Industriepartner. Dennoch forderte Peter Koren, Vizegeneralsekretär der IV, unter anderem eine zügige Ausarbeitung der Forschungs-, Technologie- und Innovationsstrategie von der Bundesregierung und eine Erhöhung der Forschungsprämie von derzeit acht auf zwölf Prozent.

Hannes Ametsreiter, Vorstandsvorsitzender der Telekom Austria, erläuterte, dass die Infrastruktur eine Grundvoraussetzung für Innovation sei - Stichwort Datenbeschleunigung durch Ausbau des Glasfasernetzes. "Vielleicht kommt das nächste Google aus Österreich", meinte er und betonte, dass "erfolgreiche Produktentwicklungen nur durch kontinuierliche Forschung stattfindet". (Markus Böhm/DER STANDARD, Printausgabe, 14.10.2009)

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    Basis schneller Netze: Glasfasern.

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