Das Song-Spiel vom großen Glück

13. Oktober 2009, 18:50
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"Geld macht glücklich" in den Kammerspielen des Linzer Landestheaters

Über Bänker darf seit längerem wieder gelacht werden. Man kann gar nicht anders, so wie Sandy Lopièic sie auf die Bühne der Kammerspiele schickt: In mausgrauen Gewändern, und jeder hat sein eigenes Liedchen auf den Lippen. Da wäre einmal das scheue Schalterwesen Gisela (Nicola Gerbel), das sich als recht emotionale Soulgranate entpuppt.

An Schüchternheit fehlt es zunächst auch dem Nerd Harald (Patrick Löffler) nicht, der Radioheads Creep als zerbrechliches Auftrittslied intoniert. Selbstbewusst hingegen die penible Kollegin Stefanie (Julia Ribbeck), die sich nur einem Ziel verschrieben hat: den Chef angeln, denn Geld macht glücklich. Sehnsucht da, Verbissenheit dort, das alles packt Lopièic in ein temporeiches und witziges Song-Spiel, "Geld macht glücklich", dessen inhaltliches Gerüst ausschließlich aus textlich adaptierten Liedern besteht - von Lou Reed bis Wolfgang Ambros, von Peter Fox bis zum serbischen Volkslied. Erzählt wird die Geschichte des verzweifelten Automechanikers Oggi Prkljenèic, der das Glück via Banküberfall sucht. Gefunden wird dann aber allenthalben eine gehörige Portion Lebenslust, die ganz ohne schnöden Mammon auskommt. Großer Premierenjubel für einen höchst vergnüglichen Abend. (wo/DER STANDARD, Printausgabe, 14. 10. 2009)

>> Landestheater 4020 Linz, Kammerspiele, Promenade 39, 0800/21 80 00, 19.30

  • "Geld macht glücklich" - ein gesungener Banküberfall mit Klaus Köhler,
Ljubisa Lupo Grujèic, Julia Ribbeck und Nicola Gerbel (v. li.).
    foto: artner

    "Geld macht glücklich" - ein gesungener Banküberfall mit Klaus Köhler, Ljubisa Lupo Grujèic, Julia Ribbeck und Nicola Gerbel (v. li.).

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