Luftfahrt experimentiert mit alternativen Treibstoffen

13. Oktober 2009, 17:22
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Branche will Abhängigkeit vom Öl verringern - Airbus hält Anteil von 25 Prozent bis 2025 für möglich

Frankfurt/Main - Die Luftfahrtbranche versucht mittelfristig auf alternative Treibstoffe umsteigen. Ziel ist die Unabhängigkeit von Öl. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) plant derzeit gemeinsam mit vier Partnern eine Untersuchung, wie aus Erdgas gewonnene Treibstoffe künftig im großen Maßstab Verkehrsflugzeuge antreiben können. Ein entsprechender Vertrag wurde am Dienstag in Doha unterzeichnet.

Synthetischer Treibstoff

Ein Airbus A340 der Qatar Airways, dessen Tanks zur Hälfte mit synthetischen Treibstoff befüllt waren, flog laut DLR am Montag von London nach Katar. Es sei der erste reguläre Linienflug mit so einer Mischung gewesen, hieß es. Die Weiterentwicklung von GTL (Gas to Liquid) schlage eine Brücke zu einer neuen Generation von Biokraftstoffen, erklärte der Direktor des DLR-Instituts für Verbrennungstechnik, Manfred Aigner.

Auch mit diesen wird bereits experimentiert. Eine B747 der Air New Zealand absolvierte im vergangenen September einen Testflug, deren vier Triebwerke mit einer Mischung aus herkömmlichen Kerosin und Öl aus nachhaltig angebauten Jatropha-Pflanzen angetrieben wurden. Ein Ergebnis: Der Einsatz dieses Gemischs würde den Verbrauch auf einem Interkont-Flug über 11.000 Kilometer um 1,2 Prozent oder rund 1,4 Tonnen Treibstoff reduzieren, teilte Air New Zealand im Juni mit.

Ab 2012 in kommerziellen Mengen

Das DLR untersucht in den nächsten drei Jahren gemeinsam mit Shell, dem Technologiezentrum Qatar Science & Technology Park, der dortigen Texas A&M University und dem Triebwerkshersteller Rolls Royce zunächst einmal den optimalen Einsatz von GTL. In Katar soll der Treibstoff den Angaben zufolge ab 2012 bereits in kommerziellen Mengen von einer Million Tonne pro Jahr hergestellt werden. Der Flugverkehr könne dank der so gewonnen Unabhängigkeit vom Öl weiter wachsen, sagte Aigner. Zugleich rücke der Einsatz von BTL (Biogas to Liquid)-Treibstoffen in greifbare Nähe.

Das Potenzial für alternative Treibstoffe ist gewaltig. Airbus hält es für möglich, dass der Anteil im Jahr 2025 schon ein Viertel der Gesamtmenge betragen könnte. Eine Zusammenarbeit des europäischen Flugzeugbauers mit dem Zulieferer Honeywell, dem Triebwerkhersteller International Aero Engines und JetBlue zur Entwicklung von Treibstoffen aus Algen liegt einem Airbus-Sprecher zufolge aber derzeit auf Eis, da es einen nachhaltig gewonnenen Biokraftstoff derzeit nicht in ausreichenden Mengen gibt. Die Lufthansa hat sich zum Ziel gesetzt, 2020 einen Anteil von 5 bis 10 Prozent Beimischung zum Kerosin zu erreichen. (red/APA/AP)

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    Die Experten sind hinsichtlich alternativer Kraftstoffe optimistisch: Airbus hält es für möglich, dass der Anteil im Jahr 2025 schon ein Viertel der Gesamtmenge betragen könnte.

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