Fallbeispiel 2

Rezidivierender Infekt

08. Februar 2010 17:13
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    Foto: evemarie wolkenstein

    Zur Autorin: Evemarie Wolkenstein ist Ärztin für Allgemeinmedizin und Präsidentin des Vereins für komplementäre Präventionsmedizin.

    Institut Wolkenstein

Mit der Kälte im Winter steigt die Infektbereitschaft - Moxa und wärmende Lebensmittel helfen einem "schwachen" Immunsystem auf die Sprünge

Vor mir sitzt eine 34 jährige Frau und erzählt: „Seit meiner Kindheit leide ich ständig an grippalen Infekten, sobald es im Herbst kühler wird. Im Sommer geht es mir gut, außer ich bin dem kalten Luftzug einer Klimaanlage ausgesetzt." 

Nach einem Langstreckenflug, von dem die Patientin wenige Tage zuvor zurückgekehrt war, sieht sie sich erneut mit einer Erkältung konfrontiert, die wie vorangegangene Infekte nach demselben Schema abläuft. Aus anfänglich heftigen Niesanfällen entwickelt sich ein mehrtägiger Schnupfen, der in einer Bronchitis endet.

"Schwaches" Immunsystem

Anamnestisch zeigen sich in der Krankengeschichte der Frau noch folgende Auffälligkeiten: Die Patientin ist Allergikerin. Im Kindesalter litt sie in der Birkenpollen-Saison unter allergischem Asthma. Ihre Haut ist sehr empfindlich, reagiert häufig mit der Bildung von Ekzemen. Sie friert leicht, ist aber auch der Hitze eher abgetan. Außerdem fühlt sie sich oft müde und erschöpft. Die vorangegangene Urlaubsreise brachte nicht die erhoffte Erholung. Der Wunsch mit Hilfe der Akupunktur ihrem "schwachen" Immunsystem auf die Sprünge zu helfen, führte sie schließlich zu mir. 

Das Immunsystem ist ein sehr komplex funktionierendes System. Verschiedene Blutzellen und Botenstoffe, stehen in permanenter Wechselwirkung zueinander, kontrollieren und unterstützen sich gegenseitig. Ist das System intakt, dann wehrt es eindringende Bakterien, Viren oder andere Krankheitserreger problemlos ab, und bildet auch keine Antikörper gegen körpereigene Zellen. Ist das Immunsystem "schwach", dann wird es anfällig für Infekte oder überschießende Reaktionen (Allergien). 

Anders als die Schulmedizin, stellt die TCM nicht den Anspruch in die verschiedenen Mechanismen des Immunsystems einzugreifen. Sie bietet dem Körper nur die Unterstützung an, sich selbst in ein Gleichgewicht zu bringen. Darunter verstehen wir die Regulationstherapie.

Den Körper einheizen

Das Wort Akupunktur heißt auf chinesisch 针灸 zhenjiu und bedeutet Nadel stechen und Moxa anbrennen. Das Moxa-Kraut, ein fermentiertes Beifußgewächs, wirkt wärmend und wird an jenen Akupunktur Punkten angewendet, die Müdigkeit, Erschöpfung und Kältesymptome erzeugen. Neben dem Moxen empfehle ich meinen Patienten in der Umgebung niesender, hustender Menschen, beim ersten Anzeichen von Frösteln und unter dem Einfluss von Kälte und Wind prophylaktisch fünf Globuli von Aconitum D 30 einzunehmen. Aconitum besitzt eine wärmende Wirkung und hilft dem Körper die Kälte wieder loszuwerden, ohne dabei zu erkranken. Den Aufwand sich selbst aufzuheizen (Fieber) erspart sich der Organismus auf diese natürliche Weise. 

Warum aber frieren wir eigentlich? Zur Aufrechterhaltung sämtlicher Körperfunktionen ist eine bestimmte Betriebstemperatur unerlässlich. Die Energie dafür gewinnt der Mensch durch die Aufschlüsselung von Nahrung. Deshalb werden Nahrungsmittel auch mit dem Energiegehalt oder Brennwert beschrieben, den Kilokalorien oder Kilojoule. Die TCM spricht vom Qi (Energie) der Nahrung. Die Organe allein verbrauchen 60-70% dieser Energie bereits im Ruhezustand, bei Betätigung steigt der Bedarf. Deckt die Nahrung den Energieverbrauch nicht ab, kommt es zu einem Defizit, das durch Müdigkeit, Erschöpfung und Frieren spürbar wird.

Umstellung der Ernährung

Auf die Frage nach ihren Ernährungsgewohnheiten erzählt meine Patientin, dass ihr Frühstück aus Joghurt, Müsli und Früchten besteht, sie mittags „irgendein Weckerl" zu sich nimmt und abends keine Lust mehr zum Kochen verspürt. Salat, Rohkost oder Brote stehen um diese Zeit vorwiegend auf ihrem Speiseplan. 

In der chinesischen Medizin werden Nahrungsmittel in kühlende und wärmende eingeteilt. Abhängig davon viel Qi für den Verdauungsprozess gebraucht wird, erhält der Körper mehr beziehungsweise auch weniger Energie zurück, als er selbst aufwenden muss. Beim Verzehr von Rohkost entzieht die Verdauung dem Organismus besonders viel Qi. Es kommt zu einem Energiedefizit. Gleichzeitig wird nicht mehr ausreichend Wärme produziert, um der Kälte von Außen stand zu halten. Die Folge: Rezidivierende Infekte. 

Die Neigung zu verschiedenen Allergien erklärt sich bei meiner Patienten durch die jahrelange Einnahme sogenannter Magensäureblocker. Diese Medikamente bewirken eine unvollständige Verdauung verschiedener Nahrungsmittel und die schleichende Entwicklung von Nahrungsmittelintoleranzen. Hier schließt sich der Kreis der Beschwerden der jungen Frau. Die Umstellung ihrer Ernährung auf überwiegend wärmende Nahrungsmittel hat sie bislang nicht nur vor weiteren Infekten bewahrt sondern auch ihre gastrointestinalen Probleme verbessert. (Evemarie Wolkenstein, derStandard.at, 09.02.2010)

Zur Serie: TCM in zwölf Fällen

Evemarie Wolkenstein erklärt wie traditionell chinesische Medizin funktioniert. Die Allgemeinmedizinerin stellt Patientengeschichten aus Ihrer Praxis vor.

 

Kommentar posten
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Claudia Bückers
08.04.2010 13:28
Pseudowissenschaften?

Hört sich alles sehr seltsam an.
Hier paar Infos zu diversen Pseudowissenschaften:
http://medctr.de/index.php?page=sons

utarefson
01.03.2010 16:02
Wann kommt der Artikel TCM und die Behandlung der Frühjahrsmüdigkeit?

Bei dem Alter, und es wird ja immer hingewisen auf die alten Erkenntnisse, darf man wohl erwarten ,daß ein so selbstheilendes Leiden wie die Frühjahrsmüdigkeit entsprechend salbungsvoll, also ganzheitlich alternativ und komplementär durchbeworben wird.
Nach der Signaturenlehre sollten getrocknete Ameisen gut helfen, denn Amseisen sind ja emsig und rege und besonders aktiv im Frühjahr, daher helfen diese kleine Knuspertiere gegen Frühjahrsmüdigkeit. Die gute Natur zeigt uns ja ganz sicher, was, wie, wo und wann wirkt.
An diesem Erkenntnissen alten Medizin sollte kein Schulmediziner vorbeigehen. Devise: Mit alten Erkenntnissen neue Einnhamequellen erschließen!

utarefson
24.02.2010 19:50
Männliches Gegenstück zu Wokenstein im Standard gefunden!!!! Feng Shui Berater Erwin Brunnhuber

http://derstandard.at/126654126... Ingenieure

Raphael Hythlodeus
25.02.2010 11:11
die antonella mei-pochtler schreibt ihre kolumne in der wirtschaft ja nimmer. das war auch so eine quatschtante, halt mit neoliberalem dogma statt eso-dogma...

utarefson
24.02.2010 14:20
Ob die Wolkenstein auch Männerbeschwerden behandelt

Was wird die gute ärztliche Chinafee anstelle von V... empfehlen? Nashornraspel? Löwenei garniert? Zermahlene Trachtenknöpfe vom Goisererhirsch?
Shanghai Ausgabe vom Playboy für das Nachtkastel?
Oder vielleicht zur Stimulation abends saure Nierndln?
Panierte Goggerl vom Haushasen am passierten Stiehoden? Moxibustion der Lendenchackren? Akupunktur der Schwellkörper?

Caroline P.
 
24.02.2010 18:51
"Akupunktur der Schwellkörper"?????

Ja haben Sie denn gar kein Mitleid? :-)



Godesberg
24.02.2010 18:41

Sowas blenden die Befürworter der TCM ja leider immer aus. Da ist man eben selektiv...
"Diese Tiger-Sachen sind natürlich Aberglauben, aber der ganze Rest ist total logisch und wirksam!" Ach so...

Das erinnert an die Hamer-Anhänger, die den "Germanischen" Teil ihres Glaubens immer gerne ignorieren. "Da liegt Hamer falsch, aber ansonsten ist natürlich alles richtig!"

Oder auch die Freunde von Waldorfschulen, die angesichts der rassistischen Äußerungen Steiners gerne davon faseln, dass man das doch im geschichtlichen Kontext verstehen muss. Damals war halt jeder so...

Ob das wohl erscheint?

Raphael Hythlodeus
24.02.2010 17:32
tigerpenis, ist doch klar bei TCM!

Godesberg
24.02.2010 19:53

Schade, meine Links zum Tierverbrauch in der TCM kommen leider nicht durch...

Einfach mal "Tiger TCM" googlen.

utarefson
24.02.2010 18:20
Das ist für die Wiener Zuhälter zu teuer!

Godesberg
24.02.2010 18:28
Caroline P.
 
23.02.2010 18:03
Wollen wir unsere hellseherischen Fähigkeiten

nutzen und eine kleine Prognose wagen, wie der nächste Text aussehen wird?

Ich tippe in etwa auf Folgendes:

"Vor mir sitzt eine junge Frau Anfang dreißig. Sie wirkt erschöpft, ihre Gesichtsfarbe ist blass. Immer wieder hat sie in den letzten Jahren schlecht geschlafen, öfter mal gehustet und auch die eine oder andere Blähung hat sie heimgesucht. Auch saures Aufstoßen soll ab und an vorgekommen sein.

Wie der Eingeweihte weiß, spiegeln sich ungelöste emotionale Konflikte im Wurzelchakra bzw. dem Dünndarm respektive dem Herzmeridian - neben der Empfehlung, abends etwas leichter zu essen, mehr spazieren zu gehen und ausreichend heißen Tee zur Befeuchtung der Schleimheute zu trinken, konnte ich - Fortsetzung folgt...

Caroline P.
 
23.02.2010 19:10
...Schleimhäute, pardon

Caroline P.
 
23.02.2010 19:00
..."konnte ich der Patientin mit

bitte ankreuzen:
a) von mir höchstpersönlich ausgependelten Globuli gegen sowieso alles
b) aufmerksamem Zuhören und wohlwollendem Nicken
c) ausdrucksstarkem Vortragen bildhaft ausgeschmückter Medizinlegenden aus dem asiatischen Raum
so weit helfen, dass diese alsbald beglückt meine Praxis verließ und nicht mehr wiederkam.
Das ist Evidenz!!!

Godesberg
24.02.2010 08:47

zu a): wie wir in diesem Artikel lesen, pendelt die nicht mal aus, sondern gibt einfach Pauschalempfehlungen...

Godesberg
23.02.2010 17:55

Mich würde in einer der nächsten Episoden mal interessieren wie Frau Wolkenstein entscheidet, welche der vielen Methoden die sie anbietet für den Patienten die richtige ist. Oder ob Sie einfach nach und nach alle abarbeitet.

Ich frage mich auch warum für einen Homöopathen eine TCM-Arznei gut ist, ein pharmazeutisches Medikament aber böse.

Ich hab ja noch soviele Fragen, wie wäre es eigentlich mal mit einem Chat mit Frau Wolkenstein?

utarefson
23.02.2010 22:02
Alles will Frau Wolkenstein eher, als sich in eine schriftliche Diskussion einlassen!

Die Schriftform erzwingt nämlich, will es nicht wischi waschi werden, Sätze mit einem Subjekt, Objekt und einem Prädikat. Dieses ist schon ein Zuviel an Festlegung.

contains sugar
22.02.2010 19:13
ich freue mich schon auf den nächsten bericht!!

Godesberg
23.02.2010 17:49

Und ich freue mich schon auf den nächsten Verriss bei esowatch und in den anderen Blogs.

contains sugar
23.02.2010 18:40

dachte ich´s mir doch. du bist der mulitnicker.
und dass dir verreißen lieber ist als die wahrheit, ist bekannt.
warum postest du eigentlich nicht in österreich oder der krone? würde viel besser zu dir passen.

Godesberg
23.02.2010 23:29

Woraus schließen Sie dass ich mehrere Nicks habe?

Bei Ihnen wissen wir das. Sie sind als contains sugar und presonic unterwegs. Besonders peinlich wird das wenn Sie im genau gleichen Stil Selbstgespräche führen. Sie sollten sich bemühen Rollen zu spielen.

Mittlerweile habe ich den Verdacht dass Sie auch hinter den Nickfakes stecken. Sie posten um 18:40 und ein paar Minuten später ist der Nickfaker da, der vorher ne Woche geschwiegen hat. Sehr seltsam...

Raphael Hythlodeus
23.02.2010 14:18
das wissen hier eh alle, dass sie auf diesen eso-schas stehen.

contains sugar
23.02.2010 16:36
komischerweise hast du dich noch nie zu wort gemeldet zuvor.

oder vielleicht doch? unter einem anderen nickname?

Raphael Hythlodeus
23.02.2010 17:55
im übrigen sind diejenigen, die anderen vorwerfen mit vershciedenen usern zu posten meistens die, die selber mit zahlreichen nicks das forum verseuchen.

stimmts, frau presonic?

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