"Homo-Ehe" längst fällig

13. Oktober 2009, 14:34
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StandesbeamtInnen setzen sich für Eintragung von homosexuellen Partnerschaften in Österreich ein

Innsbruck - Als "lange schon fällig" hat die Präsidentin des Fachverbandes der österreichischen StandesbeamtInnen, Eleonore Bailer, die Umsetzung der Eintragung von homosexuellen Partnerschaften in Österreich bezeichnet. "Wir sind in der EU Schlusslicht", meinte sie am Dienstag anlässlich der dreitägigen 40. Bundesfachtagung in Tirol. Bereits als Deutschland im Jahr 2000 das Gesetz beschlossen hat, hätte Österreich aufspringen sollen.

Österreich sei eines der letzten Länder Westeuropas, das diese Möglichkeit nicht im Gesetzesrahmen verankert habe. "Im katholischen Spanien gibt es sogar die Ehe", erklärte die Fachverbands-Präsidentin. Bailer vermutete, dass die eingetragene Partnerschaft Homosexueller als neue Institution möglicherweise einer Ehe gleich kommen werde: "Sinn macht das nur, wenn man die gleichen Rechte und Pflichten hat."

Resonanz wird groß sein

Falls die eingetragene Partnerschaft Realität und diese auch auf den Standesämtern geschlossen werde können, rechneten sie und ihre BerufskollegInnen mit einer "großen Resonanz". "Ich stehe dem sehr positiv gegenüber", sagte Bailer. Lange könne es nicht mehr dauern, an dem Gesetz werde bereits gebastelt. Wie es allerdings in der Praxis ablaufen werde, könne man noch nicht sagen. Österreichs StandesbeamtInnen wollten auf den "Ernstfall" vorbereitet sein, weshalb sie sich im Zuge des Kongresses mit der Thematik beschäftigen würden.

Die Fachverbands-Präsidentin freue sich über die Einbindung der StandesbeamtInnen bei der Debatte. Schließlich seien sie die Vollzugspersonen und könnten Praxisvorschläge einbringen. Michael Stormann vom Justizministerium erarbeite als Leitender Staatsanwalt derzeit einen Gesetzesvorschlag, der der Bundesregierung vorgelegt werde.

Bis Donnerstag, 15. Oktober, findet die Fachtagung der Österreichischen Standesbeamten in Sölden im Ötztal statt. Zudem soll auch die Vereinfachung des Namensrechtes thematisiert werden. Rund 250 Standesbeamte werden auf künftige juristische Entwicklungen und ihre Auswirkung auf den Alltag von Herr und Frau Österreicher vorbereitet. (APA)

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