Kritik an Betreuung von HIV-Infizierten in Österreich

13. Oktober 2009, 14:22
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Nur Platz 16 im Ranking mit 29 Ländern - Gesetz verbietet Infizierten nach wie vor Zugang zu öffentlichen Plätzen

Wien/Brüssel - In Österreich gibt es mehr als 1.200 HIV-Patienten, die Zahl der HIV-Infizierten wird auf auf 12.000 bis 15.000 geschätzt. Kritik an der Betreuung von Menschen mit dem Virus in Österreich kam am Dienstag aus Brüssel. Dort präsentierte das "Health Consumer Powerhouse" ein Spezialranking ("Euro HIV Index") zu dem Thema. Demnach schaffte es Österreich lediglich auf Platz 16 von insgesamt 29 europäischen Ländern.

Österreich schaffte von 1.000 möglichen Punkten 704. Den ersten Platz erreichte Luxemburg mit 857 Punkten, gefolgt von Malta (791) und der Schweiz (775) auf den Plätzen.

Das mittelmäßige Ergebnis von Österreich erklärte das "Health Consumer Powerhouse" hauptsächlich durch die fehlenden Rechte und Integration von Menschen mit HIV. Österreich habe immer noch ein Gesetz, das besagt, dass Menschen mit infektiösen Krankheiten - HIV falle darunter - nicht auf öffentliche Plätze wie in ein Schwimmbad oder in die U-Bahn gehen dürfen. Ebenso gebe es Probleme beim Zugang zum Gesundheitssystem, wie es etwa bei illegalen Migranten der Fall sei.

Koordination fehlt

"In Österreich gibt es keine Körperschaft oder ein Programm, das HIV-Agenden generell koordiniert. So macht jeder Bereich, was er will", kritisierte Beatriz Cebolla, die Direktorin den Euro HIV Index. "Untersuchungen und Berichte unterliegen dem Gesundheitsministerium."

Während die Zahl der Infizierten in Europa steigt, sinken die Budgets der diversen Länder. Im Kampf gegen HIV/Aids gebe es aber noch viel zu tun, meinte das "Health Consumer Powerhouse". Die medizinische Versorgung und Bedingungen für Menschen mit HIV müssen unbedingt verbessert werden, um eine Verbreitung des Virus zu verhindern. Die Länder müssten den Umgang mit der Krankheit dringend überdenken und radikal verbessern.

Risikohaftes Verhalten beim Thema Sex sei wieder mehr im Kommen, so die Organisation. In vielen Ländern gebe es spezielle HIV-Gesetze, wonach Menschen, die unwissentlich und unabsichtlich andere mit dem Virus anstecken, gerichtlich verfolgt werden würden. Aber auch Maßnahmen gegen die Krankheit würden in Gefängnissen - speziell in Osteuropa - mehr schlecht als recht umgesetzt, so das "Health Consumer Powerhouse". Zudem wisse keine Regierung die wirkliche Zahl an HIV-Infektionen in ihrem Land. Diskriminierung und Stigma von Menschen mit dem Virus sei immer noch häufig, so die Organisation. (APA)

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