"Da muss man viel Glück haben"

13. Oktober 2009, 13:32
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"Und 90 Minuten nicht nachdenken, sondern marschieren", fordert der Teamchef, der in Paris auf einen Punktgewinn hofft - Alaba vor Kür zum jüngsten ÖFB-Teamspieler aller Zeiten

Paris - Für die österreichische Fußball-Nationalmannschaft geht es am Mittwoch (21.00 Uhr/live ORF1) im Stade de France um einen gelungenen Abschluss der WM-Qualifikation. Als Gegner wartet im zehnten und letzten Spiel der Gruppe 7 mit Frankreich der aktuelle Vize-Weltmeister, der den Pool nur als Zweiter beendete und deswegen im November in den Play-off-Partien um ein Ticket für Südafrika 2010 kämpfen muss.

Star-Pause

Im Hinblick auf die zwei entscheidenden Barrage-Partien dürfte Frankreichs Teamchef Raymond Domenech unter anderem die gelbgefährdeten Verteidiger William Gallas, Bacary Sagna oder Patrice Evra pausieren lassen. Auch Stars wie Thierry Henry oder Nicolas Anelka könnten geschont werden.

Als großen Vorteil will ÖFB-Teamchef Dietmar Constantini die Aussicht auf eine verstärkte französische B-Mannschaft aber nicht verstanden wissen. "Das ist egal, die haben so viele gute Spieler, dass das praktisch keinen Unterschied macht. Außerdem wissen wir ja nicht einmal, ob Frankreich wirklich mit einer B-Mannschaft spielt", betonte der Tiroler.

Mit welcher Aufstellung auch immer die "Bleus" antreten werden - laut Constantini wartet auf seine Schützlinge eine "absolute Top-Mannschaft. Gegen Rumänien zum Beispiel (Anm.: im vergangenen September) hat Frankreich daheim zwar nur 1:1 gespielt, hätte aber 7:0 gewinnen müssen."

"Ein Punkt ist immer das Ziel"

Es sei ein schwieriges Unterfangen, im möglicherweise ausverkauften Stade de France von St. Denis zu bestehen. "Da muss man viel Glück haben und 90 Minuten nicht nachdenken, sondern marschieren", forderte der Teamchef, der trotzdem auf einen Punktgewinn hofft. "Ein Punkt ist immer das Ziel, auch wenn man auswärts gegen Brasilien spielt."

Die Österreicher stehen schon vor der Partie fix als Gruppendritter fest, könnten also theoretisch befreit aufspielen. "Aber das kann auch gefährlich sein, wenn alle glauben, dass sie nach vorne sprinten müssen", warnte Constantini. Er erhoffe sich eine gute Leistung, "doch ob die Leistung gut war, wird im Endeffekt nach dem Ergebnis bewertet".

Änderungen

Der Nationaltrainer wird im Vergleich zum 2:1 am vergangenen Samstag in Innsbruck gegen Litauen wohl einige Änderungen vornehmen. Ekrem Dag dürfte anstelle des gesperrten Franz Schiemer rechts in der Viererkette beginnen, links wird wohl der wieder spielberechtigte Christian Fuchs für Andreas Ulmer an die Reihe kommen. Am linken Flügel könnte der genesene Jakob Jantscher seinen "Sturm-Graz-Zwilling" Daniel Beichler ersetzen, im zentralen Mittelfeld wird wohl Julian Baumgartlinger für Thomas Prager in die Mannschaft kommen, um die Defensive zu verstärken.

Vorerst auf der Bank Platz nehmen wird der am Sonntag nachnominierte David Alaba. Constantini wird den Mittelfeldspieler aller Voraussicht nach kurz vor Schluss einwechseln und wäre dann jener Teamchef, der von sich behaupten kann, den jüngsten Kicker aller Zeiten im ÖFB-Team debütieren zu lassen - Alaba ist am Mittwoch 17 Jahre, 3 Monate und 20 Tage alt.

Begründet wurde die Einberufung des in Wien geborenen Riesentalents vom ÖFB unter anderem damit, dass sich auch andere Nationalverbände für den Teenager interessieren. Alaba selbst hat nach eigenen Angaben aber noch nie diesbezügliche Angebote bekommen und sich auch noch keine Gedanken darüber gemacht, für ein anderes Nationalteam zu spielen. (APA)

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    Pehlivan, Alaba und Constantini beim Abschlusstraining in Paris.

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