Gesichtsschleier-Verbot an Schulen geplant

13. Oktober 2009, 12:49
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Bei Nichteinhaltung des Anti-Burka-Gesetzes drohen Geldstrafen bis zu 2.000 Euro

Rom - Die Regierung Berlusconi will Musliminnen verbieten, verschleiert in die Schule zu gehen. Die italienische Frauenministerin Mara Carfagna plant Eigenangaben zufolge ein Gesetz, demnach der Gesichtsschleier "Nikab", der ultrakonservativen Musliminnen das Gesicht mit Ausnahme der Augen verdeckt, sowie die Burka, die die ganze Figur umhüllt, aus den italienischen Schulen verbannt werden sollen.

"Burka und Nikab unterdrücken die Frauen und erschweren eine wahre Integration. Zu vielen in Italien lebenden Musliminnen werden fundamentale Rechte verweigert, wie die Bildung und die Möglichkeit, einer Arbeit nachzugehen", so die Ministerin.

Anti-Burka-Gesetz

Carfagna erklärte, sie unterstütze ein von der rechtskonservativen Regierungspartei Lega Nord dem Parlament eingebrachtes Anti-Burka-Gesetz. Damit soll es verboten werden, Kleidungsstücke zu tragen, die die Identifizierung einer Person verhindern, auch aus religiösen Gründen. Wer sich nicht an das Gesetz hält, müsste demnach mit Geldstrafen bis zu 2.000 Euro oder bis zu zwei Jahren Haft rechnen.

Die Opposition kritisierte den Gesetzentwurf, weil es viele in Italien lebenden muslimische Frauen zwingen würde, nicht mehr auf die Straße zu gehen und in ihrer Wohnung eingesperrt zu bleiben. Der Gesetzentwurf sei verfassungswidrig, weil er die religiöse Freiheit gefährde. (APA)

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    "Burka und Nikab unterdrücken die Frauen und erschweren eine wahre Integration", sagte die Frauenministerin.

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