"Mit Vorsicht genießen"

13. Oktober 2009, 16:27
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Kapitän warnt vor Leichtsinnigkeit gegen Frankreich - Teilnahme an EM 2012 keine "Muss-Ziel" - Prophet Kavlak: "Wird eine schöne Partie"

Paris - Auch wenn es ums Prestige und um Punkte für die FIFA-Weltrangliste geht - aufgrund der Ausgangsposition in der WM-Qualifikationsgruppe 7 hat der Auftritt des österreichischen Fußball-Nationalteams am Mittwoch (21.00 Uhr/live ORF1) im Stade de France gegen Frankreich besseren Testspiel-Charakter. Kapitän Paul Scharner warnt dennoch davor, die Partie gegen den regierenden Vize-Weltmeister auf die leichte Schulter zu nehmen.

"In Frankreich haben wir keine Drucksituation, aber das ist mit Vorsicht zu genießen. Mit der Austria war ich einmal acht Runden vor Schluss Meister und dann haben wir glaube ich die letzten sieben Spiele nicht gewonnen", erinnerte sich der Legionär von Wigan Athletic.

Gefahr des Leichtsinns

Die Möglichkeit, befreit aufspielen zu können, berge die Gefahr des Leichtsinns, so Scharner. Außerdem habe die ÖFB-Auswahl mit dem 2:1 am Samstag in Innsbruck gegen Litauen bewiesen, dass sie auch unter Druck zu positiven Ergebnissen fähig ist. "In diesem Match ist es zum ersten Mal in der WM-Qualifikation detailliert um etwas gegangen, um den dritten Platz. Das war zum ersten Mal eine richtige Drucksituation, und die haben wir gut gemeistert."

Nun wartet auf die Österreicher aber ein ganz anderes Kaliber. "Die Voraussetzungen sind mit dem Litauen-Spiel nicht zu vergleichen. Gegen so ein Star-Ensemble muss man einen Top-Tag erwischen. Die Franzosen haben einen großen Stamm von Klassespielern", betonte der Niederösterreicher.

WM 2014 Scharners Vision

Für die ÖFB-Auswahl bedeutet das Kräftemessen mit dem Weltmeister von 1998 laut Scharner eine weitere Etappe im Lernprozess. "Das Match ist ein Schritt zu mehr Erfahrung. Wir sind mit der Entwicklungsphase noch lange nicht am Ende. Meiner Meinung nach befinden wir uns noch immer im ersten Viertel, ich kann auch nicht sagen, wie lange es noch dauert, deswegen spreche ich auch von der WM 2014 als meiner persönlichen Vision."

Selbst von der im Herbst 2010 beginnenden EM-Qualifikation dürfe man sich nicht zu viel erwarten. "Wir haben Achtungserfolge geschafft. Darauf kann man aufbauen, aber mehr nicht. Der dritte Platz in unserer Gruppe spiegelt unsere derzeitige Stärke wieder", vermutete der 29-Jährige und betonte: Für mich steht immer die Entwicklung an erster Stelle. Ob man sich für EM qualifiziert, wird man sehen. Wir sind noch nicht in der Situation, in der man eine absolute Muss-Zielsetzung hat, dass man 2012 dabei ist."

"Das wird eine schöne Partie. Wir müssen uns etwas zutrauen und schauen, dass wir mithalten können", forderte der Rapidler Veli Kavlak, der seine gute Form am Mittwoch gegen Frankreich unter Beweis stellen möchte. Binnen weniger Wochen hat Kavlak den Weg zurück auf die große Fußball-Bühne geschafft. Noch im August war der 20-Jährige verletzungsbedingt zur Untätigkeit gezwungen, nach wiedergewonnener Fitness und auch dank der Blessur von Christopher Trimmel kämpfte sich der Mittelfeldspieler aber wieder in die Rapid-Stammformation und schaffte dadurch auch ein Comeback im Nationalteam. Den Offensivspieler lässt die Kulisse von möglicherweise rund 80.000 Zuschauern kalt. "Uns erwartet eine gute Atmosphäre, aber das bin ich schon von der Europa League her gewohnt."  (APA/red)

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    Scharner (li) erinnert sich: "Mit der Austria war ich einmal acht Runden vor Schluss Meister und dann haben wir glaube ich die letzten sieben Spiele nicht gewonnen."

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