Uni-Lehrgang

Imame lernen "österreichische Werte"

15. Oktober 2009, 06:58
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    foto: derstandard.at/sterkl

    Im Hauptberuf Student, im Nebenberuf Imam: Kenan Čorbić

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    Will sich für Arbeit mit Kindern an der Uni schulen lassen: Tuba Batalar

Ende November startet der Lehrgang "Muslime in Europa" an der Uni Wien - 60 Anmeldungen für 30 Plätze

"Jetzt kann niemand mehr sagen, dass sich Imame nicht integrieren wollen", glaubt Ednan Aslan. Der Leiter des Uni-Lehrgangs "Muslime in Europa" ist selbst überrascht, wie viele Imame und muslimische SeelsorgerInnen sich für den Studiengang interessieren: 61 Anmeldungen gab es, "ich hätte mit höchstens zwanzig gerechnet", sagt Aslan.

Auch Christentum wird gelehrt

Es ist die erste maßgeschneiderte Uni-Weiterbildung für Imame in Österreich, die am 20. November an der Uni Wien starten wird. Ziel ist nicht die theologische Ausbildung der Prediger, sondern eine Schulung in "österreichischen Strukturen und den Grundwerten der Gesellschaft". Menschenrechte, die Trennung von Kirche und Staat und die Gleichstellung von Frau und Mann seien wichtige Aspekte der Schulung. Auch katholische und evangelische Glaubenslehre sind Teil des Curriculums: "Es ist wichtig für Imame, den Glauben der Mehrheit zu kennen", erklärt Aslan. Ziel des Lehrgangs sei auch, Ängste zu entkräften: "Viele Imame befürchten, die Mehrheitsgesellschaft wolle sie über Nacht säkularisieren."

Deutsches Sprachtraining

30 Plätze stehen zur Verfügung. Teilnehmen können nur jene, die bereits eine Ausbildung zum Imam oder zum/zur SeelsorgerIn abgeschlossen haben. Eine geregelte Ausbildung zum Imam gibt es in Österreich nicht, somit kommt der überwiegende Teil der Imame aus dem Ausland. Entsprechend schlecht sind die Deutschkenntnisse vieler Prediger. Zum Lehrgang werden zwar ohnehin nur jene zugelassen, die zumindest in der Mittelstufe der deutschen Sprache geprüft sind, doch steht den Teilnehmenden ein begleitendes Sprachtraining offen, "falls die Prüfung schon länger zurück liegt", so Aslan.

"Oberlehrer nicht willkommen"

Bevorzugt werden Imame mit einem Uni-Abschluss in Islamischer Theologie, doch werden über eine Sonderregelung auch SeelsorgerInnen ohne akademischen Titel zum Lehrgang zugelassen. "Es gibt viele Imame ohne akademischen Abschluss", erklärt Aslan, "es ist in unserem Interesse, auch sie zu gewinnen". Dezidiert "nicht willkommen" seien jedoch "Oberlehrer, die Europa missionieren wollen und erklären, was in Österreich alles falsch läuft", sagt Aslan.

"Für die Rechte der Imame"

Auch Kenan Čorbić hat keinen Uni-Abschluss. Der Bosnier kam mit einem Studienvisum nach Wien, nun studiert er Islamische Religionspädagogik, verdingt sich nebenbei als Imam in Mistelbach, und bewarb sich auch für den Imame-Lehrgang. "Ich will etwas in die richtige Richtung bewegen", beschreibt er seine Motivation. "Ich will, dass sich der Islam nach außen öffnet." Zudem möchte er etwas "für die Rechte der Imame" tun: "Du kannst seit zwanzig Jahren Imam in Österreich sein, aber musst trotzdem jedes Jahr Angst um dein Visum haben. Wie soll man sich da je zuhause fühlen?", fragt Čorbić.

Zur Erklärung: Zugewanderte Imame haben in Österreich einen eigenen Aufenthaltsstatus, der von ihrer Tätigkeit als Prediger abhängt. "Wer bei der eigenen Gemeinde in Ungnade gerät, verliert nicht nur seinen Job, sondern seine ganze Familie verliert die Zukunft in Österreich. Das ist absolut integrationsfeindlich", kritisiert auch Aslan. Er wünscht sich vom Innenministerium eine Anerkennung zumindest für die AbsolventInnen des Lehrgangs - in Form einer berufsunabhängigen Niederlassungsberechtigung.

Kinder stellen "viele Fragen"

Tuba Baltalar studiert Bildungswissenschaft und Betriebswirtschaft, ihre Wochenenden verbringt sie damit, Kindern in einer Wiener Moschee "zu zeigen, wie man gut lebt". Da die Kinder "viele Fragen stellen", die sie nicht immer beantworten kann, lässt auch sie sich universitär schulen. Auch nach dem Uni-Abschluss will sie Kinder-Seelsorgerin bleiben. Dass sie als Frau in keiner Moschee predigen darf, stört sie nicht: "Ich habe kein Interesse und kein Talent dafür." Aslan sieht die Öffnung für weibliche Imame nur als Frage der Zeit: "Das Judentum ist uns mit den Rabbinerinnen da einen Schritt voraus. Aber der Islam ist ja auch jünger."

Der Lehrgang hat zwar noch nicht begonnen. Einen konkreten Vorsatz hat Kenan Čorbić jedoch schon, was die Zeit nach dem Abschluss betrifft. Zurzeit predigt er auf Bosnisch. "Später will ich es auch auf Deutsch tun." (Maria Sterkl, derStandard.at, 15.10.2009)

Info

Der Lehrgang "Muslime in Europa" wird vom Postgraduate Center der Uni Wien als Pilotprojekt angeboten und wird von vier Ministerien sowie der Stadt Wien finanziell unterstützt. Die zweisemestrige Weiterbildung kostet 300 Euro, sie wird berufsbegleitend geführt und schließt ohne akademischen Titel ab.

Link

Uni-Lehrgang Muslime in Europa

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Gilgamesh
02
2.12.2009, 13:51

Das ist auch der richtige Weg, Integration und nicht selbst abgrenzen...

Endlich mal wieder ein Lebenszeichen der normalen Moslems....

hotzenplotz1001
00
6.12.2009, 15:36
Es gibt viele Lebenszeichen der „normalen“ Moslems, auch wenn Sie sie noch nicht registriert haben sollten.

Im Exil
00
30.11.2009, 18:56
schweinsbraten und weisser g'spritzter?

oder was für werte sind da gemeint?

black jack
01
2.12.2009, 11:11

die Ideen der Aufklärung, die Säkularisierung der Gesellschaft, die Menschenrechte, demokratische Grundstrukturen.

Also alles Dinge, wo wir Österreicher und unsere Altvorderen die großen Vorreiter waren. Oder ist bislang unbekannt, dass Montesquieu eine Tante hatte, die eine österreichische Zofe beschäftigte und Benjamin Franklin einen Stiefelknecht, dessen Mutter das uneheliche Kind eines Österreichers war.

Tronje
41
25.10.2009, 14:03

Unglaublich wieviele in der westlichen Welt mit dem Begriff Scharia nur Gewalt assozieren.

Die dritte Seite der Medaille
03
6.12.2009, 22:29

Das ist ein extrem gewalttätiges Rechtssystem, dass noch dazu zwischen Mann und Frau massivst unterscheidet. Das geht in einem aufgeklärtem Land einfach nicht.

Da brauchen Sie gar nichts umdefinieren, das ist schon recht eindeutig.

33O1
06
1.12.2009, 21:19

ja , seltsam
viele bringen auch den nationalsozialismus mit dem holocaust in verbindung .

Speedle
04
13.11.2009, 22:48

Es im Prinzip gleichgültig ob die Scharia mit Gewalt assoziert wird oder nicht, solange sich die Scharia dem in Österreich herrschenden Rechtssystem unterordnet.

jo eh
02
25.10.2009, 16:49

unglaublich?

ich assoziere damit ein rechtssystem, dass frauen (nicht nur) in fragen des ehe-, familien-, scheidungs- und erbrechts erwiesenermaßen massiv benachteiligt.

Tronje
40
25.10.2009, 17:15

Und ich kann Ihnen beweisen, dass das System Frauen bevorzugt.
Sie haben nur keine Ahnung und geben nur das wider, was andere beaubten.

33O1
03
1.12.2009, 21:30

die scharia bevorzugt frauen :-)))))

absurder kann es unmöglich werden

ach ja ,und in der scharia gilt das wort eines mannes nur halb soviel als das der frau , oder so ähnlich

Güle, güle Hojaç Bey!
 
02
10.11.2009, 22:42
Und ich kann Ihnen beweisen, dass das System Frauen bevorzugt.

1) stimmt das im Kern nicht.
2) und wenn, dann wäre es "positive Diskriminierung" die am Ende zur Benachteiligung führt.

Nochmals zu 1)
Die Bevorzugung liegt -wenn überhaupt- in Dingen an denen orth. islam. Männer kein vitales Interesse haben. Sozusagen hingeworfener Hundekuchen.
Wer will als solcher schon mit einem Haufen Brautschmuck an den Händen und Füßen herumlaufen?

jo eh
02
25.10.2009, 17:41

2. versuch (1. antwort anscheinend von tante zänzi geblockt)

das ist definitv falsch was sie verbreiten. bevormundung ist keine bevorzugung. frauen werden -zu ihrem "schutz" (zynischer euphemismus!)- krass diskriminiert. die sch.ria kennt keine egalität der geschlechter.

erzählens also ihre märchen der lieben sheherazade

naGeh
04
22.10.2009, 20:32
"Viele Imame befürchten, die Mehrheitsgesellschaft wolle sie über Nacht säkularisieren."

Darin liegt das große Missverständnis:

Imame sind in dieser Mehrheitsgesellschaft säkularisiert!

Bitte vor allem das klar machen, Religion ist bei uns reines Privatvergnügen.

Zahnschmelz
24
22.10.2009, 20:03
Hallo aufwachen!

Da bemühen sich also tatsächlich islamische Meinungsbildner, einen Schritt in Richtung Integration zu gehen und hier finde ich trotzdem Null positive Rückmeldungen. Miefiges Österreich. Ich bin noch nie von Islamisten belästigt worden, noch sehe ich meine westlichen Wertvorstellungen durch jene bedroht.
Der Westen entwickelt sich in Richtung Orwell. Bürgerrechte werden systematisch eingeschränkt, überall Überwachungskameras installiert, Datenschutz ausgehölt, e-mails zum Schutz der Gesellschaft durchforstet und als neues Feindbild fressen wieder alle die Geschichte vom gefährlichen Islamisten. Kommt einem irgendwie bekannt vor. Das stimmt mich wirklich pessimistisch.

die Großmutter
00
6.12.2009, 15:00

die aufwändigen Kontrollen am Flughafen, da fühle ich mich schon von den Islamisten belästigt.

jo eh
112
18.10.2009, 19:51

das ist die bewährte taktik der isl-misten. immer ein bisschen mehr fordern. etappenweise gewöhnen sich die "dekadenten westler", die verlernt haben, für ihre humanistischen werte einzutreten, schon daran.
opfer sind in erster linie die msl. frauen und moderaten m.slime.
“On this day we will call for a complete upheaval of the British ruling system its members and legislature, and demand the full implementation of Shari’ah in Britain.”

alice schwarzer hat diese rechts-reaktionären tendenzen, die sich innerhalb dieser gruppe in europa seit einiger zeit zunehmend mehr gehör verschaffen, treffend charakterisiert.

Güle, güle Hojaç Bey!
 
02
22.10.2009, 23:33
demand the full implementation of Shari’ah in Britain

Mag sein. Wird sich aber nicht durchsetzen, wie keine einzige der kulturellen Änderungen die orth. Muslime anstreben, weltweit oder großräumig verbindlich werden.
Warum nicht?
Zeit und Geschwindigkeit sind die Geheimnisse.
Während jene ihre Sharia propagieren, bleiben wir in unseren eigenen Entwicklungen nicht stehen. Bis die Sharia endlich kommt, sind wir evolutionär so rasch fortgeschritten, dass die orth. isl. Entwicklung weit abgeschlagen hinten bleibt.
Die westl. technologisch-digitale Infromationskultur ist schneller und sprunghafter als alles in den isl. Kulturräumen. Das Wesen orient. Entwicklungen ist die langsame stetige Entfaltung, die westl. Kulturdynamik ist der plötzliche, revolutionäre Quantensprung.
Da gibts kein Mithalten.

die Großmutter
00
6.12.2009, 15:01

ja, das glaube ich auch.

jo eh
00
24.10.2009, 21:34

ihr talent für science fiction in ehren, aber sind sie sich eigentlich bewusst, was sie schreiben?

"Bis die Sharia endlich kommt, sind wir evolutionär so rasch fortgeschritten, dass die orth. isl. Entwicklung weit abgeschlagen hinten bleibt."


zu ihrem letzten absatz:
leider beobachtet man zur zeit eine "langsame stetige entfaltung" des isl.mismus.
ausgehend vom revolutionären quantensprung der isl. revolution im ir.n.
scheinen also beide kulturdynamiken im "orient" in erscheinung zu treten.

ps: ist ihr öztürk gar ein verkannter autor des fantasy-genre?

Gendo
06
20.10.2009, 14:04

Wer aus der Geschichte nicht lernt ist gezwungen sie zu wiederhohlen. Naja und wir hatten schon einmal ein Mittealter in Europa zumindest ich bin nicht scharf auf ein zweites!

die Großmutter
00
6.12.2009, 15:08

ja, auch die Christen wurden damals wegen ihrer Rückständigkeit nicht ernst genommen.

Sponge Bob
06
18.10.2009, 17:06
je besser man über den Feind (österreichische Christen) Bescheid weiss,

desto leichter wird der Kriege gegen die Ungläubigen zu gewinnen sein!

Güle, güle Hojaç Bey!
 
01
23.10.2009, 00:36
Als Streiter für westliche Werte...

...sind Sie aber ein schöner Rohrkrepierer!
Kein Bushido! würde ein Samurai zu Ihnen sagen!
Sorry, no offence.
MIt dieser ängstlichen Haltung ist kein Krieg zu gewinnen, da können Sie gleich mit voller Hose kapitulieren.

Wieviel wissen denn Sie über den "Feind" Bescheid?

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