Sind Sie ein Kandidat für Linux?

13. Oktober 2009, 12:56
170 Postings

Nicht jeder profitiert von einem Umstieg auf das kostenlose Betriebssystem - ZDnet leistet Hilfestellung

Linux hat ein paar offensichtliche Vorteile gegenüber proprietären Betriebssystemen wie Windows oder Mac. Das Open-Source-System ist kostenlos und gilt als relativ sicher und stabil. Profis schätzen darüber hinaus die Anpassbarkeit für spezifische Einsatzgebiete. Privatanwender konnten sich bislang allerdings noch kaum mit den so genannten Desktop-Distributionen des Betriebssystems anfreunden. Neben einer auf den ersten Blick etwas ungewohnten Benutzeroberfläche, dürfte vor allem der Schritt heraus aus der etablierten Windows-Welt schwer fallen. Bei vielen Anwendern ist die Furcht vor dem Umstieg aber unbegründet. Das Branchenmagazin ZDnet hat User-Typen charakterisiert, die geeignet (und nicht geeignet) sind, um privat auf Linux umzusteigen.   

Web-Surfer und Briefe-Schreiber

Bedenkenlos umsteigen können demnach all jene Nutzer, die den Computer nur zum Internet-Surfen und für Email gebrauchen und auch keinen Drucker oder externe Laufwerke verwenden. Web-Anwendungen und Email-Clients für Linux unterscheiden sich nur kaum von ihren Windows- und Mac-Pendants. Diese Anwender merken nicht einmal, welches Betriebssystem ihren Applikationen zu Grunde liegt. Solche Anwender dürften sich vielleicht gar mit einem Netbook zufrieden geben.

Die nächste Kategorie an potentiellen Linux-Usern macht ein wenig mehr als Web-Surfen. Diese Nutzer wissen, wie sie einen Brief mit Office schreiben, Dateien speichern oder drucken. Sie verwenden aber keine Programme zur Dateiverwaltung wie iTunes, tauschen keine Dateien aus und wollen auch nicht ihren Blackberry mit dem PC verbinden. Mit den Basis-Funktionen von Linux und freien Programmen wie Open Office sollten ihre Bedürfnisse befriedigt werden, ohne sich Gedanken machen zu müssen.

Hauptsache es funktioniert

Eine besonders breite Nutzerschaft will bloß, dass ihre Anwendungen funktionieren. Diese User brauchen Webbrowser, Programme für Email, Textverarbeitung, Tabellen und Präsentationen und wissen, wie sie Dateien und Verzeichnisse manipulieren. Sie sehen im Computer ein Werkzeug. Sie bearbeiten hin und wieder auch Fotos und nutzen Anwendungen zum Austausch von Dateien. Die Gruppe von Nutzern kann laut ZDnet gut für Linux geeignet sein, sofern man nicht von MS Office- oder proprietärer Software wie iTunes abhängig ist.

Der nächste Schritt sind Nutzer, die bereits ihre eigenen Programme installieren, aber dennoch nicht sehr viel mit Technologie am Hut haben. Sie wollen die meisten Funktionen ihres Computers nutzen und sich gleichzeitig nicht mit Einschränkungen beschäftigen. Diese Kategorie an Anwendern ist meist schlecht für einen Umstieg auf Linux geeignet, da sie auf bekannte Software wie iTunes oder ihre Handy-Dateiverwaltung nicht verzichten und sich auch nicht mit Alternativen beschäftige wollen. Diese User sind mit Windows oder Mac besser bedient.

Power-User

Power-User müssen keine Experten sein, sind aber interessiert und clever genug, um Prozessen auf die Schliche zu kommen. Sie setzen eine breite Palette an Software und Hardware ein, akzeptieren gleichzeitig aber auch Kompromisse. Wenn iTunes nicht funktioniert, können sie akzeptieren, ein alternatives Programm einsetzen zu müssen. Wenn sie auf Microsoft Office nicht verzichten können, sind sie bereit Virtualisierungsprogramme einzusetzen.

Diese Kandidaten sind an sich gut für Linux geeignet. Der Umstieg für sie lohnt sich aber nur, wenn die persönlichen Vorteile von Linux die Vorzüge von Windows und Mac übersteigen.

(zw)

Links

ZDnet

  • Sind Sie ein Kandidat für Linux?
    foto: microsoft

    Sind Sie ein Kandidat für Linux?

Share if you care.