Goldpreis mit neuem Rekordhoch

14. Oktober 2009, 14:44
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Dollar-Schwäche, Inflationsängste und das starke Interesse spekulativer Anleger treiben auf neuen Rekordstand

London (APA) - Die anhaltende Dollarschwäche hat Anleger am Mittwoch in Rohstoffe gelockt. Davon profitierte vor allem der Goldpreis, der auf ein neues Rekordhoch kletterte. Der Euro erreichte mit 1,4913 Dollar den höchsten Stand seit August 2008. Ein sinkender Dollar macht Rohstoffe für Investoren außerhalb des Dollarraums günstiger und treibt ihre Nachfrage an.

Gold profitiert zudem von seiner Rolle als Absicherung gegen eine schwache US-Währung. Der Preis für die Feinunze des Edelmetalls kletterte auf bis zu 1.070,40 Dollar (720,1 Euro) nach 1.063,35 Dollar im späten Vorabendhandel. Seit Anfang September hat sich Gold um fast 13 Prozent verteuert. "Viele Spieler stehen zwar an der Seitenlinie, aber diejenigen, die noch kaufen können bei diesem Niveau, verhindern ein Nachgeben des Marktes", sagte Experte Yuichi Ikemizu von der Standard Bank in Tokio.

Nach Berechnungen der GFMS-Analysten würde der Goldpreis unter Berücksichtigung der Inflation allerdings erst bei 2.079 Dollar je Feinunze einen Rekordstand erreichen.

Der Ölpreis wurde Händlern zufolge zusätzlich von den freundlichen Aktienmärkten und von chinesischen Handelszahlen, die eine Erholung signalisierten, auf ein Jahreshoch geschoben. Das Fass US-Leichtöl der Sorte WTI verteuerte sich auf bis zu 75,15 Dollar. Zuletzt lag die Notierung 0,8 Prozent im Plus bei 74,89 Dollar. Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich um 0,9 Prozent auf 73,06 Dollar. Sollte die US-Währung weiter nachgeben, könnte der Ölpreis nach Einschätzung des Rohstoffstrategen Mark Pervan von der ANZ Bank in Melbourne in Richtung 80 Dollar steigen.

Ein überraschend deutlicher Anstieg der chinesischen Kupfereinfuhren ließ im September den Preis für die Tonne des Industriemetalls um knapp zwei Prozent auf 6250 Dollar steigen. Die Analysten der Commerzbank blieben jedoch skeptisch. "Eine ausreichende Versorgung gepaart mit einer anhaltend schwachen Nachfrage in den OECD-Ländern dürfte den Kupferpreis stark unter Druck bringen, sobald sich die externen 'Störfaktoren' wie zum Beispiel massive Liquiditätszuflüsse, die sehr positive Stimmung unter den Anlegern, der schwache US-Dollar und die steigenden Aktienkurse etwas stabilisieren", heißt es in einem Marktkommentar. (APA)

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