Jeder Zehnte besucht Privatschule

13. Oktober 2009, 11:10
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Anteil an Gesamtmenge ist leicht steigend

Wien -  Die Bedeutung der Privatschulen werde in Zukunft steigen, sagte Walther Hetzer, Direktor der St. Gilgen International School bei einer Podiumsdiskussion über "Privatuniversitäten und -schulen als Rüstzeug in Krisenzeiten" am Montag Abend in Wien: "Eltern sind immer mehr gewillt, in die Ausbildung ihrer Kinder zu investieren." Die Zahl der Privatschulen nehme weltweit zu, zum Teil sogar rasant wie etwa in China. Die Entwicklung dort sei fast zu extrem, weil so nicht genügend gute Lehrer zu finden seien. Generell könnten auch öffentliche Schulen gute Antworten auf neue Herausforderungen bieten - "aber ich glaube, dass es Privatschulen aufgrund ihrer Flexibilität leichter fällt, auf Entwicklungen schneller zu reagieren".

Zehn Prozent in Privatschulen

Der Anteil der Privatschüler an der Gesamtzahl der Schüler liegt über alle Schultypen bei rund zehn Prozent (9,2 Prozent, rund 110.700 Schüler; Zahlen der Statistik Austria für 2007/08), im Jahr 1996/97 waren es noch 7,7 Prozent. Am geringsten ist er an Volksschulen (4,8 Prozent bzw. 16.176 Schüler) und Hauptschulen (4,6 Prozent; 11.576 Schüler). Den höchsten Anteil an Privatschülern gibt es mit rund einem Drittel (31,3 Prozent; 18.402 Schüler) an den berufsbildenden mittleren Schulen (BMS), deutlich niedriger ist er an den AHS (15,2 Prozent; 31.210 Schüler) und den berufsbildenden höheren Schulen (BHS) mit 12,2 Prozent (16.488 Schüler).

Nur wenig Unterschiede zwischen öffentlichen und privaten Schulen gibt es beim Anteil an Schülern mit nicht-deutscher Umgangssprache über alle Schultypen (16,4 bzw. 14,2 Prozent). An Privat-AHS sind Schüler mit Migrationshintergrund allerdings unterrepräsentiert (7,8 Prozent gegenüber 13,3 Prozent an öffentlichen Schulen), ebenso an privaten Sonderschulen (13,7 Prozent; 27,8 an öffentlichen Schulen) und Hauptschulen (19,9 bzw. 14,0 Prozent). Deutliche Unterschiede gibt es unterdessen in Wien, wo an den Privatschulen aller Schultypen ein deutlich geringerer Anteil von Schülern mit nicht-deutsche Umgangssprache zu beobachten ist. So ist er an den öffentlichen Volks- Haupt- und Sonder- und Polytechnischen Schulen etwa doppelt so hoch wie an den privaten.

Mehr als zwei Drittel der Privatschüler (67,5 Prozent) besuchen eine Einrichtung eines konfessionellen Schulerhalters, davon acht von zehn eine mit katholischem Schulerhalter. Am höchsten ist der Anteil der Privatschüler an konfessionellen Schulen im Burgenland (82,1 Prozent), am geringsten in Wien (62,5 Prozent). Insgesamt besuchen rund 70.000 Kinder und Jugendliche eine der 335 katholischen Privatschulen, die meisten Schulen und auch Schüler (30.000) gibt es in Wien.

Mehr Schüler könne man trotz seit Jahren steigender Nachfrage an den katholischen Privatschulen aus Platzgründen nicht aufnehmen, so Christine Mann, Leiterin des Schulamts der Erzdiözese Wien. Neugründungen seien wegen der hohen Kosten (Grund, Gebäude etc.) derzeit nicht angedacht. (APA)

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