Peres mahnt Netanyahu vor Unnachgiebigkeit

13. Oktober 2009 10:33

Israelischer Präsident ruft Regierung zu Friedensanstrengungen auf

Jerusalem - Der israelische Staatspräsident Shimon Peres hat die Regierung von Ministerpräsident Benjamin Netanyahu zu verstärkten Friedensanstrengungen mit den Palästinensern aufgerufen, um zu verhindern, dass sich Israel diplomatisch isoliere. Anlässlich des Beginns der parlamentarischen Herbstsession am Montag appellierte Peres an die Regierung und an das Parlament in Jerusalem, auch die "geringste Gelegenheit" wahrzunehmen und "alle Optionen auszuschöpfen", um "100 Jahre des Streits und Blutvergießens endlich zu beenden".

"Wenn wir Fortschritte machen und mit den Palästinensern Frieden schließen, wenn wir Verhandlungen mit Syrien und dem Libanon aufnehmen, werden wir den Hauptvorwand für den gegen uns gerichteten iranischen Wahn (...) in der Region beenden", sagte Peres, der einst zusammen mit dem ermordeten Ministerpräsidenten Yitzhak Rabin und dem verstorbenen palästinensischen Präsidenten Yasser Arafat den Friedensnobelpreis für die sogenannten Oslo-Verträge erhalten hatte.

Netanyahu sagte vor der Knesset, Israel werde keine Risiken für einen Nahost-Frieden eingehen, wenn es sich nicht selbst verteidigen könne. Im Fall von Anklagen wegen Kriegsverbrechen bei der Gaza-Offensive werde Israel weder Soldaten noch Politiker an den Haager Internationalen Strafgerichtshof ausliefern. Der Premier kritisierte am Montag vor dem Parlament in scharfer Form den UN-Bericht über den Gaza-Krieg vom Dezember und Jänner. Dieser sogenannte Goldstone-Bericht untergrabe das Recht Israels auf Selbstverteidigung.

Der Bericht war im Auftrag des UNO-Menschenrechtsrates von einem Expertenteam unter Leitung des als Sonderermittler eingesetzten ehemaligen obersten Richters Südafrikas und Chefanklägers für Kriegsverbrechen in Ex-Jugoslawien und Ruanda, Richard Goldstone, nach fünfmonatigen Untersuchungen erstellt worden. Israel boykottierte die Arbeit der Ermittler. In dem Report wurden auch die Raketenangriffe militanter Palästinenser aus dem Gazastreifen auf Israel als "inakzeptable Kriegsverbrechen" eingestuft. Bei der dreiwöchigen israelischen Gaza-Offensive waren mehr als 1400 Palästinenser getötet und über 5000 weitere verletzt worden. (APA)

Kommentar posten
14 Postings
byron sully
13.10.2009 15:34

in der apa wird also nun neuerdings VOR etwas gemahnt...? da warne ich doch zu mehr grammatikwachsamkeit!

d_parker
15.10.2009 10:36
Ach, die APA-Meldungen werden scheinbar grundsätzlich mit Babelfish übersetzt, da darf Sie eine kleine falsche Präposition nicht wundern...

Ich denke noch mit Entzücken an die APA-Meldung, die die Behauptung berichtete, die Pal. wären im Gazastreifen "eingelocht" (von locked in)...

Ch. S.
13.10.2009 12:54
Fataler Irrtum

"Wenn wir Fortschritte machen und mit den Palästinensern Frieden schließen, wenn wir Verhandlungen mit Syrien und dem Libanon aufnehmen, werden wir den Hauptvorwand für den gegen uns gerichteten iranischen Wahn (...) in der Region beenden"

Dieser Peres ist ein naiver Plauderer, der die Realität nicht sehen will. Selbst für den unwahrscheinlichen Fall eines Friedensabkommens mit den 'palästinensischen' Arabern, wird der Iran seinen 'Wahn' nicht ablegen. Er hat mit dem Oslo Abkommen schon genug Unheil angerichtet, wo ihn der 'Friedensnobelpreisträger' Arafat überlistet hat. Jemand der schon so lange im Geschäft ist, sollte eigentlich nicht so einen Unsinn reden.

rompitasche
13.10.2009 10:56
@red

könnten Sie die Überschrift korrigieren?
"vor etwas mahnen" scheint mir doch zu innovativ.

kritischesauge
13.10.2009 10:50

Weise Worte...

Dan Sharon1
 
13.10.2009 11:15
Aber mit W E M soll und kann verhandelt werden?

Israel ist in einer absurden Situation diesbezueglich.
Abu Masan erhielt bei den letzten Wahlen kaum 40 % der Stimmen und ist nich imstande- selbst wenn es wollte ( was auch nicht sicher ist) ein Friedensabkommen mit Israel bei den Pal. durchzusetzen.
Der Hamas verweigert ueber haupt die Anerkennung des staates Israel
MIT WEM ALSO VERHANDELN?

kritischesauge
13.10.2009 11:49
Das sinnvollste wäre wohl

die Fatah dazu zu bringen, endlich Marwan Barghouti an die Spitze zu bringen - er ist pragmatisch, genießt im Gegensatz zu Abbas allerdings genug Ansehen in der Bevölkerung und wird sogar von Islamisten respektiert.

psie17
13.10.2009 14:03
Premier in israelischer Haft ?

Marwan Barghouti gleich zum Premier ernennen.
Der kann seine Koalitionsregierung mit der Hamas gleich im israelischen Gefängnis bilden (dort hat er ja einen Versöhnungsvorschlag mit gefangenen Hamas-Mitgliedern bereits ausgearbeitet). Regierungssitz wäre dann eigentlich Jerusalem (falls er dort in Haft sitzt).

kritischesauge
13.10.2009 19:22

Das Zauberwort heißt: "Enthaften."

Hubert Ungeist
13.10.2009 11:36
Die Palästinenser müssen mit aleln verhandeln..

und sei es ein General der 100te P. auf dem Gewissen hat.

Detto ist es auch umgekehrt.

Wenn man Frieden will, muss man mit dem reden, der gerade noch auf einen geschoßen hat.

Unglücklicherweise glauben beide Parteien das sie militärisch gewinnen können, Und damit wird es noch lange keinen Frieden geben

Makronaut
13.10.2009 13:54

die hamas will nicht übehaupt nicht verhandeln. denn durch den akt des verhandelns würden sie die isr führung als solche anerkennen.
oder was ist ihrer meinung nach der grund für den nachrichtendienst-auwand betreffs galits freilassung?

ansonsten verhandeln in isr nicht irgendwelche generäle. bei denen ist nämlich militär und politik getrennt. auch wenn ihnen das unüblich erscheint.

Hubert Ungeist
14.10.2009 07:00
Ich antworte ja auf Ihre Posts nicht mehr..

aber Danke sie beweisen Ihre Einseitigkeit immer wieder.

Israel wollte nicht mit der PA und hat die Hamas unterstützt. Bei der PA reichre audh eine Anerkennung Israels nicht um echte Verhandlungen zu beginnen.

Zuerst wollte man nicht mit Arafat aber mit Abbas. Dann war es der Abbas, der war aber dann zu schwache. Mit der Hamas will man auch nicht verhandeln.

Mit wem will Israel verhandeln? Soll es das doch mal bekanntgeben.

Ad Politik/General., Welcher Premier der Israeli war vor der Politik kein hochrangiger Militär? Hatten also auch alle Befehle zur Tötung von Palästinensern gegeben, ja auch von Zivilisten.

Ceterum Censeo: Die Hamas ist eine Verbrecherbande

Austro-Spanier0
15.10.2009 12:04
Die Hamas ist eine Verbrecherbande

Sie sprechen ein grosses Wort gelassen aus.

Makronaut
14.10.2009 11:48

mit wem isr verhandeln will?
mit leuten die dass
a) auch wollen,
b) isr als solches und
c) bereits geschlossene verträge wenigstens auf dem papier anerkennen.

ansonsten 1. tip:
auf der pal-seite gibt es (völkerrechtlich) nur zivilisten. da kann man immer mit dem finger zeigen, wenn mal ein terrorist stirbt.

2. tip:
der vorwurf der einseitigkeit ist ein argument für leute, die inhaltlich schon verloren haben. dies hier sind diskussionen - keine essays. da darf man positionen haben.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.