E-Mailen oder Nasenbohren?

13. Oktober 2009, 17:09
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Facebook ändert mein Mail-Verhalten. Aber will ich das überhaupt?

Ich fürchte ja, dass es dieser Blog ist, der mich so rasch erkennen ließ, wie sich innerhalb von gerade einmal zwei Wochen meine Kommunikation, aber auch deren Wege verändert haben. Ich hab mir auf die Finger geschaut, und mir ist folgendes aufgefallen:

Vor zwei Wochen habe ich mich in Facebook eingeloggt, und seit damals hab ich von keinem anderen Absender auch nur annähernd so viele E-Mails bekommen wie von Facebook. Skype hab ich fast nie mehr eingeschaltet, weil Instant-Messages eh via Facebook eintrudeln. Und dass Google beim Wort Facebook der kalte Schauer über den Rücken läuft, wissen wir auch schon. Aber zurück zu den Mails:

Während seit zwei Wochen mehr Mails in meine E-Mail-Inbox finden als zuvor, verlassen ein paar Nachrichten weniger meinen Account. Denn: Inzwischen fliegen viele private E-Mails über das Facebook-Postfach hin und her, und ich frage mich, was wohl mit dem Inhalt der Mails passiert, wenn ich die Nachrichten lösche? Legt sie Facebook in einem Ordner ab, für den Fall, dass Sie irgendwann einmal wissen wollen, wie ich damals, im Oktober 2009, meine Packlsuppe gekocht habe: Mit oder ohne Wasser...?

Rotzglocken als Treibstoff

Verhält es sich mit meiner Kommunikation dann vielleicht so, wie es mir bei den Autofahrern so oft auffällt? Die bohren so beständig und ungeniert in der Nase, dass man, wenn man sich mit Otto- und Dieselmotoren nicht auskennt, glauben könnte, die betreiben ihre Kisten mit Nasenmännern die sie sich in die Sitze schmieren. In Wirklichkeit bohren diese Männer - und es sind nur ganz selten Frauen die ich dabei erwische - nur deshalb so selbstverliebt in sich herum, weil sie sich im geschlossenen System des Autos unbeobachtet fühlen.

Wie ist das auf Facebook? Glaube ich, locker-lässig mit einem Freund zu scherzen, wenn ich ihm über Facebook ein Mail schicke, und in Wirklichkeit lacht sich der Herr Zuckerberg eins, weil er mir beim Nasenbohren zuschaut? Und ich glaube, gerade in unbeschwerten Nachrichten an einen guten Freund, erzählt man leicht einmal etwas, was die Facebook-Macher nichts angeht.

Und sollte ich recht haben, dann will ich, dass es dem Herrn Zuckerberg wie mir geht; dass er erst eine Sekunde, wie versteinert, dem Nasenbohrer zuschauen muss, bis der sich steigernde Ekel so groß ist, dass er die Starre lösen kann. (Guido Gluschitsch)

  • Wer liest die Nachrichten an meinen Freund aller und schaut mir beim Nasenbohren zu?

    Wer liest die Nachrichten an meinen Freund aller und schaut mir beim Nasenbohren zu?

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