iPod-Doping: Marathon-Siegerin disqualifiziert

13. Oktober 2009 08:40
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    grafik: archiv

Entscheidung entfacht Streit um US-Leichtathletikreglement - Nutzung von jeglichen elektronischen Geräten untersagt

In den USA sorgt derzeit die Disqualifizierung der Siegerin eines Marathonlaufs in Milwaukee für einigen Diskussionsstoff. Jennifer Goebel, so der Name der 27-Jährigen, wurde der Siegespreis in der Damenwertung beim Lakefront Marathon nun Tage nach dem eigentlichen Laufevent wieder aberkannt, da die Veranstalter nachträglich auf ein Foto aufmerksam wurden, das sie während des Laufens mit einem an der Hüfte befestigten iPod zeigt.

Abmachung

Grundlage für das harte Urteil der Rennleitung war dabei eine Klausel des aktuell geltenden Reglements des US-Leichtathletikverbandes USA Track & Field (USATF) , derzufolge die Verwendung von elektronischen Geräten bei Laufevents zumindest in den Eliteklassen generell nicht gestattet ist. Wie das US-Lokalblatt Journal Sentinel berichtet, blieb Goebel, die sich letztendlich nur wenige Tage über ihren Marathonsieg freuen durfte, nichts anderes übrig, als das von ihr erlaufene Preisgeld in der Höhe von 500 Dollar wieder abzugeben.

Unverständnis

Die Disqualifikation aufgrund des iPods kann sie nicht verstehen. "Ich finde das lächerlich. Ich habe dort mitgemacht, um ein spaßiges Rennen mit Freunden zu erleben", ärgert sich Goebel. Den Musikplayer habe sie ohnehin nur zwischen Meile 19 und 21 eingeschaltet gehabt, um sich ein wenig mit einem Mix aus Alternative Rock und Techno anzutreiben. Genau hierin liegt der Auffassung des Rennkomitees des Lakefront Marathons aber der springende Punkt. So soll das USATF-Reglement unter anderem verhindern, dass einzelne Läufer sich durch die Zuhilfenahme von Musik, die durchaus auch einen anspornenden Effekt haben kann, einen unfairen Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren Mitstreitern verschaffen können.

Diskussion

"In den USA wird bereits seit geraumer Zeit heftig darüber diskutiert, ob Sportlern die Verwendung elektronischer Geräte während eines Marathonlaufs erlaubt sein soll oder nicht", erklärt Mark Milde, Sportlicher Leiter bei SCC Running, im Gespräch. Auch beim Veranstalter des Berlin-Marathons, der größten Marathonveranstaltung für Läufer in Deutschland, sei man sich dieser Problematik durchaus bewusst. "Wir halten diese Entwicklung zwar nicht für positiv. Ich glaube aber nicht, dass sich durch die Musikplayer wirklich eine Art von Dopingeffekt erzielen lässt", betont Milde.

Wahrnehmung

Mit dem Verbot in den Eliteklassen will der USATF dem Laufevent-Experten zufolge vermutlich lediglich verhindern, dass Läufer während des Musikhörens in ihrer Wahrnehmung von äußeren Einflüssen wie etwa Autogeräuschen oder Lautsprecherdurchsagen eingeschränkt werden. "In der Bundesrepublik gilt das Reglement des Internationalen Leichtathletikverbandes. Eine spezielle Regel, die Marathonläufern den Einsatz elektronischer Geräte verbietet, gibt es hierzulande nicht", so Milde abschließend. (pte)

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thejaw
19.10.2009 14:18
Verwendung von elektronischen Geräten ist nicht gestattet

d.h. man darf auch keine pulsmesser verwenden?

Ro_bert
21.10.2009 13:11

Nicht mal eine Armbanduhr,
außer so eine zum Aufziehen, aber die piepst dann auch nicht bei jedem kilometer.
Aber vermutlich wird auch hier - genau wie beim Start und Landung von Fliegern - mit 2erlei Maß gemessen.

DerRoland
20.10.2009 20:49
Wenn Du den bei einem Eliteklassen-Marathon noch brauchst bist Du falsch

o_lok
14.10.2009 10:39

klingt irgendwie wie der nächste Marketingsschachzug von Apple :)

was ich nicht verstehe: "einen unfairen Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren Mitstreitern verschaffen"...welchen Vorteil habe ich, wenn der/ die Mitstreiter ebenfalls Musik hören dürfen? Schwachsinn...

re-play
14.10.2009 09:34

Oh Gott, ich bin jetzt mitten drin im Dopingsumpf!

jaja i was e
14.10.2009 07:33

verdammt, darf man dann eigentlich singen um sich selbst zu motivieren?

Truhe
 
14.10.2009 07:20

Klingt nach Hexenjagd für Arme.

NONE
13.10.2009 23:40

Auch wenn das überzogen scheint, ich finde die Entscheidung völlig korrekt.

Lieber übermässig streng sein als fahrlässig unaufmerksam. Aus ähnlichen Gründen werden auch invalide Personen niemals bei "normalen" Personen starten können.

Girgl Galgenstein
16.10.2009 10:28
Genau

wo kämen wir denn dahin, wenn Läufer sich beim Laufen auch noch ihre Unterhaltungsmusik reinziehen. Da käme ja plötzlich Spass auf!

Thomas Machacek
 
14.10.2009 10:41
das ist das dümmste statement das ich jemals gehört habe.

Grammelknoedel
13.10.2009 22:14

dumm gefragt: wie schaut's in Österreich aus? Darf da "ungestraft" bei einem Lauf-Wettbewerb mit einem mp3-Player geschwartelt werden?

Grammelknoedel
13.10.2009 22:36

peinlich, meine Frage wurde im Posting unterhalb beantwortet ...
... lieber Herr Krammer: Danke!

Herr Gscheidl
14.10.2009 09:55

Noch peinlicher finde ich den Begriff "schwarteln" in diesem Kontext.

Karl, Herr
14.10.2009 10:21
Dialektnachhilfe

"schwarteln" für "laufen, rennen" ist, zumindest im Innviertel, ein gebräuchlicher Ausdruck und mitnichten peinlich.

michael streuleitner
15.10.2009 09:42
...

also hier in wien hat schwarteln eine gänzlich andere bedeutung.

Karl, Herr
15.10.2009 13:21
Ich kanns mir fast denken welche,

bitt' aber trotzdem um Aufklärung :-). vielleicht liest ja auch der Herr Winder mit

Karl Krammer
13.10.2009 22:06
DLV Regel 144.2

"Die folgenden Umstände sind als Unterstützung im Sinne dieser Regel anzusehen und somit nicht erlaubt: der Besitz oder das Benutzen von Video- oder Kassettenrekordern, Radios, CD-Playern, Funkgeräten, Mobiltelefonen oder ähnlichen Geräten im Wettkampfbereich" ... das gilt für die gesamte Leichtathletik und daher natürlich auch für den Marathonlauf. Sie wird dort nur nie angewendet, wer läuft denn schon einen Marathon mit einem Musikabspielgerät?

Gsi Berger
14.10.2009 11:46
"Besitz"??

Das find ich ja schräg - wieviele Aktive in unseren Breiten besitzen keinen MP3-Player, Radio oder CD-Gerät??

elento
 
14.10.2009 10:39

Und wenn man dann zufällig gewinnt als hobbyläufer? ;-)

re-play
14.10.2009 09:35

Die Spitzenläufer eh nicht, aber wenn man mal so 4-5 Stunden unterwegs ist, wirds ja fad ohne Musik! ;-)

estewe
13.10.2009 21:47
Ahh...

...deshalb bin ich noch nie weiter als bis zur Qualifikationsrunde des Ö3-Beachvolleyballtourniers gekommen.

Nächstes Mal starte ich mit Ohrstöpsel...

madbrody
13.10.2009 21:27

ist das lautstarke, durch Trommeln und euphorische Gesänge begleitete Anfeuern eines Fußballteams im Stadion dann Doping der Heimmannschaft?

Holle Bolle Gijs
14.10.2009 08:53

nur wenn elektronische fans trommeln!

MiGo16
13.10.2009 21:15
Hardcore geil

Dei Probleme hätt i a gern

Käptn' Tabasco
13.10.2009 21:13
ist halt so

wer sich völlig überteuerten u unökologisch produzierten elektroschrott kauft u dabei auch noch glaubt er/sie ist cool u lässig disqualifiziert sich nun mal selbst.

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