Zelaya rechnet nicht mit baldiger Wiedereinsetzung

13. Oktober 2009, 07:23
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Gestürzter Präsident vor neuen Krisengesprächen skeptisch

Tegucigalpa - Vor der Wiederaufnahme der Krisengespräche in Honduras am Dienstag hat der gestürzte Präsident Manuel Zelaya nur wenig Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr an die Macht. Zelaya sagte der Nachrichtenagentur AFP in einem Telefonat, er sei "skeptisch", dass die Regierung von Übergangspräsident Roberto Micheletti seinem am Donnerstag ablaufenden Ultimatum für seine Wiedereinsetzung nachkommen werde. Das "Putschregime" werde sich weiter weigern, die Vorgaben der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) und der internationalen Gemeinschaft umzusetzen.

Die Konfliktparteien hatten die in der vergangenen Woche begonnen Gespräche am Samstag für drei Tage ausgesetzt. Nach Angaben von Zelayas Delegation einigten sich beide Seiten bereits grundsätzlich auf die Bildung einer Einheitsregierung und sprachen sich gegen eine Amnestie für politische Vergehen in der Zeit vor und nach dem Putsch aus. Die Ergebnisse stünden aber unter dem Vorbehalt, dass die Kernfrage des Konflikts, die Wiedereinsetzung Zelayas, gelöst werde.

Zelaya war Ende Juni entmachtet und außer Landes gebracht worden. Seine Gegner werfen ihm vor, er habe geplant, sich per Volksabstimmung weitere mögliche Amtszeiten zu sichern. Ende September war der Linkspopulist heimlich in seine Heimat zurückgekehrt und sitzt seither in der brasilianischen Botschaft in der Hauptstadt Tegucigalpa fest. (APA)

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