Klimaaktivist, Atomgegner und Armenärztin geehrt

13. Oktober 2009, 14:28
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Auszeichnungen gingen nach Kanada, Kongo, Neuseeland und Äthiopien

Stockholm - Ein kanadischer Bewusstseinsbildner in Sachen Klimawandel, ein kongolesischer Regenwald-Aktivist, ein neuseeländischer Atomwaffengegner und eine australisch-äthiopische Armenärztin sind die diesjährigen Träger des Alternativen Nobelpreises. Während der Wissenschafter David Suzuki von der Jury des "Right Livelihood Awards" (Preis für richtige Lebensführung) am Dienstag in Stockholm mit einem Ehrenpreis ausgezeichnet wurde, teilen sich Rene Ngongo, Alyn Ware und Catherine Hamlin das Preisgeld von 150.000 Euro.

"Die Preisträger dieses Jahres zeigen konkret, was getan werden kann und muss, um den Klimawandel zu begrenzen, die Welt von Atomwaffen zu befreien und um lebenswichtige medizinische Behandlung auch für die Armen und Benachteiligten bereitzustellen", begründete die Jury ihre diesjährige Wahl. Schließlich seien die Bemühungen im Kampf gegen den Klimawandel "langsam und unzureichend", die weltweite atomare Bedrohung nehme zu "und dass so viele arme Menschen an behandelbaren Krankheiten leiden, ist eine Schande für die Menschheit".

David Suzuki kämpft gegen Klimawandel

Der japanischstämmige Zoologe Suzuki (73) setzt sich seit Jahren für mehr soziale Verantwortung in den Wissenschaften ein und betreibt vor allem Aufklärung in Sachen Klimawandel. Seine im Hauptabendprogramm des kanadischen Senders CBC ausgestrahlte populärwissenschaftliche Sendung wird mittlerweile in 80 Ländern gezeigt und er verfasste 43 Bücher, darunter 17 für Kinder. Laut der"Right Livelihood Awards"-Stiftung hat Suzuki "vielleicht noch intensiver als Friedensnobelpreisträger Al Gore mit seinem berühmten Film über den Klimawandel aufgeklärt".

Der Biologe Ngongo (48) gründete im Jahr 1994 die kongolesische Umweltorganisation OCEAN, die für den Erhalt des Regenwaldes in dem zentralafrikanischen Land kämpft. Alljährlich verschwinden 13 Millionen Hektar des zweitgrößten Regenwaldes der Welt. Ngongo hielt während des mehrjährigen Bürgerkriegs im Kongo an seinem Engagement fest und wird daher auch für den "Mut" geehrt, "sich jenen Kräften entgegenzustellen, die die Regenwälder des Kongo zerstören". Die Umweltorganisationen WWF und Greenpeace gratulierten Ngongo. "Hoffentlich wird dieser Preis helfen, mehr Aufmerksamkeit auf das Problem zu lenken", sagte der Preisträger laut Greenpeace-Aussendung.

Alyn Ware will Ächtung von Atomwaffen

Der Neuseeländer Ware (47) setzt sich seit über zwei Jahrzehnten für eine atomwaffenfreie Welt ein, und begann seine diesbezügliche Tätigkeit mit Friedenserziehung an neuseeländischen Schulen. 2002 gründete er eine internationale Vereinigung von Parlamentariern, die sich der Ächtung von Atomwaffen verschrieben haben. Ware ist auch federführend an der Ausarbeitung eines Abkommensentwurfs zu diesem Thema beteiligt.

Die gebürtige Australierin Catherine Hamlin (85) ist seit 50 Jahren als Frauenärztin in Äthiopien tätig. Sie gründete dort ein eigenes Spital, in dem Frauen kostenlos behandelt werden. Insbesondere spezialisierte sie sich auf die Behandlung von Fisteln im Genitalbereich, die zu Totgeburten führen können. Mit ihrer Tätigkeit habe Hamlin "die Gesundheit, Hoffnung und Würde von Tausenden ärmster afrikanischer Frauen wiederhergestellt", so die Jury.

Leistungen für Frieden, Umwelt und soziale Gerechtigkeit

Die vom deutsch-schwedischen Philanthropen Jakob von Uexküll gestiftete Auszeichnung wird traditionell an vier Personen oder Organisationen vergeben. In erster Linie sollen Leistungen für Frieden, Umwelt und soziale Gerechtigkeit honoriert werden, die nach Ansicht von Kritikern bei den offiziellen Nobelpreisen zu kurz kommen. Die Preisverleihung findet am 4. Dezember im schwedischen Reichstag (Parlament) statt. Insgesamt wurden heuer 82 Kandidaten aus 46 Ländern für die Auszeichnung vorgeschlagen, davon 46 aus Entwicklungsländern.

Die Auszeichnung wird seit dem Jahr 1980 jährlich vergeben. Die beiden Österreicher, die den alternativen Nobelpreis bisher erhalten haben, der Ökonom Leopold Kohr und der Zukunftsforscher Robert Jungk, sind mittlerweile verstorben. Anlässlich des 30. Jubiläums ist kommendes Jahr eine Konferenz mit allen noch lebenden Preisträgern in Bonn geplant. (APA/AP)

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    David Suzuki

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