Militäranklage in Soldatenbuch-Affäre

12. Oktober 2009, 21:56
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Bis zu einem Jahr Haft für gefeuerte Armeebedienstete wegen irreführender arabischer Übersetzung möglich

 

Kopenhagen - Die Affäre um das Buch eines ehemaligen dänischen Afghanistan-Soldaten, das die Armee vergeblich zu verhindern versucht hatte, hat militärrechtliche Folgen. Wie die dänische Militäranklagebehörde (Auditörkorps) am Montag bekanntgab, müssen sich zwei vergangene Woche gefeuerte Armeebedienstete, der bisherige IT-Chef Jesper Britzen sowie Kommunikationschef Lars Sönderskov, wegen schwerer Dienstverfehlung vor dem Militärgericht verantworten.

Britzen hatte gestanden, die von Verteidigungsminister Sören Gade bei einer Pressekonferenz präsentierte, angeblich im Internet kursierende arabische Übersetzung des Buches "Jäger - Mit der Elite im Krieg" des früheren Afghanistan-Soldaten Thomas Rathsack selbst mit Hilfe einer Internet-Übersetzungsmaschine fabriziert zu haben. Sönderskov hatte den Text an die Medien weitergegeben.

Minister Gade wollte mit der Übersetzung die Behauptung untermauern, das Buch sei ein Sicherheitsrisiko für noch im Einsatz befindliche dänische ISAF-Soldaten. Im Zuge der Affäre trat auch Armeechef Tim Sloth Sörensen zurück. Laut der Kopenhagener Tageszeitung "Politiken" müssen Britzen und Sönderskov mit Haftstrafen von jeweils bis zu einem Jahr rechnen. (APA)

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