"24 Stunden U-Bahn-Verkehr": Junge VP betextet Wiens Straßen

12. Oktober 2009, 18:57
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Werbeoffensive für durchgehenden Betrieb am Wochenende - Ausbau würde 2,5 Millionen kosten

Wien - Die Junge VP lässt nicht locker. Am Montag erneuerte Bundesobmann Sebastian Kurz seine Forderung nach dem durchgehenden U-Bahn-Verkehr am Wochenende. Mittels "Street-Brandings" wird darauf in der ganzen Stadt hingewiesen, sprich: Schmutzige Stellen in der Stadt, etwa Zebrastreifen, werden mit einem Hochdruckreiniger bearbeitet, per Schablone wird die Botschaft "24 Stunden U-Bahn-Verkehr" aufgebracht. Aufmerksamkeit für das Thema haben sich die Jungschwarzen bereits im Sommer gesichert, als sie junge Menschen ablichten ließen, die mit nicht viel mehr als einem Werbetransparent bekleidet waren.

Die Sozialdemokraten lehnen die schwarze Forderung ab - hinter den Kulissen, so heißt es, seien die Reaktionen aber vorsichtig positiv. Man warte auf den richtigen Zeitpunkt, um den U-Bahn-Betrieb auszuweiten, schließlich sind 2010 Gemeinderatswahlen in der Bundeshauptstadt. Offiziell bleibt die SP auf Nachfrage des Standard bei ihrer Position: Das Nachtbusnetz reiche völlig aus, die Forderung der JVP sei viel zu teuer. Wiens roter Jugendkoordinator Peko Baxant spricht von einer "interessanten Idee", für die er "derzeit keinen Bedarf" sieht.

15-Minuten-Takt

Im 15-Minuten-Takt sollen die U-Bahnen an den Wochenenden nachts fahren, außerdem fordert die JVP eine Adaptierung der Nachtbuslinien. Derzeit seien die Intervalle zu lang und "das subjektive Sicherheitsgefühl ein viel schlechteres als in hellen, gut überwachten U-Bahn-Stationen". Laut Berechnungen der VP würde der durchgehende U-Bahn-Betrieb eine Million Euro pro Jahr kosten.

Die Wiener Linien rechnen hingegen mit Mehrkosten von 2,5 Millionen - nur für den laufenden Betrieb, nicht enthalten sind darin eventuelle Investitionskosten. Außerdem brauche man eine betriebslose Zeit von drei bis vier Stunden "unbedingt" für Wartungsarbeiten. Gegen den durchgängigen Betrieb am Wochenende spreche, dass der Kostendeckungsgrad für den Nachtverkehr von derzeit 14 Prozent auf elf Prozent sinken würde.

Die Wiener Linien erinnern außerdem daran, dass das Nachtbusnetz vor Samstagen-, Sonn- und Feiertagen ohnehin dichter sei. Aufgrund des durchgehenden U-Bahn-Betriebs seien nur etwa 2100 Fahrgäste mehr pro Wochenende zu erwarten. (Andrea Heigl/DER STANDARD-Printausgabe, 13.10.2009)

  • Die JVP wirbt nun mittels "Street Branding".
    foto: regine hendrich

    Die JVP wirbt nun mittels "Street Branding".

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