Wer jongliert, "formt" sein Gehirn neu

12. Oktober 2009, 19:00
5 Postings

Auch im Erwachsenenalter sind Änderungen möglich - Forscher: "Jede Art, das Gehirn zum Arbeiten zu bringen, ist eine gute Sache"

London - Jonglieren lernen hat messbare Auswirkungen auf das Gehirn: Dies zeigten Forscher der Universität Oxford mit einem Experiment, das sie im Fachblatt "Nature Neuroscience" am Sonntag veröffentlichten. Sie untersuchten dabei mit Hilfe eines Kernspintomographen die Gehirnsubstanz von 48 jungen Erwachsenen, die nicht jonglieren konnten. Die Hälfte der Probanden unterzog sich daraufhin einem sechswöchigen Jongliertraining und übte 30 Minuten am Tag. Bei einer erneuten Untersuchung stellten die Forscher danach bei den Jonglierern eindeutige Veränderungen in der weißen Gehirnsubstanz fest, über die verschiedene Teile des Gehirns verbunden sind.

Der Versuch zeige, dass das Gehirn auch bei Erwachsenen "formbar" und anpassungsfähig sei, erklärte Forschungsleiterin Heidi Johansen-Berg. "Wir neigen zu der Annahme, dass das Gehirn unverändert bleibt oder sich sogar zurückbildet, wenn wir das Erwachsenenalter erreicht haben." Mit dem Experiment sei klar, dass es "sein eigenes Verdrahtungssystem so verändern kann, dass es effizienter arbeitet".

"Das heißt nicht, dass jeder hinausgehen muss und beginnen zu jonglieren, um das Gehirn zu fördern", erklärte Johansen-Berg. "Jede Art, das Gehirn zum Arbeiten zu bringen, ist eine gute Sache." Dazu gehörten etwa Beschäftigungen wie Kreuzworträtsel lösen, aber auch Spazierengehen. Laut den Forschern kann diese Erkenntnis genutzt werden, um neurologische Erkrankungen wie Multiple Sklerose zu behandeln. (APA/red)

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.