FPÖ/BZÖ: Vereinigung wäre logisch

12. Oktober 2009, 18:27
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Wieso sträuben sich FPÖ und BZÖ so vehement gegen eine Wiedervereinigung?

So klein kann eine Partei gar nicht sein, dass sie sich nicht wie eine große geriert und sich leidenschaftlich Richtungsstreitigkeiten hingibt. Die beiden BZÖ-Führer Uwe Scheuch in Kärnten und Josef Bucher in Wien rangeln gerade aufgeregt darum, wohin das Bündnis gehen soll. Nach extrem rechts oder doch einen liberalen Seitenweg offenlassend? "Erstunken und erlogen" seien Meldungen, die Orangen wollten zurück zur Schwesterpartei FPÖ, heißt es.

Gut: Blaue und Orange leiden noch unter ihren psychosozialen Beziehungsproblemen nach der Scheidung, aber wieso sträuben sie sich so vehement gegen eine Wiedervereinigung? Was hat die FPÖ, was das BZÖ nicht hat? Und umgekehrt. Nur weil ein smarter Bucher an der BZÖ-Bundesspitze sitzt und den Liberalen mimt, heißt das noch lange nicht, dass hier eine liberale Partei heranwächst, die sich von den Freiheitlichen unterscheidet. Die orange Macht sitzt in Kärnten, sie tickt wie die FPÖ. Sie schlägt aus der Vermarktung von Ressentiments und Hass politisches Kapital.

Es liegt auf der Hand, dass es demnächst zu einer Art CDU/ CSU-Vereinigung des rechten Lagers kommen wird. Was letztlich auch der FPÖ nützt. Das BZÖ erreichte bei den Nationalratswahlen 2008 - vor allem dank Kärntens - 10,7 Prozent. Jene 17,5 Prozent der FPÖ hinzugerechnet, ergibt das 28,2 Prozent. Das rechtspopulistische Lager könnte also vereint wieder zur zweitstärksten Partei anwachsen.

Gerade in Zeiten weiterer drohender wirtschaftlicher Einbrüche ein Menetekel für das politische Österreich. (Walter Müller, DER STANDARD, Printausgabe, 13.10.2009)

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