15 Milliarden Euro für Banken

12. Oktober 2009, 17:42
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Britische Barclays und Lloyds holen sich frisches Kapital

Amsterdam/London/Wien - Die beiden britischen Banken Barclays und Lloyds Banking Group wollen 15 Milliarden Euro privates Kapital auftreiben, um sich vom staatlichen Einfluss zu lösen und ihren Kapitalpolster aufzubauen. Barclays verkauft dazu ein Portfolio an verbrieften Kreditwertpapieren im Wert von vier Milliarden Pfund (4,3 Mrd. Euro). Bereits vergangenes Monat hat die Bank auf diese Weise Kredite im Wert von 12,3 Mrd. Pfund an Investoren verkauft. Verbriefte Kreditstrukturen wie jene, die Barclays von der eigenen Bilanz entfernen möchte, haben in den vergangenen Monaten dank einer höheren Nachfrage von Investoren massiv im Preis zugelegt.

Lloyds geht hingegen den direkten Weg und wird im Zuge einer Aktienemission rund zehn Milliarden Pfund aufnehmen, heißt es aus Unternehmenskreisen. Sechs Investmentbanken seien bereits beauftragt worden, die Emission zu begleiten. Die Bank, die zu 43 Prozent im Staatsbesitz steht, drängt laut Analysten darauf, den Staatseinfluss deutlich zu reduzieren. Auf jeden Fall soll der staatliche Anteil an dem Unternehmen nicht auf über 50 Prozent steigen. Analysten schätzen, dass die Bank angesichts drohender Verluste und Abschreibungen dazu insgesamt 20 Mrd. Pfund aufnehmen muss. Neben der Aktienemission rechnen Experten daher auch bei Lloyds mit dem Verkauf von Vermögenswerten oder anderen Kapitalmaßnahmen.

Holland: Bank notverstaatlicht

Für die holländische DSB Bank sind hingegen Verhandlungen über Kapitalspritzen von Investoren gescheitert. Das mit Vermögenswerten in Höhe von acht Mrd. Euro kleine Institut musste von der Zentralbank aufgefangen werden. Kunden der Bank erhalten ihr Geld begrenzt nur noch bis Mittwoch Abend zurück, danach müssen sie drei Monate auf eine Auszahlung warten. Zudem werden ihre Schulden, vor allem die Hypothekenkredite, auf ihr Sparvermögen gegengerechnet. (sulu, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 13.10.2009)

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