Premiere zum EM-Quali-Auftakt

12. Oktober 2009, 17:03
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Österreichs Handballerinnen treten erstmals gegen Großbritannien an - Teamchef Müller: "Alles andere als ein klarer Sieg wäre eine Enttäuschung"

Klagenfurt - Österreichs Handballerinnen steht zum Auftakt der Qualifikation (Gruppe 3) für die EM 2009 in Dänemark und Norwegen eine Premiere ins Haus. Die Truppe von Teamchef Herbert Müller tritt am Mittwoch in der Ballsporthalle Feldkirchen (20.00 Uhr) erstmals in der Länderspiel-Geschichte gegen Großbritannien an. "In dieser Partie müssen wir uns die Favoritenrolle zuschrieben. Alles andere als ein klarer Sieg wäre eine Enttäuschung", sagte der Trainer.

Die Britinnen sind in in der Vorqualifikation in Finnland (17:14 und daheim 24:23) von einem ÖHB-Spion beobachtet worden und dürfen nicht zum Stolperstein werden. Umso mehr, als in der zweiten Runde in Island das Schlüsselspiel auf Katrin Engel und Co. wartet. "Mit den Isländerinnen kämpfen wir um den zweiten Tabellenplatz. Wir wollen am Sonntag einen Punkt oder mehr mitnehmen, zumindest ein Resultat, das wir daheim noch umdrehen können", so Müller.

Französische Favoritinnen

Erster Anwärter auf den Gruppen-Sieg sind die Französinnen. "Die sind fast jedes Mal im Kampf um die Medaillen dabei. Aber zu Hause sind wir gegen sie auch nicht ganz chancenlos", meinte der seit März 2004 im Amt befindliche ÖHB-Teamchef, der seinen siebenten Anlauf auf eine Turnier unternimmt. Für Österreichs wäre es schon die die 20. Teilnahme an einem EM- (bisher 9) oder WM-Turnier (10) en suite.

Mit der Entwicklung seiner jungen Auswahl, der es noch etwas an der Konstanz fehlt, ist Müller hochzufrieden. "Vor dem Umbruch hatte ich große Angst, dass wir im Handball-Nirvana landen könnten. Aber in den vergangenen Jahren hat sich die Mannschaft so entwickelt, dass wir uns nun zurecht auf die Brust klopfen können", ist der 47-Jährige stolz. Viele Spielerinnen sind in der zweiten deutschen Liga engagiert, jetzt müssten sie den nächsten Schritt machen und erstklassig werden.

Im ersten Spiel wird der Mathematik-Dozent auf Marina Budecevic verzichten müssen. Die Legionärin vom TV 05 Mainzlar ist am Wochenende mit dem Knöchel umgekippt und hat eine starke Schwellung. "Wir haben ein Kontrollröntgen machen lassen, gebrochen ist nichts", berichtete Frauensport-Koordinator Bernd Rabenseifner. Auch Gorica Acimovic (Viborg HK) hat Probleme mit dem Sprunggelenk.

Im Kader scheint auch wieder Steffi Subke (früher Ofenböck) auf, die noch immer vereinslos ist. "Sie spielt mit ihrer Erfahrung und ihrem Elan eine ganz wichtige Rolle in der Mannschaft. Sie kennt uns seit Jahren, da ist es kein Problem, dass ihr im Moment die Praxis fehlt. Das versuchen wir im Trainingscamp auszugleichen", sagte Müller über die zweifache Mutter. Mehr Schwierigkeiten hat er mit seinem rumänischen Verein Rulmentul Brasov, dem das Geld ausgeht. "Wir stehen nicht vor dem Abgrund, sondern sind schon im Fallen."

Im Gegensatz zu früheren Qualifikationen mit einer Vorausscheidung und Play-offs sind ab nun nur noch der Titelverteidiger (diesmal Norwegen) und der (Co-)Veranstalter (Dänemark) fix für das Endturnier (7. bis 19. Dezember in Dänemark und Norwegen) gesetzt. Die 14 weiteren Teilnehmer werden in sieben Gruppen zu je vier Ländern ermittelt, wobei die ersten zwei Teams die Fahrkarten lösen. (APA)

Terminplan der Gruppe 3 zur EM-Qualifikation:

1. Runde: Österreich - Großbritannien (Mittwoch, Feldkirchen, 20.00 Uhr) Frankreich - Island (Mittwoch, 19.30 Uhr Besancon)
2. Runde: Großbritannien - Frankreich (17. Oktober) Island - Österreich (18. Oktober, Hlioarendi, 16.00 Uhr)
3. Runde: Österreich Frankreich (31. März) Großbritannien - Island (31. März)
4. Runde: Frankreich - Österreich (3./4. April) Island - Großbritannien (3./4. April)
5. Runde: Island - Frankreich (26./27. Mai) Großbritannien - Österreich (26./27. Mai)
6. Runde: Österreich - Island (29. Mai) Frankreich - Großbritannien (29./30. Mai)

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