Outsourcing-Gerüchte zurückgewiesen

12. Oktober 2009, 15:17
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Airbus will zwar Geschäftsbereiche ausgliedern, aber nicht ein Fünftel der Ingenieurs-Aktivitäten - Noch kein konkreter A400M-Erstflug-Termin

Ein Medienbericht, wonach Airbus in den nächsten drei Jahren ein Fünftel seiner Ingenieurs-Aktivitäten auslagern will, sorgte am Montag für große Unruhe - unter anderem bei Airbus selbst. Umgehend wurde der Bericht der indischen Zeitung "Mint" dementiert; dieser sei "inkorrekt", erklärte Sprecher Justin Dubon.

Es sei nicht geplant, 20 Prozent der Ingenieurs-Aktivitäten nach Indien oder andere Billiglohnländer bis 2012 zu verlagern, teilte der europäische Flugzeugbauer am Montag mit. Allerdings bestätigte der Boeing-Konkurrent nochmals, auf längere Sicht an der Ausgliederung von Geschäftsbereichen interessiert zu sein. Bisher ist Airbus hauptsächlich in Großbritannien, Frankreich, Deutschland und Spanien tätig.

Die indische Zeitung hatte weiter berichtete, die Belegschaft in Indien werde von derzeit 120 auf 450 in 2012 wachsen. Dies sei richtig, bestätigte Dubon.

Noch kein konkreter A400M-Erstflug-Termin

Ebenfalls von Airbus dementiert wurde bereits am Sonntag ein Vorausbericht des deutschen Nachrichtenmagazins "Focus", wonach der Militärtransporter A400M erstmals am 30. November abheben soll. "Bei neuen Modellen können wir in der Regel erst 48 bis 72 Stunden vorher sagen, wann der Erstflug stattfindet", hieß es an den Standorten in Toulouse und Madrid.

Sobald sich der Termin eingrenzen lasse, werde man dies mitteilen. Derzeit könne nur gesagt werden, dass der Erstflug des mit zahlreichen Entwicklungsproblemen kämpfenden Militärtransporters um den Jahreswechsel herum stattfinden solle - plus oder minus einiger Wochen.

Drei Jahre hinter dem Zeitplan

Der Airbus A400M gilt als eines der ehrgeizigsten Rüstungsprojekte in Europa. Er soll 37 Tonnen Gewicht transportieren können und deutlich schneller sein als heutige Modelle. Der Transporter liegt jedoch wegen technischer Probleme mindestens drei Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan.

Deutschland wird das erste von 60 bestellten Flugzeugen voraussichtlich erst in mehr als vier Jahren erhalten - ursprünglich sollte es bereits 2010 soweit sein. Die FDP hatte sich zuletzt dafür ausgesprochen, die Bestellung zu kürzen und nur 49 Maschinen abzunehmen. So könnten 1,3 Milliarden Euro eingespart werden, rechnete die Partei kurz vor den Koalitionsverhandlungen vor. (APA)

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    Der Militärtransporter A400M muss weiter auf seinen Erstflug warten - Airbus kennt ihn nämlich selbst auch maximal 72 Stunden davor.

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