"Sollten nicht zu viel Respekt haben"

12. Oktober 2009, 15:53
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ÖFB-Youngsters wittern ihre Chance gegen Frankreich - Beichler, Jantscher und Fuchs hoffen auf Unterschätzung - "Sturm-Zwillinge" treffen Clubwahl frühestens im Winter

Seefeld - Trotz der klaren Außenseiterrolle im abschließenden Fußball-WM-Qualifikationsmatch gegen Frankreich wittern die ÖFB-Youngsters ihre Chance. So rechnen sich etwa die "Sturm-Graz-Zwillinge" Jakob Jantscher und Daniel Beichler am Mittwoch (21.00 Uhr/live ORF1) im Stade de France einiges aus, weil sie hoffen, vom scheinbar übermächtigen Gegner nicht wirklich ernst genommen zu werden.

Außerdem spekuliert Beichler damit, dass die Franzosen aufgrund der schon fix bezogenen Tabellen-Positionen eine B-Mannschaft aufs Feld schicken könnten. "Wenn es so sein sollte, wäre das in Ordnung. Wenn sie uns auf die leichte Schulter nehmen, könnte uns das zugutekommen", vermutete der Offensivspieler, der am Dienstag seinen 21. Geburtstag feiert.

"Das sind auch nur Menschen"

Allerdings kann sich auch die französische Reserve sehen lassen. "Dann spielt eben Benzema von Real Madrid oder Malouda von Chelsea", sagte Beichler. Dennoch werde man vor möglicherweise 80.000 Zuschauern im Stade de France nicht in Ehrfurcht erstarren. "Wir fahren dort nicht hin, um uns das Stadion oder die Stadt anzuschauen. Es ist sicher Respekt vorhanden, aber wir sollten nicht zu viel Respekt haben. Das sind auch nur Menschen."

Durch die anstehenden Aufgaben mit dem Nationalteam und Sturm Graz lässt eine richtungsweisende Entscheidung von Beichler noch länger auf sich warten. Sein Vertrag läuft im Sommer aus, dennoch sieht er im Moment keinen Handlungsbedarf. "Ich konzentriere mich nur auf Sturm und das Nationalteam, im Winter schauen wir weiter."

Sein Manager Max Hagmayr hat Beichler schon vom zunehmenden Interesse aus dem Ausland berichtet. "Das liegt auch an den Europa-League-Spielen, die werden international ganz anders wahrgenommen", erklärte der vierfache Teamspieler, der schon von Winter bis Sommer 2007 in Italien bei Reggina spielte und diese Zeit als "wichtigen Entwicklungsprozess" bezeichnete.

So wie Beichler könnte auch dessen Club- und ÖFB-Zimmerkollege Jantscher nach Vertragsende im Sommer im Ausland landen, doch so wie Beichler will sich auch Jantscher mit einer Entscheidung noch Zeit lassen. Der 20-Jährige fehlte gegen Litauen wegen einer Bauchmuskelzerrung, konnte aber in den vergangenen zwei Tagen schmerzfrei trainieren. "Meinem Einsatz am Mittwoch steht nichts im Wege", sagte der vierfache Internationale.

Auch Jantscher fühlt sich in der Rolle des hungrigen Underdogs wohl. "Wir haben schon in Belgrad (Anm.: beim unglücklichen 0:1 im Juni gegen Serbien) gezeigt, dass wir mit einer Weltklasse-Mannschaft mithalten können", meinte der Flügelspieler, der pikanterweise ausgerechnet seinem Freund Beichler den Platz in der Anfangsformation wegschnappen könnte.

Sein Stammleiberl fix hat wohl Christian Fuchs, der nach abgesessener Sperre wieder links in der Viererkette erwartet wird. Der Niederösterreicher war gegen die Franzosen sowohl beim 0:1 im Testspiel im März 2007 als auch beim 3:1 in der WM-Qualifikation im September 2008 mit von der Partie. "Ich habe gegen Frankreich eine positive Bilanz und will schauen, dass das auch so bleibt", kündigte der 23-Jährige an.

Der Ex-Mattersburger sieht die ÖFB-Auswahl zwar als klaren Außenseiter, "aber ich glaube, die Franzosen werden sich schon aufs Play-off konzentrieren. Das könnte unsere Chance sein". (APA)

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