Risikovorsorgen hinken Ausfallsrate hinterher

12. Oktober 2009, 14:45
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Verhältnis Non-Per­for­ming-Loans zu Vorsorgen auf 75 Prozent gesunken

Wien - Die "Risikoschere" bei den in Österreich tätigen Banken ist laut einer KPMG-Studie weiter auseinander gegangen. Die drei Großbanken Bank Austria, Erste Group und RZB haben demnach im ersten Halbjahr 2009 verhältnismäßig weniger Vorsorgen gebildet als das Volumen ihrer überfälligen Kredite zugenommen hat. Während die überfälligen Kredite (Non-Performing-Loans) um ein Drittel gestiegen seien, hätten sich die Vorsorgen nur um 25 Prozent erhöht, so das im WirtschaftsBlatt (Montagausgabe) veröffentlichte Studienergebnis.

Das Verhältnis der Non-Performing-Loans zu den Vorsorgen ist laut KPMG-Geschäftsführer Gottwald Kranebitter von 80 Prozent Ende 2008 auf 75 Prozent gesunken. Die Banken können diese Zahlen laut Zeitungsbericht nicht nachvollziehen und verweisen auf die hohen Steigerungsraten bei den Rückstellungen.

Risikovorsorgen steigen

Dass die Vorsorgen für Kredite 2010 weiter steigen werden, ist laut Bericht für Kranebitter wie auch für die Banken eine ausgemachte Sache. "Das volle Ausmaß der notwendigen Vorsorgen für Kreditausfälle aufgrund der Finanz- und Wirtschaftskrise werden wir erst in den Bilanzen für die Jahre 2009 und 2010 sehen", erklärte Kranebitter der Zeitung. Zuerst würden jene Risiken schlagend, die das Firmenkundengeschäft betreffen. Das Privatkundensegment werde durch höhere Arbeitslosigkeit erst danach folgen.

Laut KPMG-Studie stiegen die Kreditvorsorgen in Prozent der Kundenkredite bei der Kärntner Hypo Alpe Adria von 0,64 Prozent im Jahr 2006 auf 1,81 Prozent, die Raiffeisen Zentralbank (RZB) erhöhte von 0,67 auf 1,39 Prozent, die Erste Bank von 0,47 auf 0,88 Prozent. Bei der Bank Austria gingen sie hingegen von 0,85 auf 0,77 Prozent zurück, dies aufgrund außerordentlicher Effekte im Jahr 2006 und guter Anfangsquartale 2008, heißt es. Bei der BAWAG PSK stieg der Prozentsatz von 0,72 auf 0,77 Prozent.

Erheblicher Spielraum

Bei der Dotierung der Risikovorsorgen haben die Banken einen erheblichen Spielraum, heißt es weiter. Dies ermögliche es ihnen, den Gewinn zu steuern. Sollte sich herausstellen, dass zu wenig vorgesorgt wurde, könne dies auch für die Republik negative Folgen haben. Denn die Banken müssen für die Staatshilfe nur dann Dividende zahlen, wenn sie auch Gewinne schreiben. (APA)

 

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