Griechenland ruft Italien zu Hilfe

12. Oktober 2009, 14:22
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Staatsanwalt geht von 120 Fässern Atommüll aus - Schiffs-Wrack vor der kalabrischen Küste soll nur der Anfang sein

Athen/Rom - Die griechische Atombehörde hat Italien zur gemeinsamen Suche nach Gift- und Atommüll-Wracks im Mittelmeer aufgefordert. "Es besteht die Notwendigkeit einer gemeinsamen Suche nach radioaktivem Material", sagte der Chef der griechischen Behörde für Atomenergie, Christos Chousiadis.

Im September haben italienische Ermittler ein mit Atom- und Giftmüll beladenes versenktes Schiffs-Wrack vor der kalabrischen Küste entdeckt.

Der ermittelnde Staatsanwalt von Paola, Bruno Giordano, warnte schon vor Jahren vor weit mehr als 30 solcher Giftwracks im Mittelmeer. Ein geständigs Mitglied der kalabrischen Mafia "'N'drangheta" hat die Ermittler nun auf die Spur des gefährlichen Schiffes gebracht. Der Mafioso berichtete vom Frachter "Cunsky", der mit 120 Fässern Atommüll beladen gewesen und 1993 mit seiner Hilfe versenkt worden sei.

Radioaktiven Müll aus dem Libanon

Die "Cunsky" soll mit anderen drei Frachtern in den Jahren 1988 und 1989 von der italienischen Regierung eingesetzt worden sein, um radioaktiven Müll aus dem Libanon zu entsorgen. Offiziell war sie im Jänner 1992 verschrottet worden. Laut dem Mafia-Mitglied wurde in griechischen Gewässern auf ähnliche Weise Giftmüll vor allem der Pharma-Industrie versenkt. Die Firmen sollen der Mafia zwischen 1,5 und 15 Millionen Euro pro versenktes Schiff gezahlt haben.

"Griechenland muss über alle möglichen Fundstellen von Giftwracks informiert werden", forderte Chousiadis. Die italienische Umweltorganisation Legambiente hatte von sieben Giftschiffen in unmittelbarer Nähe der griechischen Inseln Paxos, Kefalonia und Zakynthos an der Westküste Griechenlands gesprochen. Italien leitete inzwischen weitere Ermittlungen ein, um zunächst die bisher nicht einwandfrei geklärte Identität des Schiffes festzustellen. (APA)

 

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