Neues Dach für Fonds- und Vermögensmanagement

12. Oktober 2009, 13:52
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Österreich- und Osteuropa-Aktivitäten in neuer Erste Asset Management GmbH gebündelt

Wien - Die Erste Group bündelt ihre Aktivitäten im Fonds- und Vermögensmanagement. Unter dem Dach der Erste Asset Management GmbH (EAM) werden alle zehn Investmentfondsgesellschaften in Österreich und Zentral- und Osteuropa organisatorisch zusammengeführt. Die Gesellschaften verwalten derzeit - ohne Immo KAG - ein Fondsvolumen von rund 33,8 Mrd. Euro. Inklusive der auf Privatkunden spezialisierten Espa-Financial Advisors GmbH (EFA) sind es knapp 39 Mrd. Euro. Die EAM ist eine 100-prozentige Tochter der Erste Group Bank.

"Wir wollen einer der führenden Asset Manager in Zentral- und Osteuropa bleiben", sagte EAM-Vorstandsvorsitzender Heinz Bednar heute, Montag, bei einem Pressegespräch in Wien. Weitere Vorstandsmitglieder der EAM sind Harald Gasser für das Back Office, Franz Gschiegl für das Privatkundengeschäft und Christian Schön für das institutionelle Geschäft. Schön ist neu in der Erste Group, er war zuvor Geschäftsführer von DWS Austria.

Zur EAM gehören die vier österreichischen Gesellschaften Erste Sparinvest (Espa, zu 81 Prozent), Ringturm KAG (95 Prozent), Erste Immobilien KAG (26 Prozent) und - an die Espa angehängt - die EFA. Aus Zentral- und Osteuropa kommen die Asset Management-Gesellschaften der Erste in Tschechien (in 3 bis 4 Monaten), der Slowakei, Kroatien, Ungarn, Rumänien und Deutschland hinzu. Später soll auch noch Serbien folgen. EAM hält selbst eine große Asset-Management-Lizenz und verwaltete derzeit rund 1,8 Mrd. Euro. In den elf rechtlichen Einheiten sind rund 300 Mitarbeiter beschäftigt. Der Marktanteil beträgt rund 22 Prozent.

Bündeslung von Ressourcen und Know-how

Die Vorteile der neuen Struktur liegen laut Bednar in der Bündelung von Ressourcen und Know-how, der Einführung von gruppenweiten Produkt- und Qualitätsstandards, der Verbesserung des Risikomanagements, der Harmonisierung der IT-Systeme und dem verbesserten Informationsaustausch. Sie bedeute aber nicht, dass alle Espa-Produkte in allen Ländern ausgerollt werden. "Wir bleiben trotzdem lokal", betonte Bednar. Nicht zuletzt, um die unterschiedlichen Gesetzgebungen und Besteuerungen zu nützen.

Das Wachstumspotenzial in der CEE-Region schätzt Bednar sehr hoch ein. Demnach liegt das private Fondsvermögen in Österreich derzeit bei rund 15.000 Euro pro Kopf, in Tschechien bei 1.000 Euro, in Ungarn bei 948 Euro, in der Slowakei bei 697 Euro, in Kroatien bei 433 Euro und in Rumänien gar erst bei 11 Euro.

Im Fokus des institutionellen Geschäftes werden laut Schön Lösungen für Pensionskassen und Vorsorgesysteme stehen. Hier werden zweistellige jährliche Wachstumsraten von 10 bis 15 Prozent erwartet. Zum Jahresende 2008 hätten die CEE-Pensionskassen rund 65 Mrd. Euro verwaltet, bis 2015 wird ein Volumen von 200 Mrd. Euro prognostiziert. Außerdem sollen den osteuropäischen Zentralbanken Lösungen für ihre rund 150 Mrd. Euro hohen Fremdwährungsreserven angeboten werden. Des weiteren ist geplant, die Präsenz in Westeuropa auszubauen. Neben Deutschland liegt dabei der Fokus auf Spanien und Skandinavien.

Die Schwerpunkte im Privatkundengeschäft liegen laut Vorstandsmitglied Gschiegl in vertrauensbildenden Maßnahmen und der Definition einer Kernproduktpalette. Das derzeitige Niedrigzinsumfeld will Gschiegl dazu nutzen, um den Kunden die Vorteile einer mittel- bis langfristigen Veranlagung zu erläutern. Weiters stehen Gesamtlösungen im Vordergrund, wie zum Beispiel "Absolute-Return-Strategien".

"Das Vertrauen der Anleger kommt zaghaft zurück", meinte Gschiegl. Die Verzögerung sei diesmal größer gewesen, weil auch die Krise größer gewesen sei. Die Veranlagungsschwerpunkte setzen die Erste-Asset-Manager derzeit in Emerging Markets Bonds und Unternehmensanleihen. Auf der Aktienseite sind sie neutral gewichtet. Regional werden Europa, Osteuropa, Hongkong bevorzugt, USA und Japan werden untergewichtet. (APA)

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