Leasing-Tochter stemmt sich gegen rückläufigen Markt

12. Oktober 2009, 13:14
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Neugeschäftsvolumen konnte im Halbjahr gehalten weden

Wirtschaft - Die Leasing-Tochter der Bawag P.S.K. zeichnet ein tristes Bild für den heimischen Leasing-Markt: Das Volumen der rund 40 Gesellschaften in Österreich soll heuer um 24 Prozent von 6,85 auf 5,2 Mrd. Euro einbrechen. 2010 rechnen die beiden Geschäftsführer Alexander Schmidecker und Rudolf Fric wieder mit einer geringfügigen Erholung des Gesamtmarktes um 1,3 Prozent auf knapp 5,3 Mrd. Euro. "2011 sollten wir die Krise überwunden haben", so Schmidecker am Montag bei einer Pressekonferenz.

Belastend wirkten sich heuer das rückläufige Nutzfahrzeug- und Immobiliengeschäft aus. Das normale Kfz-Leasing entwickle sich "eher stabil".

Noch empfindlichere Einbußen erlitt die Branche heuer im ersten Halbjahr vor allem in Osteuropa - die Volumina haben sich zum Teil halbiert. Während das Neugeschäft in Österreich per Ende Juni 2009 gegenüber dem Gesamtjahr 2008 von 8,5 auf 2,8 Mrd. Euro zurückging, gab es in Ungarn von 3,4 auf 0,8 Mrd. Euro nach, in Tschechien von 4,2 auf 0,9 Mrd. Euro. Bei der BAWAG P.S.K. stellte der CEE-Raum derzeit aber nur 5 Prozent des Portfolios.

Die Bawag P.S.K. hat im ersten Halbjahr trotz Finanzkrise Marktanteile dazugewonnen. Das Neugeschäftsvolumen betrug 208,6 Mio. Euro und habe sich auf dem massiv rückläufigem Gesamtmarkt um nur einen Prozentpunkt verschlechtert. Die Gesamtzahl der Verträge sei um 2,3 Prozent auf 54.149 Stück gestiegen - ein Marktanteilsgewinn von 4,9 (2008) auf 7,5 Prozent. "Unsere Zielmarke liegt bei 10 Prozent", sagte Vorstand Regina Prehofer.

Um das Geschäft weiter zu belegen, will die Leasinggesellschaft den Vertrieb ihrer Kommerzkundenprodukte über die BAWAG forcieren und Projektfinanzierungen für Kommunen und Unternehmen verstärken. Wachsen, investieren und ausbauen will das Unternehmen auch das Autoleasing und die Kooperation mit Partnern. Die Bawag P.S.K. Leasing arbeite schon jetzt intensiv mit der Generali Versicherung, dem ÖAMTC und Ford zusammen.

OGH moniert Vorgehen bei unfairen Klauseln

 

Nach der Abmahnung sieht der Oberste Gerichtshof (OGH) nur in einer unbedingten Unterlassungserklärung die Klagemöglichkeit gebannt. Hintergrund des Urteils ist, dass das Unternehmen "zur Vermeidung etwaiger späterer Meinungsdifferenzen" neue Klauseln angefügt habe. Diese Vorgehensweise beseitigt nach Meinung des OGH nicht die Wiederholungsgefahr und missbraucht das Abmahnverfahren für ein "Genehmigungsverfahren".

Nur bei einer Unterlassungserklärung ohne Wenn und Aber - also ohne Bedingungen - falle die Wiederholungsgefahr und damit die Voraussetzung für eine Klage weg. Werden der Unterlassungserklärung neu formulierte Ersatzklauseln beigefügt, liege keine vollständige Unterwerfung vor.

"Es ist überaus erfreulich, dass der OGH die Effizienz des höchst wirksamen Abmahnverfahrens bewahrt und trickreiche Einschränkungen kompromisslos ablehnt", teilte Peter Kolba, Leiter des Bereiches Recht im VKI, am Montag in einer Aussendung mit. Es sei wichtig, dass allen Unternehmern, die mit einer Abmahnung konfrontiert würden, klar sei, dass nur eine unbedingte Unterlassungserklärung eine Klage verhindere. (APA)

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