Ruf nach UN-Sonderbeauftragten gegen sexuelle Gewalt

12. Oktober 2009, 12:55
posten

Hilfsorganisation Care kritisiert öffentliche Vergewaltigungen in Guinea

New York - Nach Berichten über brutale Vergewaltigungen von Frauen in einem Stadion im westafrikanischen Guinea durch Sicherheitskräfte hat die Hilfsorganisation Care die UNO aufgefordert, für den Kampf gegen sexuelle Gewalt einen Sonderbeauftragten zu ernennen. "Was in Guinea passiert ist, ist ein Skandal, eine brutale Erinnerung an eine weit verbreitete Form der Gewalt gegen Frauen und Mädchen in aller Welt", erklärte Care-Chefin Helene Gayle am Freitag in New York. "Wir müssen jetzt handeln, um diesem Missbrauch und dieser Erniedrigung ein Ende zu setzen."

"Zeit für Gespräche vorbei"

Gayle forderte UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon in einem Brief auf, die Ende September in einer UNO-Resolution vereinbarten Schritte umzusetzen und wie darin festgelegt, unverzüglich einen Sonderbeauftragten für den Kampf gegen sexuelle Gewalt einzusetzen. "Die Zeit für Gespräche ist vorbei." Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen und "die Gewaltspirale gegen Frauen zu beenden", kündigte die Hilfsorganisation an, auch eine entsprechende Online-Petition ins Leben zu rufen.

Frauen auf offener Straße vergewaltigt

In Guinea war die Armee im September äußerst brutal gegen eine Kundgebung der Opposition in einem Stadion vorgegangen. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden dabei mehr als 150 Menschen getötet. Zudem sollen Soldaten Frauen in dem Stadion und auf offener Straße vergewaltigt und gequält haben. Die DemonstrantInnen hatten gegen die Pläne von Junta-Chef Moussa Dadis Camara protestiert, bei der für Jänner geplanten Präsidentenwahl anzutreten. (APA/AFP)

Share if you care.