Fulminantes Kirchenmusikereignis geplant

12. Oktober 2009, 12:56
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Bruckners "Te Deum" wird 26. Oktober mit mehr als 1.000 Mitwirkenden im Linzer Mariendom zu hören sein

Linz - Linz 09 bereitet ein gigantisches Kirchenmusikereignis vor: Ein Dirigent, zwei Organisten und mehr als 1.000 Singende und Musizierende werden am Abend des 26. Oktober das "Te Deum" von Anton Bruckner im Linzer Mariendom erklingen lassen. Etliche tausend Besucher werden erwartet. Linz09-Intendant Martin Heller, -Musikchef Peter Androsch, Domkapellmeister Josef Habringer und Dommeister Clemens Pichler stellten das Projekt in einer Pressekonferenz am Montag in Linz vor.

Das "Te Deum" in C-Dur von Anton Bruckner beruht laut Habringer auf einem Text aus dem 3. bis 4. Jahrhundert - ein großes Lobgebet Gottes, der mehrfach vertont wurde. Bruckner begann mit der Komposition 1881, die Orchesterfassung wurde 1886 in Wien uraufgeführt. Sie gilt als eines der bedeutendsten großen Chorwerke seiner Zeit sowie als Höhepunkt des künstlerischen Schaffens des Komponisten. Er selbst bezeichnete das rund 20 Minuten dauernde Werk als "Stolz meines Lebens".

Herausforderung ist die Akustik des Domes

Domkapellmeister Josef Habringer hatte anlässlich von Linz09 die Idee, es in einer gigantischen Besetzung als "Te Deum der Tausend" erklingen zu lassen. Er konnte zur Mitwirkung mehrere (Kirchen-)Chöre aus Oberösterreich gewinnen, dazu das erweiterte Domorchester Linz, als Solisten Ursula Langmayr, Christa Ratzenböck, Kurt Azesberger und Reinhard Mayr sowie auf der Chor- und der Rudigierorgel Wolfgang Kreuzhuber und Rudolf Jungwirth. Bei der Vorbereitung hat er in einer Partitur einen Vermerk seines Vorgängers Joseph Kronsteiner entdeckt, wonach dieser schon am 8. September 1974 anlässlich 50 Jahre Domweihe und 150 Jahre Geburtstag Anton Bruckner ein "Te Deum der Tausend" aufgeführt hat.

Als besondere Herausforderung bezeichnen die Organisatoren die Akustik des Domes und die Logistik. Die Generalprobe muss im leeren Raum stattfinden. Unter diesen Umständen beträgt die Nachhallzeit 7,8 Sekunden. Wenn er voll mit Menschen ist, gibt es keinen Hall. Zudem müssen die mehr als 1.000 Mitwirkenden auf Tribünen mit Sichtkontakt zum Dirigenten im Dom platziert werden. Der Haupteingang ist dadurch nicht benützbar. Trotzdem müssen voraussichtlich etliche tausend Besucher das Gebäude betreten und im Notfall auch schnell wieder verlassen können. Vorsichtshalber wird eine eigene Notbeleuchtung installiert. Die Aufführung wird auch nach außen übertragen. Für einen Stehplatz im Dom sind kostenlose Platzkarten erforderlich. Eine Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln wird empfohlen. (APA)

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