Lauda kennt das Erfolgsrezept

12. Oktober 2009, 13:02
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Ex-Weltmeister macht KERS für schwache Saison von Ferrari und McLaren verantwortlich: "Aerodynamische Nachteile eingehandelt" - Vorteil für Brawn GP und RB

Wien - Die Saison 2009 hat zu einem Umsturz in der Hierarchie der Formel 1 geführt. So viel steht bereits vor der Titelentscheidung in den beiden ausständigen Rennen am Sonntag in Brasilien und zwei Wochen später in Abu Dhabi fest. Die jungen Teams Brawn GP und Red Bull Racing haben dem Establishment um Ferrari und McLaren-Mercedes die Show gestohlen. Für Ex-Weltmeister Niki Lauda gründet das vor allem in vier Buchstaben - KERS.

Das Energierückgewinnungssystem bringt den Piloten zwar für 6,6 Sekunden pro Runde 82 zusätzliche PS, war aber schwierig im Auto zu implementieren. Neben Ferrari und McLaren hielt nur Renault am teuren Hybrid-System fest. "Das Problem dieser Saison war KERS. Die großen Teams haben sich dank ihrer finanziellen Stärke voll darauf konzentriert und sich dadurch aerodynamische Nachteile eingehandelt", erklärte Lauda vor dem Saisonfinale.

KERS am Ende

Brawn GP und Red Bull, die mit Jenson Button, Rubens Barrichello und Sebastian Vettel die drei letzten verbliebenen WM-Anwärter stellen, hätten dieses "Problem" nicht gehabt, waren daher zu Saisonstart klar im Vorteil. Brawn-Pilot Button hatte sechs der ersten sieben Saisonrennen gewonnen - der Grund für seinen noch immer komfortablen Vorsprung in der WM. Für die kommende Saison haben sich die in der FOTA zusammengeschlossenen Teams allerdings darauf verständigt, KERS nicht mehr zu verwenden.

Eine langfristige Dominanz von Brawn oder Red Bull erwartet Lauda daher nicht. "Es haben nächstes Jahr wieder alle die gleichen Voraussetzungen, mit ihren Entwicklungen zu beginnen. Es wird sich alles nivellieren", meinte der dreifache Weltmeister. Ferrari und McLaren hätten im Saisonverlauf deutlich aufgeholt. Zudem sind die Fahrerpaarungen für 2010 bei den Topteams stark. Ferrari geht mit Fernando Alonso und Felipe Massa, McLaren mit Lewis Hamilton und vermutlich Kimi Räikkönen ins Rennen.

"So gescheit wird er sein"

Im laufenden WM-Kampf spielt keiner davon eine Rolle. Button hat es bei 14 Punkten Vorsprung auf Barrichello und 16 auf Vettel selbst in der Hand. "Er hat nichts anderes zu tun, als seinen Vorsprung ins Ziel zu retten. Wenn er intelligent fährt, wird er sich das nicht mehr nehmen lassen", versicherte Lauda. Für den Titel würde es Button reichen, stets unmittelbar hinter seinem Teamkollegen Barrichello ins Ziel zu kommen. "So gescheit wird er sein, dass er das tut", sagte Lauda über den 29-jährigen Engländer.

Vettel hatte zwar seine Hoffnungen und jene von Red Bull zuletzt mit einem eindrucksvollen Sieg in Suzuka am Leben erhalten, Lauda sieht dennoch kaum noch Chancen für den deutschen Jungstar. "Er war durch Motorschäden und andere Probleme, die er gehabt hat, behindert", urteilte der Österreicher. Zudem habe Button bisher etwas weniger Fehler gemacht als Vettel und Barrichello. Der Brite habe sich dadurch bereits in der Anfangsphase der WM den wahrscheinlich entscheidenden Vorsprung herausgefahren.

2007 hatte Räikkönen in den beiden letzten Saisonrennen noch einen 17-Punkte-Rückstand wettgemacht und sich im Ferrari die WM-Krone aufgesetzt. Der Finne war damals ebenfalls als WM-Dritter hinter Hamilton und dessen damaligem McLaren-Teamkollegen Alonso ins Finale gegangen, Lauda glaubt allerdings nicht an eine Wiederholung. "Der Punktevorsprung von Button muss Polster genug sein, dass er das sicher nach Hause fährt", meinte der Ex-Champion. (APA)

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