Ostermayer: Regierung muss Medien unterstützen

12. Oktober 2009, 12:19
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SP-Medienstaatssekretär kritisiert Pröll wegen Absage der Regierungskampagne - Pirker glaubt an Zukunft der gedruckten Zeitung

Wien - Ein klares Bekenntnis zur Presse- und Medienförderung hat Medienstaatssekretär Josef Ostermayer am Montag bei der Eröffnung der Zeitungstechnikmesse IFRA Expo abgelegt. Die Medienvielfalt sei ein wesentlicher Bestandteil einer funktionierenden Demokratie, in Zeiten der Krise müsse die Regierung der Branche daher unter die Arme greifen. Einen Seitenhieb gab es auf den Koalitionspartner ÖVP und Parteichef Josef Pröll, dem es zu verdanken sei, dass die heurige Regierungskampagne in Höhe von fünf Millionen Euro "einem kurzfristigen und bedauerlichen Gag mit falscher Begründung" zum Opfer gefallen sei.

Geld für Hochwasser-Opfer

Pröll hatte die alljährliche Regierungskampagne im Juni abgesagt, um die Mittel den niederösterreichischen Hochwasser-Opfern zugutekommen zu lassen, statt sie für die Bewerbung der Bundesregierung einzusetzen. Bundeskanzler Werner Faymann hatte damals erklärt, dass es keine Kampagne geben werde, "wo zwei Partner streiten" - die SPÖ hatte stattdessen großflächige Einschaltungen in heimischen Printmedien getätigt, in denen im Namen des Bundeskanzleramts die Krisenkompetenz der Regierung beworben wurde. Die ÖVP monierte daraufhin, dass es sich bei diesen Inseraten offenbar um eine Kampagne des Kanzleramts und einiger SP-geführter Ressorts handle. Die Opposition hat die SPÖ in der Vergangenheit schon öfters kritisiert, weil von SP-Ministerien Anzeigen vornehmlich in den Boulevardmedien "Kronen Zeitung", "Heute" und "Österreich" geschaltet wurden.

Zweifache Krise

Ostermayer sowie Horst Pirker, Präsident des Verbands Österreichischer Zeitungen (VÖZ) und Vizepräsident des Weltverbandes der Zeitungen und Nachrichtenmedien WAN-IFRA, beschworen in ihren Eröffnungsstatements die Zukunft der klassischen Zeitungen. Pirker betonte zwar, dass sich die Printbranche in einer zweifachen Krise befinde, nämlich der Finanz- und Wirtschaftskrise sowie in einer strategischen Krise, dennoch "glauben wir Verleger dieser Welt an die Zukunft der Zeitung - auch auf Papier. Wir glauben nicht an eine Migration von Print nach digital" - vielmehr werden Zeitungen künftig sowohl auf Papier, als auch digital erscheinen. Dafür brauche es allerdings "neue Zugänge, neue Technologie und neue Geschäftsmodelle".

Die IFRA Expo ist die weltweit größte Ausstellung für Zeitungstechnik und findet heuer zum zweiten Mal in Wien statt. 284 Aussteller und 7.000 Besucher aus mehr als 80 Ländern besuchen die Messe, die von Montag bis Donnerstag im Wiener Messezentrum stattfindet. (APA)

Link: IFRA-Expo

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