Gorbatschow kritisiert Medwedew und Putin

12. Oktober 2009, 11:34
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Keine echten Anstrengungen für zu wichtige Veränderungen

Paris - Der russischen Führung aus Präsident Dmitri Medwedew und Regierungschef Wladimir Putin mangelt es nach Ansicht von Ex-Sowjetpräsident Michail Gorbatschow (78) am Willen zu wichtigen Veränderungen. "Ich sehe keine echten Anstrengungen zur Modernisierung", sagte der Friedensnobelpreisträger der französischen Zeitung "Le Figaro" (Montag). Er frage sich zum Beispiel, wie die Millionen Petrodollar aus dem Verkauf russischen Öls genutzt wurden.

Geldverschwendung

"Die Bedingungen waren dank der Erhöhung des Erdölpreises günstig. (...) Aber ich denke, dass ein großer Teil des Geldes verschwendet worden ist", kritisierte Gorbatschow. Medwedew und Putin hätten viel früher handeln müssen, um die wirtschaftliche Lage zu verbessern sowie Russland zu modernisieren und zu demokratisieren.

Zum 20. Jahrestag des Mauerfalls in Berlin sagte Gorbatschow, dass er nicht so schnell mit der Wiedervereinigung gerechnet hätte. Bei einem Besuch in der DDR im Oktober 1989 habe er eine Demonstration Jugendlicher miterlebt. Der damalige polnische Ministerpräsident Mieczyslaw Rakowski habe ihn gefragt, ob er Deutsch verstehe. "Ich habe geantwortet: Genügend, um zu verstehen, was die Plakate und die Sprüche sagen." Rakowski habe daraufhin gesagt: "Das ist das Ende." "Ich habe Ja gesagt", erzählte Gorbatschow. (APA)

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