Regierung schloss staatliches Stromunternehmen

12. Oktober 2009, 07:17
3 Postings

Angeblich wegen wirtschaftlicher Ineffizienz - Zuvor Wiederwahl von Gewerkschaftschef abgelehnt

Mexiko-Stadt - Die mexikanische Regierung hat am Sonntag ein staatliches Energieunternehmen mit rund 40.000 Angestellten geschlossen. 5.000 Polizisten besetzten in der Nacht auf Sonntag die Zentrale und Filialen des Unternehmens Luz y Fuerza del Centro, das vor allem die Metropolenregion der Hauptstadt Mexiko-Stadt mit Strom versorgt. In einem Dekret von Staatschef Felipe Calderon wurde die überraschende Maßnahme damit begründet, dass Luz y Fuerza nicht wirtschaftlich gearbeitet und nur Verluste erwirtschaftet habe.

Wiederwahl eines Gewerkschaftsführers abgelehnt

Der Schließung ging ein Kampf um die von der Regierung abgelehnte Wiederwahl eines Gewerkschaftsführers voraus, der in der vergangenen Woche zu heftigen Demonstrationen in der Hauptstadt geführt hatte. Luz y Fuerza ist der einzige Stromlieferant in der mexikanischen Hauptstadt und in einigen zentralen Staaten Mexikos. Nach Angaben von Innenminister Fernando Gomez Mont ist die Stromversorgung der Region allerdings durch die Föderale Elektrizitätskommission (CFE) sichergestellt.

In dem Dekret des Präsidenten hieß es, "die finanzielle und operative Ineffizienz des Unternehmens" sei erwiesen. Allein im heurigen Jahr muss die mexikanische Regierung nach Angaben von Gomez Mont umgerechnet über zwei Milliarden Euro zahlen, um den Betrieb des Unternehmens sicher zu stellen. (APA)

Share if you care.