Roma-Protestmarsch gegen Ausgrenzung

11. Oktober 2009, 23:44
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Petition an Präsident Solyom - Soll Stimme gegen Roma-Diskriminierung erheben

Budapest - Mit einer Kundgebung gegen die Ausgrenzung hat ein tagelanger Protestmarsch ungarischer Roma am Sonntag seinen Höhepunkt erreicht. Sechs Vertreter der größten Minderheit Ungarns, die am 3. Oktober im ostungarischen Jaszladany zu ihrem Marsch aufgebrochen waren, wurden auf dem Heldenplatz in Budapest von rund 500 Menschen mit Applaus empfangen, wie die ungarische Nachrichtenagentur MTI meldete. Sie wollten Präsident Laszlo Solyom eine Petition mit der Aufforderung überreichen, seine "Stimme gegen die Diskriminierung der Roma zu erheben".

Solyom solle die "führende Rolle im Kampf für die Integration der Roma" übernehmen, hieß es darin weiter. Geleitet wurde der Protestmarsch von Laszlo Kallai, dem Vorsitzenden des Roma-Verbandes Bürgerrechte. Wie dieser auf dem Heldenplatz betonte, werde die Minderheit der Roma "unterdrückt, ausgegrenzt und abgestempelt". Das geschehe im 21. Jahrhundert, in dem es eigentlich nicht mehr notwendig sein sollte, "für gleiche Rechte und gleiche Freiheit zu demonstrieren".

Kallai kritisierte die Segregation der Roma-Kinder an rund 900 Schulen als eines der Probleme, die die geschätzten 600.000 Roma in Ungarn belasteten. Besonders leide die Minderheit auch unter der hohen Arbeitslosigkeit. "Erhielte ein arbeitsfähiger Rom Arbeit, würde dies auch die sozialen und die Bildungsprobleme abbauen." Laszlo Kallai forderte weiter gleiche Behandlung von Roma vor den Gerichten, da Roma für gleichgeartete Vergehen höhere Strafen erhielten als Täter aus der Mehrheitsbevölkerung. (APA)

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