Früheres RAF-Mitglied Hogefeld in offenem Vollzug

11. Oktober 2009, 22:11
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53-Jährige kann Haftanstalt demnach tagsüber verlassen

Berlin - Nach mehr als 16 Jahren Haft ist das frühere Mitglied der Roten Armee Fraktion (RAF) Birgit Hogefeld nach einem Bericht der Berliner "tageszeitung" in den offenen Vollzug verlegt worden. Wie das Blatt im Voraus aus seiner Montag-Ausgabe berichtete, darf Hogefeld tagsüber die Haftanstalt Frankfurt-Preungesheim verlassen, muss die Nächte aber in Gewahrsam verbringen. Anfang Oktober hat Hogefeld demnach eine Tätigkeit als Volontärin im Großraum Frankfurt am Main aufgenommen.

Die 53-jährige Hogefeld wird der "dritten Generation" der RAF zugerechnet, deren Anschläge in den 80er Jahren bis heute nicht vollständig aufgeklärt sind. Unter anderem fielen den Attentaten 1989 Deutsche-Bank-Chef Alfred Herrhausen, 1986 der Siemens-Manager Karl-Heinz Beckurts und 1991 der Präsident der Treuhandanstalt, Detlev Karsten Rohwedder, zum Opfer.

Hogefeld war 1993 in Bad Kleinen verhaftet und wegen Mordes und Mordversuchs zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Nach der Freilassung von Christian Klar Ende vergangenen Jahres war sie zeitweise das letzte frühere RAF-Mitglied, das noch im Gefängnis saß. Ende August wurde allerdings die bereits 1989 aus der Haft entlassene frühere RAF-Terroristin Verena Becker erneut inhaftiert, weil sie dringend verdächtig ist, an der Ermordung des Generalbundesanwalts Siegfried Buback und seiner zwei Begleiter am 7. April 1977 beteiligt gewesen zu sein. (APA)

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