Umfrage

Online-Medien: Nur vier Prozent würden zahlen

11. Oktober 2009, 19:29

Werbung weiter Hauptstütze für Internetseiten

Berlin - Werbung dürfte auf absehbare Zeit die wichtigste Geldquelle für Journalismus im Internet bleiben. Die deutschen Internet-Nutzer sind nach einer aktuellen Umfrage nur sehr eingeschränkt bereit, etwas für Nachrichten, Berichte und Reportagen zu bezahlen. Lediglich 16 Prozent seien grundsätzlich gewillt, dies zu tun. Das Institut Forsa hatte im Auftrag des deutschen Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom) rund 1.000 repräsentativ ausgewählte Internet-Nutzer befragt. Noch sei kein Ende der "Kostenlos-Kultur" im Internet in Sicht, stellte Bitkom-Vizepräsident Achim Berg am Sonntag in Berlin fest.

Entscheidend für die Attraktivität der Bezahlangebote seien angemessene Preise. Die Grenze liege momentan bei einem Euro, wie die Umfrage zeige: Von den 16 Prozent, die grundsätzlich zahlungsbereit sind, würden fast alle (93 Prozent) bis zu 10 Cent pro Artikel ausgeben. Bis zu 1 Euro würde immerhin noch gut jeder Zweite (56 Prozent) berappen. Jeder achte Internet-Nutzer (12 Prozent) akzeptiert den kostenpflichtigen Einzelabruf. Eine Journalismus-Pauschale, also eine monatliche Abonnementsgebühr, würden hingegen nur 4 Prozent nutzen wollen.

Derzeit finanzierten sich die Nachrichtenportale im Internet vor allem über Werbung. In den vergangenen Jahren seien diese Einnahmen stark gestiegen. 2009 werde der Online-Werbemarkt erstmals die Marke von 1,5 Milliarden Euro überschreiten. "Es sollte aber gelingen, auch im Internet durch den Verkauf einzelner Artikel, von Dossiers oder über Flatrates kostenpflichtige Angebote zu etablieren und damit gerade für den Qualitätsjournalismus ein zweites finanzielles Standbein aufzubauen", sagte Berg. (APA/dpa)

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10 Postings
THE MISSING LINK
00
12.10.2009, 15:44

Hmm, in Folge dieser Entwicklung wird man den Adblock Plus wohl nur mehr als illegalen download bekommen? ;)

joe doe
00
12.10.2009, 19:40
Ich hab mir

letztens den Standard mit dem IE und ohne ABP angesehen, da hab ich länger gebraucht um die Information zu finden.
Schöner Schreck :-)
cu Joe

The Dark
00
12.10.2009, 14:21
Mich wundert es ja mittlerweile eher

dass noch jemand bereit ist für Papiertageszeitungen zu zahlen. Wenn es das gleiche auch kostenlos im Internet gibt.

Monopoly mit Hut
00
13.10.2009, 08:57

Informationen wird es immer kostenlos geben.

Das Wesen von Publikationen ist es, publik zu werden. Auch wenn sämtliche Informationsanbieter (APA, Zeitungen, Nachrichtensender, usw.) ihre Nachrichten nur noch gegen Geld hergeben wird es Personen geben, die von Ereignissen berichten und weder Geld dafür verlangen noch Werbung zulassen.

derStandardmeint
11
11.10.2009, 20:27
Kann bitte endlich irgendjemand die Frage anders stellen?

Es muß heißen:
"Würden Sie für Online-Inhalte bezahlen, wenn ALLE relevanten Medienhäuser dafür Geld verlangen würden?

Solange einfach auf andere, kostenlose, Quellen ausgewichen werden kann, wird immer kaum jemand für die EINE kostenpflichtige bezahlen wollen.

Fritz de Pomme
03
12.10.2009, 08:03
die Frage ist halt, ob diese Ihre "anders gestellte Frage" relevant ist.

Oder, in anderen Worten: warum kriegt man die Paste so schwer in die Tube zurück.
Was sie hier vorschlagen, das ist sozusagen ein Verhaltenskartell unter allen, die Content ins Netz stellen. Wie man weiss, spielt's das nur in Märkten, die sehr unvollkommen ausgebildet sind. Ob allerdings eine solche Marktsituation für unsere Gesellschaft wünschenswert wäre, wage ich zu bezweifeln (unter der Annahme, dass wir nicht alle im Verlagsgeschäft tätig sind).

derStandardmeint
30
12.10.2009, 10:51
Einfach mal nachdenken:

Gibt es auf standard.at nicht auch Inhalte, die Sie keinesfalls vermissen wollen?
Wo würden Sie hinsurfen, wenn Sie beim Standard für ein Abo ein paar Euros bezahlen müssten?

Bei genauem Nachdenken gibt es mehrere Möglichkeiten, Zahnpasta wieder in eine Tube zurückzubekommen.

Ihre Kommunismus/Planwirtschaft-Keule geht in die gähnende Leere: für unsere Gesellschaft sind mangels Budgets gleichgeschaltete, quersubventionierte Einheitsbrei-Medien deutlich gefährlicher als ein fairer Beitrag der Bürger zur Medienvielfalt bzw. -qualität.

bluelion
00
12.10.2009, 16:45
Einfach mal nachdenken!

der einzige inhalt, den ich keinesfalls vermissen möchte sind die postings. die meldungen interessieren mich selten bis gar nicht. erstens bekommt man als leser eh meistens APA-meldungen von schlechter qualität serviert und zweitens kann man sich auch woanders informieren.

hotibaer
02
12.10.2009, 13:43
ich lese gerne den standard.at. Sollten einige Inhalte kostenpflichtig sein, würde ich diese halt nicht konsumieren.

ich würde zu anderen "Online Wissensanbietern" wechseln.

Freund der Sanktionen
01
12.10.2009, 11:44
Mit Fairness hat das absolut nichts zu tun.


Der Markt ist nicht fair, genausowenig wie der Standard Inhalte aus reiner Philantropie kostenlos zur Verfügung stellt. Daß Medienqualität und -Vielfalt nichts mit "kostenlos oder nicht" zu tun haben sieht man sehr gut an der Kronenzeitung, die ist auch nicht gratis und bietet weder Vielfalt noch Qualität.

Das Netz hat sich eben als "Kostenloskultur" entwickelt, ein Umstand, der sich aus eben dieser Entwicklung leicht erklärt. Das hat weder mit Kommunismus noch mit Planwirtschaft zu tun sondern ist dem Umstand geschuldet, daß alle Netzwerke urspgl. schon aufgrund der geringen Teilnehmerzahlen ausnahmslos nicht kommerziell waren...

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