Schubhaft in Europa

11. Oktober 2009, 18:57
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foto: photodisc

Bei Rückkehr Geld, Private helfen "Untergetauchten"

Nachdem die Zahl der Immigranten 2008 erstmals 100.000 überstiegen und Migrationsminister Tobias Billström die Situation als "unkontrollierbar" bezeichnet hatte, werden in Schweden Asylanträge zunehmend abschlägig beschieden. Abgeschoben werden können nunmehr auch Asylwerber aus Somalia, Afghanistan und dem Irak.

Freiwillige Rückkehrer können eine Beihilfe von umgerechnet 3000 Euro beantragen, eine Familie erhält maximal 7500 Euro. Rund 40 Prozent der Abgewiesenen reisen freiwillig aus.

Festnahme und Rückführung "Untergetauchter" obliegen Polizei und Strafvollzug. In Schweden ist es, anders als im benachbarten Dänemark, nicht strafbar, abgewiesenen Asylbewerbern zu helfen. Daraus ergeben sich Herausforderungen für die Zivilgesellschaft. So obliegt es den einzelnen Schulen, betroffenen Kindern Unterricht zu geben. Im Gesundheitswesen erhalten abgewiesene Asylbewerber nur Akutbehandlung, die privat zu bezahlen ist. Dafür wurde Schweden von der UNO kritisiert. (Anne Rentzsch aus Stockholm, DER STANDARD Printausgabe, 12.10.2009)

 

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