GNOME Shell 2.28: Preview für das neue Desktop-Interface

Andreas Proschofsky, 11. Oktober 2009, 15:26
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    Das neue Alt-Tab-Interface der GNOME Shell 2.28 ermöglicht den schnellen Wechsel zwischen allen offenen Anwendungen.

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    GNOME Shell im Overlay-Modus, mit acht geöffneten Workspaces. Die einzelnen Fenster werden dabei nicht überlappend dargestellt und lassen sich mit dem Mausrad heranzoomen.

Soll fixer Bestandteil von GNOME 3.0 werden - GNOME Summit in Boston im Zeichen der nächsten Desktop-Generation

Seit Samstag findet im US-amerikanischen Cambridge, Massachusetts - konkreter am MIT Sloan - der jährliche GNOME Summit statt. Dieser hat sich über die Jahre als Ergänzung zur GNOME Users and Developers Conference (GUADEC) etabliert, bei der sich vor allem die Kern-EntwicklerInnen des freien Desktop-Projekts versammeln und über die Pläne für die nächsten Monate grübeln.

GNOME Shell

So hat man etwa im Jahr 2008 an dieser Stelle die Basis für das gelegt, was mit GNOME 3.0 die User-Experience des Desktops grundlegend verändern soll: Die GNOME Shell. Passend also, dass die zuständigen EntwicklerInnen des - massiv von Red Hat unterstützen - Projekts knapp vor dem Start die erste offizielle Preview-Release ihrer Software zum Download freigegeben haben.

Preview

Die GNOME Shell 2.28 - samt des auf der 3D-Biblothek Clutter aufsetzenden Window Managers Mutter - sollen so einen aktuellen Einblick auf den aktuellen Stand der Entwicklung geben. Auch wenn man explizit darauf hinweist, dass es sich dabei derzeit noch um eine frühe Testversion handelt, der sowohl in optischer als auch in Performance-Hinsicht noch einiger Feinschliff fehlt, so hofft man doch auf die - optionale - Aufnahme in die diversen Distributionen. Schließlich will man möglichst früh UserInnen-Feedback sammeln, um so bestehende konzeptuelle Probleme noch vor der Auslieferung von GNOME 3.0 ausräumen zu können.

Aktuelles

In den letzten Tagen vor der Release hat man sich vor allem um die Implementation eines neuen Alt-Tab-Interfaces gekümmert, das zum schnellen Wechseln zwischen den geöffneten Anwendungen gedacht ist. Wie die GNOME Shell als Ganzes auch, ist dieses Anwendungs- statt Fenster-orientiert. Über alle Workspaces hinweg werden die offenen Programme angezeigt, einzelne Fenster unter einem Punkt zusammengefasst.

Overlay

Das Kernelement stellt weiterhin die Overlay-Ansicht dar, die beim Anklicken des Activities-Knopf aufgerufen wird und das bisherige Startmenü vollständig ersetzt. Von hier aus können dann Anwendungen gezielt auf einzelne Workspaces verteilt werden, wobei benötigte Oberflächen nach Bedarf hinzugefügt oder entfernt werden können. Den Zugriff auf aktuelle Dokumente sowie die wichtigsten Orte gibt es hier ebenso wie eine Suchfunktion, die alle diese Quellen kombiniert. Für weitere Informationen zu den grundlegenden Überlegungen zur GNOME Shell sei auf vorangegangene Artikel zu dieser Thematik verwiesen.

Messaging

Für die Zukunft hat man hier freilich noch einige weitere Verbesserungen geplant, kein Wunder also dass GNOME Shell und Co. auch einen wichtigen Part beim diesjährigen GNOME Summit darstellt. Neben grundlegenden Diskussionen über das aktuelle Design, diskutiert man dabei etwa, wie Benachrichtigungen besser in dieses Konzept integriert werden können. Dazu soll gemeinsam mit den EntwicklerInnen des Instant Messengers Empathy eine neue Lösung entwickelt werden. (Andreas Proschofsky, derStandard.at, 11.10.2009)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 39
1 2
John Matrix
00
12.10.2009, 15:13

Hab die neue Gnome Shell unter Ubuntu 9.10 ausprobiert. Leider ist die Performance so schlecht, dass man sie nicht bedienen kann. Liegt das an meinem alten PC? P4, 2,6 GHZ, 1 GB Ram. Gnome 2.28 läuft ansonsten gut.

suka
00
12.10.2009, 15:33

Die Ausstattung sollte vollkommen reichen, hab ein ähnliches (bzw. langsameres) System, wo es vollkommen flüssig läuft. Denk das hängt in dem Fall aber wohl auch von der Grafikkarte ab, weil die GNOME Shell ja 3D-Beschleunigung verwendet. (bei mir beim erwähnten System eine ältere Nvidia). Prinzipiell gilt: Wenn Compiz problemlos läuft, sollte auch die GNOME Shell keine Schwierigkeiten machen.

John Matrix
00
12.10.2009, 15:40

Compiz läuft gut. Kann alle Effekte nutzen. Scheint so als hätte ich bei der Installation etwas vermurkst.

feurio
 
00
16.10.2009, 16:19

habs auf ein vierutellen ubuntu installiert. hatte probs auch, es lag bei mir aber an zwei vershciedenen java versionen, die installiert waren. vielleicht hilft ihnen dieser hinweis

suka
00
20.10.2009, 21:42

Das ist mehr als seltsam, verwendet die GNOME Shell doch keinerlei Java ;-)

mhr
00
12.10.2009, 11:52
welchen sinn hat die shell

für die neue user gruppe, die gar nicht daran gewohnt ist mit workspaces zu arbeiten?

der screenshot sieht aus wie ein usability GAU.

suka
03
12.10.2009, 12:47

Also zunächst mal macht die GNOME Shell die "Sichtbarkeit" der Workspaces wesentlich besser, damit auch das Verstehen / die Benutzung dieses Konzepts. Davon abgesehen ist das Workspace-handling ja nur ein Teil der Neuerungen der GNOME Shell, wenn du nur einen Workspace verwendest, dann hast du im overlay einfach so eine art expose-darstellung. Plus das neue Startmenü, plus den Window manager, Messaging, Sidebar, etc....

xapient
00
12.10.2009, 13:52

neuer windowmanager.. heisst das jetzt eigentlich dass compiz und metacity sowieso über bord geschmissen werden?

suka
00
12.10.2009, 14:52

Ja. Wobei Mutter eine Weiterentwicklung von Metacity ist (Auf Clutter-Basis). Und Compiz befindet sich ja leider schon eine zeitlang am Niedergang (aktuelle Entwicklung ist ja kaum mehr wahrnehmbar). Wer weiß, vielleicht wird das ja wiederbelebt, aber ehrlich gesagt, kann ich mir auf Sicht nicht vorstellen, dass das noch mal was wird. KDE hat Compiz ja jetzt schon vollständig ersetzt. Und Mutter hat selbst ein Plugin-Konzept, worüber sich Effekte nach Belieben recht rasch implementieren lassen sollten.

beatlepilz
00
12.10.2009, 14:09

Es wird an einer Mischung aus Metacity und Clutter gearbeitet. Mutter heißt der Fenstermanager dann.

xapient
00
12.10.2009, 14:44

schade um compiz.. kde hat auch schon darauf verzichtet und lieber KWIN mit compiz funktionalität erweitert (was sicher die richtige entscheidung war)

aceFruchtsaft
00
12.10.2009, 15:57

KDE hat nicht darauf verzichtet, sondern es nie verwendet. Mit KDE 3 war Compiz komplett unbrauchbar, diese Kombination dürfte es also auch nicht allzu oft gegeben haben.

xapient
00
12.10.2009, 21:29

kde hat in gewisserweise schon darauf verzichtet.. es gab zumindest eine heftige diskussion warum man sich dazu entschieden hat lieber kwin mit 3d zu bestücken als compiz mit kwin funktionalität... ich habe compiz seit der ersten minute an verwendet (auch mit xgl damals) und zwar immer mit kde3... bis auf den compiz start (der damals auch unter gnome eine qual war) war nicht wirklich ein unterschied zwischen compiz gnome (welchen ich testweise immer paralell laufen hatte) und compiz kde für mich zu bemerken... "unbrauchbar" kann ich in keiner weise bestätigen... (wobei ich zugegebenermassen wohl länger mit beryl gefahren bin unter kde als mit compiz)

Charlie Waffles
21
12.10.2009, 10:40

Sehr hübsch. Das Schriftbild ist allerdings wie immer ein Graus. Das haut irgendwie den kompletten Design-Anspruch zusammen.

suka
00
12.10.2009, 11:49

Steht doch eh im Artikel, dass beim optischen Erscheinungsbild noch viel Feinschliff fehlt...

Charlie Waffles
00
12.10.2009, 14:07

Ich finde das optisch eigentlich schon recht ansprechend und mir gefällt auch das Konzept. Nur bezweifle ich halt, dass das Schriftbild in der finalen Version besser wird, weil das unter den Linux Desktops noch nie schön war. Leider.

Brillenaffe
00
12.10.2009, 14:43

Was meinst du mit Schriftbild. Das als Standard eingesetzte "Sans"? Mhh für gerade grosse Bildschirme ist Sans ideal und wie ich finde sieht es auch sehr gut aus - mir gefällts total. Ansonsten gibts ja noch Aller, Droid Sans, Trebuchet etc. Also viel Spass beim ändern, so schwer ist es nun wirklich nicht. ;-)

Charlie Waffles
00
12.10.2009, 15:22

Was ich damit meine kann ich schwer in Worte fassen, am besten noch beschreibbar damit, dass bei Mac OS X oder Windows Schriften wie "geleckt" aussehen. Sorry, eine bessere Erklärung habe ich nicht, aber hier drei Bilder zum Vergleich:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia... esktop.png
http://upload.wikimedia.org/wikipedia... dows_7.png
http://upload.wikimedia.org/wikipedia... e-2.28.png
Vielleicht erkennt man darauf was ich meine.
Jedenfalls hab ich unter KDE und Gnome schon stundenlang an den Einstellungen geschraubt, aber nie ein befriedigendes Ergebnis zustande gebracht. Auch nicht mit den üblichen Tipps (Glättung einschalten, andere Schriftart usw.).

aceFruchtsaft
00
12.10.2009, 18:12

Also gerade die Schriftwarten von OS X finde ich kriminell. Jedes mal wenn ich einen Blick auf ein OS X im Saturn & Co. werfe glaube ich, unmittelbar Augenkrebs zu kriegen. Die bei Windows 7 finde ich auch Kopfwehfördern.

Ja, ich bin ein Proponent von "sharp fonts".

suka
00
12.10.2009, 15:35

Hmmm, also zumindest die Font-Darstellung im ersten Screenshot oben find ich eigentlich ziemlich gut. Beim Overlay (screen 2) werden derzeit die lokalen Font-settings noch nicht richtig übernommen, darum wirkt das auch etwas inkonsistent.

Zur allgemeinen Frage: Manche würden das Windows und Mac-Bild auch als "fuzzy" bezeichnen ;)

Charlie Waffles
00
12.10.2009, 16:41

Sicher ist das auch eine Geschmackssache und ja, am ersten Screenshot kann ich auch kaum was aussetzen. Fett würde ich die Schrift eventuell machen damit es besser zum Rest passt.

xapient
00
12.10.2009, 14:42

ich hatte unlängs einen mac user an meinem kubuntu (KDE) rechner - der war erstaunt über das tolle schriftbild - da hatte ich noch nichtmal das subpixelrendering eingeschalten (ist per default aus - aus lizenzgründen oder so)

TRex30M
42
12.10.2009, 07:11

Ich finde, das neue GNOME, optisch sehr schön.
Aber dann soll sich bitte, auch niemand, über die GUI, von Aero, bei Vista/Windows 7 beschweren, wenn man dann ähnliches KlickiBunti macht..... ;-)

xuniL
04
12.10.2009, 10:05

Macht sicher niemand...
Hat sich auch niemand beschwerd als Vista/OSX vieles von Compiz, Beryl, XGL, GLX und wie sie alle hießen, übernommen hat ...

mfg

hitower
07
11.10.2009, 19:25

Wahnsinn, seit wann kann man denn die Bilder zu einem Artikel vergrößern? Bis jetzt hat das doch immer bedeutet "öffne dieses Bild in genau der selben auflösung in einem neuen Tab"?

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