Todesursache von Boyzone-Sänger geklärt

13. Oktober 2009, 14:50
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Stephen Gately erlitt ein Lungenödem - Musiker war am Wochenende auf Mallorca gestorben

London/Mallorca - Der auf Mallorca überraschend gestorbene Boyzone-Sänger Stephen Gately hatte nach dem Ergebnis der Obduktion ein Lungenödem. Dies teilte ein Gericht am Dienstag in Mallorca mit. Das könnte Spekulationen erhärten, dass der Sänger an seinem eigenen Erbrochenem erstickt ist.  Gately soll in der Nacht  Marihuana konsumiert haben. Dem am Dienstag veröffentlichten Obduktionsbericht zufolge wurde  ein akutes Lungenödem festgestellt. Eine solche Ansammlung von Flüssigkeit im Lungengewebe sei aber nicht die Todesursache gewesen, sondern eher eine Folge des Todes, zitierte die Zeitung "El Mundo" den mallorquinischen Mediziner Raúl Vicho. "Das wahrscheinlichste ist, dass der Sänger an einem Herzstillstand oder an einer schweren Herzrhythmusstörung als Folge eines massiven Konsums von Drogen oder Alkohol gestorben ist", sagte er. Eine solche Herzinsuffizienz könne ein Lugenödem verursachen und auch zu Erbrechen führen, hieß es. "Es ist möglich, dass Gately vor der Todesnacht absolut gesund war", sagte Vicho. Laut der Autopsie starb Gately eines natürlichen Todes. Deshalb gab das zuständige Gericht in Palma die Leiche des Sängers auch zur Überführung in seine Heimat Irland frei. Weitere Einzelheiten aus der Obduktion sollen nicht veröffentlicht werden.

Der 33-jährige Musiker wurde am Samstagvormittag von seinem Ehemann Andrew Cowles im Hotelzimmer tot aufgefunden worden. Er hatte zuvor in Clubs gefeiert getrunken. Nach der Party-Tour sei er in sein Hotel zurückgekehrt und am Vormittag nicht aufgewacht.

Die Ära Boyzone

Gately war neben Ronan Keating Leadsänger der Band, die mit Liedern wie "No Matter What" und "Words" in den 90er Jahren erfolgreich war. Nach einer fast siebenjährigen Trennung kam die Band 2007 wieder zusammen. Sie veröffentlichte zwei neue Lieder und ging auf eine erfolglose Europa-Tournee in Stadien, die trotz teils kostenloser Tickets nicht gefüllt waren. Die Band verkaufte mehr als zehn Millionen Platten. Gately war 1993 zu der irischen Gruppe gestoßen, für die per Zeitungsanzeige Sänger gesucht worden waren.

Während der Trennung war Gately als Solokünstler unterwegs, hatte damit aber weniger Erfolg. Er sorgte 1999 mit seinem Outing als Homosexueller als erster Sänger einer Boygroup für Schlagzeilen. Gately bekannte später, das Outing habe ihn befreit und zu einem "anderen Menschen" gemacht. Anders als oft behauptet, hätten nicht seine Manager ihn dazu gedrängt, sich als Heterosexueller zu verkaufen, sondern er sich selbst. Er habe Angst gehabt, weibliche Fans zu verlieren. Als er mit 17 zu Boyzone kam, habe er das als Riesenchance begriffen. Da habe er sich nicht die Karriere versauen wollen mit einem "Ach übrigens, was Sie noch wissen sollten...". 2006 hatte er Andrew Cowles geheiratet.

2010 neues Boyzone-Album geplant

Seine letzte Nachricht im Kurznachrichtendienst Twitter trug er am vergangenen Dienstag ein: "Noch immer beschäftigt - viel los hier. Konzentriere mich, mein Buch als nächstes fertigzustellen, mag hier ruhig werden." Für 2010 war ein neues Boyzone-Album geplant.

Die vier übrigen Mitglieder der Band wollten noch am Sonntag nach Mallorca fliegen. "Wir sind am Boden zerstört", sagte Band-Manager Louis Walsh dem Boulevardblatt "News of the World". "Ich bin völlig geschockt. Ich war noch mit ihm auf einer Preisverleihung (Pride Of Britain) am Montag. Wir wissen noch nicht viel über das, was passiert ist." Bandmitglied Shane Lynch sagte der Zeitung, die Gruppe müsse nun dorthin, "wo er dahinschied, und überlegen, was wir tun müssen". (APA/red)

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