Hahn warnt vor dramatisch steigender Studierendenzahl

11. Oktober 2009, 21:13
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    foto: cremer

    Johannes "Gio" Hahn verlässt das Match um den Posten des Wiener Bürgermeisters. Er will bei den Wiener Gemeinderatswahlen die SPÖ von ihrer absoluten Mandatsmehrheit befreien.

ÖVP-Minister sieht zwanzig Prozent Zuwachs und fordert Uni-Gebühren

Wien - Der Hausherr will nicht jeden reinlassen: Wissenschaftsminister Johannes Hahn wünscht sich einfachere Regelungen, um Zugangsbeschränkungen an Österreichs Universitäten zu verhängen. Der ÖVP-Politiker untermauerte diese Forderung in der ORF-Pressestunde mit den "dramatisch steigenden Studierendenzahlen" . Gemäß aktueller Hochrechnungen zeichne sich für 2009 eine Zunahme "von über 20 Prozent" ab, womit bereits an die 300.000 Studierende die Unis bevölkern würden.

Dämpfer für Deutsche

Besonders stark ist der Zulauf aus dem Ausland. Hahn will deshalb dort "Ausleseverfahren", wo deutsche Studenten "für eine Verengung des Marktes sorgen" . Kein System der Welt, meint der Minister, könne solch einen Ansturm ohne weiteres bewältigen. Folgerichtig hofft er auch, dass die EU letztlich die Quotenregelung an den Medizin-Unis, die drei Viertel der Anfänger-Studienplätze für Bewerber mit österreichischem Maturazeugnis reserviert, auf Dauer akzeptiert.

Hahn führt den Run aus dem Ausland allerdings nicht nur auf weggefallene Zugangshürden zurück - was ihn zu seiner zweiten Forderung führt: Studieren sollte, wie in den Jahren 2001 bis 2008, wieder etwas kosten. "Für flächendeckend sinnvoll" hält der schwarze Minister Studiengebühren und wünscht sich, "dass die SPÖ die Fakten realisiert" .

Der Koalitionspartner interpretiert selbige allerdings anders und spricht von "Ratlosigkeit" , wenn Hahn auf jedes Problem "reflexartig die Studiengebühren-Ausrede" präsentiere. Nein sagen auch die Hochschülerschaft und der grüne Wissenschaftssprecher Kurt Grünewald, der nach skandinavischem Vorbild einen nachbarschaftlichen Finanzausgleich fordert, bei dem Deutschland einen finanziellen Beitrag für nach Österreich abgewanderte Studierende zahlen sollte.

Einen Aufschrei versucht Hahn in der Diskussion um ein neues Lehrerdienstrecht zu vermeiden. Erst auf Nachfrage räumte er ein, dass dabei auch "die Ausweitung der Lehrverpflichtung zur Disposition steht" - wofür SPÖ-Bildungsministerin Claudia Schmied im Frühjahr von der Lehrergewerkschaft arg geprügelt wurde. Mehr ganztägiger Unterricht an den Schulen, argumentiert Hahn, verlange eben eine neue Arbeitsaufteilung.

Ganz normaler Minister

Eine solche blüht auch Hahn selbst: Abgesehen von seinen Ministerpflichten muss er als Chef der Stadt-ÖVP den Wiener Wahlkampf schlagen. "Das ist integraler Bestandteil der Politik" , sieht Hahn keinen Rollenkonflikt, schließlich sei er ja nicht nur auf seine Regierungsagenden spezialisiert: "Ich bin ein ganz normaler Minister."

Dass er dieser, wenn es die ÖVP nach der Wahl in die Wiener Stadtregierung schaffen sollte, nicht bleiben könnte, hält Hahn für durchaus möglich: "Ich habe kein protokollarisches Problem damit, von einem Minister zum Landesregierungsmitglied herabzusteigen." Eines ist ihm aber bereits klar. Als neuer Bürgermeister wird er nicht ins Rathaus einziehen, weil ihn Grüne und FPÖ dazu nicht wählen werden. Hahn hat sein Wahlziel deshalb neu definiert: "Die SPÖ von der absoluten Mandatsmehrheit befreien." (jo/DER STANDARD-Printausgabe, 12. Oktober 2009)

Kommentar posten
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Anita Draxler
00
13.10.2009, 20:21
Wiedereinführung der Studiengebühren?

Genau genommen wurden ja die Studiengebühren nie abgeschafft und sind auch nach wie vor zu entrichten. Man hat jetzt allerdings mehr Möglichkeiten sich davon befreien zu lassen, vor allem wenn man zum Beispielt mehr als Geringfügig dazu verdient, um sich Studium und Leben finanzieren zu können und auf Grund dieses dazu verdienens länger braucht. Was eigentlich auch verständlich ist.
Das wir allerdings so viele Deutsche ausbilden müssen sehe ich nicht ganz ein. Hier gehört auf jeden Fall eine Quotenregelung her bzw. strengere Zugangsbeschränkungen!

Westautobahn
00
13.10.2009, 15:59
Nicht warnen, auch was tun Herr Hahn!

Dulfit
00
13.10.2009, 12:11
Bitte um Gegenargumente

Kann mir irgendjemand Gegenargumente zu einer Quotenregelung in von Deutschen (ja es sind nunmal primär Deutsche) überlaufenen Studien (Publizistik, Psychologie etc.) nennen? Jetzt mal abgesehen von Studiengebühren. Weil ich seh absolut nicht ein, dass die österreichischen Unis zu einem Großteil ausländische Studierende ausbilden sollen und versteh nicht, warum Quotenregelungen nicht schleunigst eingeführt werden (gegen die EU wird man da - siehe Medizin schon - ankommen).

heiliger bimbam
00
13.10.2009, 11:25
hirn einschalten, herr minister

von welchen "fakten" phantasieren sie? bloß weil 20% mehr inskribieren als vor einem jahr, steigt die zahl der studierenden doch nicht um 20%! um auf 300.000 zu kommen müssten nicht 20% mehr inskribieren, sondern 400%! ein bissl rechnen sollte man auch in ihrem ministerium kommen, aber da wird deutlich: mehr solche akademiker wie sie brauchen wir nedda...

warum wird diese meldung bloß seit 2 tagen widerspruchslos nachgeplappert???
journalisten? spö? öh?

Grantscherben
52
12.10.2009, 15:35
Wer braucht soviele Obergscheite!?

Die ganzen StudiFuzzis die sich über diese Gebühren aufregen sollen sich mal ansehen was ein patscherter 2 Wochen Kurs beim WIFI etc. kostet. Dafür geht sich a ganzes Studium aus.
Naja wurscht ... trampelts euch halt gegenseitig nieder auf der Uni.

also dann ...
15
12.10.2009, 15:23
gio...tritt doch einfach zurück - denn, ein wissensch.minister der "a n g s t" ( ? ) davor hat, dass die akedemikerquote ansteigt...,

zeigt eine kleinkarierte geisteshaltung auf, die ihn
n u r für den kassier des bauern-kegelvereins in
unter-giggerl-brunn qualifiziert...

fakt ist, dass
- Ö im unteren drittel der akad.quoten der EU liegt
- der hochschulbereich ÜBERSCHÜSSE (!) erzielt
= ca. 130 mio (östat - seite 175 : 2004-07)
addiert man
- die ÜBERSCHÜSSE DER KAMMERN...
= ca. 312 mio (s.175) ergäbe dies 110 mio p.a..
damit könnten
ca. 2.800 ( ! ) assistentenstellen geschaffen werden.
d.h.
stud.gebühren sollten durch diese überschüsse finanziert werden.
- - -
er...
ist INKOMPETENT und sabbert nur gequirlten quark !

http://www.statistik.at/web_de/dy... detail=491



kanu
00
13.10.2009, 11:40
wahre worte

genau so is es.
unser wissensch. minister macht mir angst!

yokozuna
00
13.10.2009, 03:20
die Akademikerquote in Deutschland ist höher als in Ö..

Und Österreich trägt dazu ein wenig bei.

http://www.spiegel.de/unispiege... 89,00.html

also dann ...
00
13.10.2009, 09:35
tja ... hahn...möchte ein "geistiges prekariat" schaffen,

dem er seblst längst angehört ...

Eine liebe Dame
43
12.10.2009, 13:33
Studiengebühren?

Warum nicht?

Hahn beschwert sich ja nicht, DASS soviele Leute an die Unis kommen, sondern WIE der Staat alles bezahlen soll?

Studenten aus sozial ärmeren Schichten sollen weiters Förderungen bekommen und haben es auch davor bekommen. Ich denke, DIE regen sich hier auch nicht sonderlich auf.

Was mich wundert sind jene hier, die SOZIAL SOZIAL schreien und dann, wenn sie mit ihrem zb Medizin- oder Jusstudium fertig sind, ihre (Zahnarzt- und Kanzlei-) Assistentinnen MAGER UND UNSOZIAL entlohnen!!

Sozial nur, wenn sie bekommen - unsozial, wenn sie vergessen haben, wer ihr Studium finanzierte!

WunzelPunzel
02
12.10.2009, 17:53
bitte lesens ordentlich

"Johannes Hahn wünscht sich einfachere Regelungen, um Zugangsbeschränkungen an Österreichs Universitäten zu verhängen."

Das heisst das es ihm zu viele Studenten sind. Egal wieviel die blechen. Und er rechnet damit, dass es weniger sind, wenn alle blechen müssen.

Also. Ned schönreden, den Unfug, bitte!

Eine liebe Dame
10
13.10.2009, 09:19
Beschränkung

Vielleicht lesen Sie auch (ordentlich oder auch nicht), dass dafür eben die Plätze fehlen.

zb. Laborplätze ...

Wer wird die neuen Plätze bezahlen, nach dem Motto 'alles ist gratis'?

Arbeiten Sie gratis? Nö, wahrscheinlich umsonst!

MirKannsEgalSein
40
12.10.2009, 17:42
Vielen herzlichen Dank für den Post.

Grünes Stricherl von mir. :)

monoton
02
12.10.2009, 13:24

da zeigt das henderl wieder einmal wo seine visionen von der bildungspolitik anfangen und auch wieder enden: bei der studiengebühr
wie wärs wenn er sich einmal gedanken über eine europäische lösung machen würde anstatt immer bei der studiengebühr hängen zu bleiben

Anders gesagt
01
12.10.2009, 15:37
wenn es in ganz europa keine

studiengebühren mehr gibt (europäische Lösung) dann ist alles ok, aber wir, einsam und alleine, ist politischer wahnsinn!

monoton
00
13.10.2009, 08:59

viel einfacher, die zulassungsbestimmungen für die studenten sollten für die einzelnen in allen ländern gleich bleiben, d.h. ein deutscher sollte auch in ö an den nummerus clausus gebunden sein.
aber das bringt das dumme henderl sicher nicht auf die reihe, und die gegen der eu unterwürfige övp wird niemals etwas auf der ebene der eu etwas für österreich unternehmen

Mugen
04
12.10.2009, 13:02

Es ist wie immer zum Mäuse melken!
Was das Volk denkt ist wurscht! Hetze und negative Auslegung geht wie immer vor produktiven Vorschlägen. Aus einem nichtigen Thema wird (wiedermal) eine unendliche Geschichte gemacht.

Der Wissenschaftsminister, der über ein Jahrzehnt Philosophie studierte, mit schlampig abgeschriebener Doktorarbeit abschloss (siehe wiki), WARNT nun vor mehr Studenten, und hat nichts als Studiengebühren im Kopf, was mit "Wissenschaft" nur wenig gemein hat!

Sorry, das ist normalerweise nicht meine Art, aber der soll sich verp*ssen!!

Entfesselter Prometheus
02
12.10.2009, 12:48
Natürlich steigen die Studierendenzahlen drastisch

da keine Jobs zu bekommen sind. Und nur herumsitzen ist auf Dauer auch nicht so erfrischend.

susi strolcher
04
12.10.2009, 12:33
wenn die fekter strache mit handtaschl ist,

dann ist hahn wohl gehrer mit drei tage bart.

Metternichmich!
02
12.10.2009, 16:59
Unterschied Zwischen Geher und Hahn:

Gehrer konnte stricken (und konnte die Sitzungszeit im Ministerrat wenigstens produktiv nutzen...)

Ravi Ravendro
04
12.10.2009, 12:31
Er

hatte aber noch nie eine Ahnung... also erstaunt es nicht weiter...

Esme Weatherwax
06
12.10.2009, 12:31
Abtreten!

Ein Wissenschaftsminister, der vor Bildungswilligen warnt, ist einfach nur rücktrittsreif. Weit sind wir gekommen seit Herta Firnberg.

docaltea
45
12.10.2009, 11:56
nix dramatisieren bitte

.........war auch mal Student, also weiss ich sehr gut wovon ich schreibe, beide Eltern Arbeiter. Also, Studiengebuehren fuer alle, auch Deutsche und schweizer, darum gehts doch, oder wollt ihr euch in eurem Heimatland von irgendwelchen Piefkes, die zuhause nix auf die Reihe kriegen, euren Studienplatz wegnehmen lassen??? Ueber Foerderung und Unterstuetzung aus den Heimatgemeinden der oesterr. Studierenden wird sich bei einiger Fantasie schon irgendein eu-konformes Unterstuetzungsvehikel basteln lassen.
Und noch eines: ich lebe in Spanien und hier ist auch der biedere Optiker ein Akademiker!!!!!! also bitte diese Akademikerstatistiken aus dem Ausland etwas kritisch hinterfragen.

Die Wanze auf der Pflanze im Ministerbüro
01
12.10.2009, 12:30
optiker als akademiker in spanien ...

finde ich richtig, denn schließlich fummelt der ja auch an den augen herum.

wäre doch ein schritt in richtung dr.med fh, der mag.opt. fh, oder nicht?

Werner J. Haider
20
12.10.2009, 11:46
Perspektiven

Viel wichtiger wären Rahmenbedingungen, die den Absolventen zu Gute kommen, anstatt von Praktikum zu Volontariat und wieder zurück zu wechseln.
Der Arbeitsmarkt ist dermaßen übersättigt, dass eine Anstellung nach österreichischem Arbeitsrecht und ein regelmäßiges Einkommen in meiner Generation (25-30) zum Luxus avancierten.
Politik und Politikvermarktung sind eben nicht einerlei.

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