Mord in Wahlbüro im Norden überschattet Kommunalwahlen
Lissabon - Bei den Kommunalwahlen in Portugal hat Amtsinhaber
Antonio Costa von der Sozialistischen Partei (PS) den Urnengang in der
Hauptstadt Lissabon Prognosen zufolge gewonnen. Der 48-Jährige erhielt laut
verschiedenen Fernsehsendern am Sonntag zwischen 43 und 48 Prozent der Stimmen
und damit deutlich mehr als sein konservativer Herausforderer Pedro Santana
Lopes. Auch in der zweitgrößten Stadt des Landes, Porto, setzte sich mit dem
konservativen Rui Rio der Amtsinhaber durch.
Die Kommunalwahlen fanden nur zwei Wochen nach der Parlamentswahl statt.
Dabei hatten die Sozialisten von Ministerpräsident Jose Socrates über die
konservative Sozialdemokratische Partei (PSD) gesiegt. Im Vorfeld der
Kommunalwahlen war allerdings davon ausgegangen worden, dass die PSD die
Mehrzahl der 308 zur Disposition stehenden Bürgermeisterposten gewinnt.
Überschattet wurden die Kommunalwahlen von einem Mord in einem Wahlbüro in
Fervenca im Norden des Landes. Dabei erschoss nach Behördenangaben ersten
Ermittlungen zufolge ein Kandidat der Sozialistischen Partei den Ehemann seiner
konservativen Konkurrentin. Der mutmaßliche Täter war am Sonntagabend zunächst
noch auf der Flucht. (APA)