"Wollte ins rechte Eck schießen"

11. Oktober 2009, 10:42
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Innsbruck als Lieblingsstadt des LASK-Stürmers - Janko betrieb vor Fulham-Scouts Eigenwerbung

Seefeld - Das österreichische Fußball-Nationalteam kann sich bei seinem Sturmduo Marc Janko und Roman Wallner für das 2:1 in der WM-Qualifikation gegen Litauen bedanken. Janko brachte die Gastgeber am Samstagabend mit einem sehenswerten Treffer in Führung, Wallner schoss mit einem souverän verwandelten Elfmeter zum Endstand sein erstes ÖFB-Tor seit über sechs Jahren und Österreich damit fix auf Platz drei in Gruppe 7.

"Für den Elfer war eigentlich nicht ich vorgesehen, sondern Janko. Aber weil er ausgewechselt wurde, bin ich angetreten", erzählte Wallner. "Ich wollte ihn ins rechte Eck schießen. Dass er dann so exakt gepasst hat, ist wunderschön."

Der LASK-Stürmer genießt im Moment seinen zweiten Frühling. "Im Nationalteam ist es derzeit toll. Der Teamchef gibt uns viele Freiheiten, zeigt uns aber auch genau, was er will", sagte der Steirer, für den Innsbruck immer mehr zur Lieblingsstadt wird. In der Tiroler Hauptstadt leben Wallners Freundin und Tochter, die er zumindest einmal wöchentlich ("Auch öfter, wenn ich Zeit habe") besucht. Außerdem feierte er in Innsbruck sein ÖFB-Debüt und schoss auch sein erstes Tor für die Nationalmannschaft.

Seinen am Samstag erzielten sechsten Teamtreffer hat Wallner auch einer fragwürdigen Referee-Entscheidung nach einem angeblichen Foul seines Clubkollegen Alunderis zu verdanken, dennoch war er mit der Leistung des Unparteiischen nicht wirklich einverstanden. "Der Schiedsrichter hat komisch gepfiffen." Der Ex-Rapidler sprach von einem nicht unverdienten Sieg, "weil wir eine gute Defensivarbeit geleistet haben. Mit der ersten Hälfte müssen wir wirklich sehr zufrieden sein, nach der Pause haben wir aber kaum Chancen für Litauen zugelassen", behauptete der 27-Jährige.

Ähnlicher Ansicht war sein Sturm-Kollege Janko. "Es war ein Kampfsieg, wir haben einfach vergessen, in der zweiten Hälfte nachzulegen. Aber Litauen hat keine zwingende Torchancen gehabt. Der Sieg geht in Ordnung."

So wie Wallner, der nach einigen Krisen wieder zu alter Stärke gefunden hat, handelt es sich auch beim Salzburg-Goalgetter um einen nach eigenen Angaben rundumerneuerten Spieler. Vom "neuen Marc Janko" hatte der Niederösterreicher schon vor der Partie gesprochen, und tatsächlich arbeitete Janko so wie Wallner viel für die Mannschaft, kämpfte, grätschte, gewann auch außerhalb des Strafraums einige Zweikämpfe und betrieb damit Werbung in eigener Sache, schließlich saßen Scouts des englischen Europa-League-Teilnehmers Fulham, der schon seit längerem am 26-Jährigen interessiert sein soll, im Stadion.

Sie bekamen einen Prachttreffer zu sehen, "der natürlich für das Selbstvertrauen wichtig ist. Jetzt freuen wir uns auf das Spiel in Frankreich. Wir können das Spiel in dieser Kultstätte richtig genießen", meinte Janko. (APA)

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    RoWallno nach seinem Anschlag auf das Kreuzeck rechts oben

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